Die Burg erhält höhere Zinnen

Von: Jürgen Lange
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Bevor die Umwehrungen der Burg auf 1,10 Meter aufgemauert werden können, werden die Abdeckplatten und oberste Gesteinsschicht entfernt, damit dem Bruchstein Halt gegeben werden kann. Foto: J. Lange

Stolberg. Vor dem Aufbau steht der Abbruch: Die Mauerarbeiten an der Erhöhung der Burgumwehrungen haben begonnen, während die Bereiche, die mit Gittern aus Schmiedeeisen bestückt werden, bereits bis auf kleinere Restarbeiten abgeschlossen sind.

Mehr Sicherheit soll die Aufrüstung der Burg bringen. Nicht nur für Besucher, sondern auch für die Verantwortlichen bei der Stadt. Denn der Anlass, die Zinnen der Feste durchgängig auf eine Höhe von 1,10 Meter zu bringen, gründet in Versicherungs- und strafrechtlichen Fragen.

Ebenso kompliziert wie die juristischen Aspekte der Maßnahme sind, war die Meinungsfindung im Spannungsfeld zwischen Politik und Verwaltung, Denkmalschutz und optischem Empfinden. Letztlich fiel die einmütige Entscheidung zu einer kombinierten Maßnahme aus Glas, Eisen und Stein.

Bereits mit aus Edelstahl eingefassten Glasscheiben gesichert ist der Bereich der Kanzel zwischen unterem und oberen Burghof, wo die Verwaltung allerdings noch optische Verbesserungen erwägt. Denn just dieser Bereich des Wahrzeichens zählt zu den meistfotografierten: Hochzeiter nutzen gerne diese Kulisse für ihr Erinnerungsfoto.

Vornehmlich an den Auf- und Abgängen haben die Fachleute Handläufe auf die vorhandenen Mauern gesetzt, um die angestrebte Höhe zu erreichen. Eckbereiche wurden zusätzlich durch das Anpflanzen von Berberitzen gesichert: Die stachligen Sträucher sollen allzu kletterfreudige Burgbesucher ausbremsen.

Sicherheit kostet 80.000 Euro

Jetzt ist das Herzstück der Aufrüstung angelaufen. Insgesamt etwa 140 laufende Meter Mauer werden im Schnitt um etwa 20 Zentimeter angehoben. Zunächst im Bereich des unteren Burghofs und am Luziaweg stehen bereits die erforderlichen Gerüste. Zunächst entfernen die Arbeiter die Mauerabdeckungen und oberen Gesteinsschichten bevor die neuen Bruchsteine gesetzt werden - ein anspruchsvolles Handwerk, das einmal mehr das für Arbeitsmarkt- und Strukturentwicklung zuständige Tochterunternehmen der Landesentwicklungsgesellschaft (LEGAS) als Qualifizierungsmaßnahme für Arbeitslose durchführt.

Bereits beim Ausbau des Zinkhütter Hofs sowie an der Mauer des Friedhofs Bergstraße zeigen derartige Schulungen Erfolg: Eine Reihe von Teilnehmern wurde noch während der laufenden Maßnahme in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt.

Voraussichtlich bis Ende Mai wird die dritte Qualifizierungsmaßnahme der LEGAS an der Burg dauern. Sie sollte ursprünglich bereits im November anlaufen, war aber aus Rücksicht auf den Weihnachtsmarkt und die ersten karnevalistischen Veranstaltungen verschoben worden.

Insgesamt rund 80.000 Euro kostet die sicherheitstechnische Ertüchtigung des Wahrzeichens, wobei die Mauerarbeiten mit etwa 50.000 Euro kalkuliert sind.

Dabei wird auch eine schadhafte Stelle im Torbogen des unteren Burgzugangs ausgebessert.
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