Die Burgritter kehren zurück ins Mittelalter

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
Schwertkampf
Zum Kampf bereit: Bereits zum vierten Mal konnte beim Schwertkampf Roger Martin seinen Titel verteidigen.

Stolberg. Das Mittelalter hatten sie fest im Griff: die aus Aachen, Krefeld, Köln, Bochum, Stuttgart und der Kupferstadt stammenden Teilnehmer, die am Wochenende auf dem Burggelände und dem ehemaligen Friedhof an der Lucia-Kirche historisches Lagerleben demonstrierten und so fantasievolle Namen wie „Jagende Wölfe”, „Scherzhafte Gallier” und „Gefährliche Löwen” trugen.

Auch wenn Authentizität eine große Rolle spielte, stellte das bunte Treiben, das von phantasievoll verkleideten Menschen und einer mittelalterlichen Szenerie geprägt war, ein großes Spiel dar, bei dem Musik, Handwerksdemonstrationen, Schwertkämpfe und Schauspielkunst im Mittelpunkt standen. Es war ein Spiel, bei dem nicht nur die rund 150 Darsteller, sondern auch die Besucher auf ihre Kosten kommen sollten. Allerdings machten sich Letztgenannte zumindest am Samstag rar. Sonntag fiel die Resonanz der Zuschauer dann positiver aus.

Organisiert hatte den Markt, der bereits zum achten Mal stattfand, der 2002 gegründete Verein der „Burgritter”. Er unterhält vielfältige Kontakte in die Mittelalterszene hinein und versteht es, auf dem Burggelände ein Spektakel aufzuziehen, das nicht nur Inhalt und Format hat, sondern bei dem es auch gelingt, Historie lebendig darzustellen.

Zur lebendigen Darstellung gehört es, dass Zelte aufgebaut waren, Feuerstellen qualmten, Musik ertönte, Schwerter klirrten und Handwerker ihre Produkte anpriesen. Mit gleich fünf Zelten unterschiedlicher Machart war die 25-köpfige Gruppe aus Krefeld angereist, die sich als „Freier Haufen von Krinvelde” bezeichnete und Söldner, Bauern und Ritter darstellte. Die Krefelder hatten ihr Lager auf dem alten Friedhof aufgebaut und waren bereits Freitag angereist, wie der 45-jährige Boris de Rappard berichtete, der nach eigenen Worten seit 25 Jahren in der Mittelalterszene zu Hause ist und einen mittelalterlichen Söldner mimte.

Unterstützt wurde die bunt zusammengewürfelte Truppe von einem aus Aachen und Stolberg stammenden Trio, das sich - mit Pranger und Streckbank ausgerüstet - um die Untere Gerichtsbarkeit kümmerte und scheinbare Vergehen spielerisch ahndete, indem die Folterinstrumente zur Anwendung kamen.

Während auf dem ehemaligen Friedhof das Lagerleben im Mittelpunkt stand, spielten auf dem Faches-Thumesnil-Platz die Musik, die Jonglage, der Schwertkampf und das Handwerk die wesentliche Rolle. So wurde unter anderem das Herstellen von Kettenhemden, Schmuckperlen aus Glas, Filzhüten und Lederartikeln gezeigt. Eine Attraktion war zudem der Schwertkampf, bei dem 20 kampferprobte Männer und Frauen in Zweierformationen gegeneinander antraten. Sieger wurde der 37-jährige Engländer Roger Martin, dem es als „Roger of Gladsmuir” gelang, seinen Titel bereits zum vierten Mal erfolgreich zu verteidigen.

„Formatio Alatus”

Für die Musik waren zwei Gruppen zuständig: Das Ensemble „Formatio Alatus” und die Band „Capud Draconis” aus Frankfurt, die mit Dudelsäcken, Flöten und Trommeln ausgerüstet waren und Kostproben ihres Könnens gaben. Ganz in der Hand der Köche, Handwerker und Kaufleute waren der obere und untere Burghof, auf dem Gruppen aus Siegburg und Neuss das Sagen hatten.

Bewacht und in Regeln geformt wurde das bunte Treiben von Marktgraf „Gerhard III. von Berg” alias Ralf Herff, der als Sprecher der Kupferstädter Burgritter den Organisationsablauf managte.
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