Die Bürger stellen im Rat ihr eigenes Verkehrskonzept vor

Von: Michael Grobusch
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Großer Andrang: Zahlreiche Bürger aus Münsterbusch und Büsbach hatten sich Dienstagabend auf der Empore des Ratssaales versammelt. Foto: J. Lange

Stolberg. Den Bürgerhaushalt gibt es in Stolberg bislang noch nicht, ein Bürger-Verkehrskonzept hingegen schon - seit Dienstagabend. In der Sitzung des Stadtrates wurde es von den versammelten Anwohnern und Geschäftsleuten aus Münsterbusch und Büsbach präsentiert. Der Tenor fiel eindeutig aus.

An den durch die XXL-Baustelle verursachten Zuständen auf und rund um Prämienstraße und Konrad-Adenauer-Straße muss sich dringend und zügig etwas ändern.

In schriftliche und mündliche Worte gefasst wurden die Feststellungen und Forderungen von Klaus Kratz. Der ehemalige Ratsherr war das Sprachrohr der von den Arbeiten betroffenen Menschen, die sich laut Kratz im Vorfeld der Sitzung zusammengeschlossen hatten, um ihren Anliegen Nachdruck zu verleihen. Eine der wesentlichen Botschaften war die folgende: „Schon nach einer Woche hat sich gezeigt, dass die aktuelle Verkehrsführung zu nicht hinnehmbaren Belastungen für die Anwohner und die ansässigen Geschäftsleute führt.”

Die Geschäfte seien nicht in der Lage, den festgestellten Verlust von rund 40 Prozent über mehrere Monate zu verkraften. Die Betreiberin einer Tankstelle in Münsterbusch formulierte es, an die Adresse von Bürgermeister Ferdi Gatzweiler gerichtet, so: „Wenn sie daran nichts ändern, leisten sie aktive Sterbehilfe.”

Änderungen wurden einhellig und vielstimmig gefordert. Sie reichten von der Ausdehnung der Arbeitszeiten für die von den Versorgungsunternehmen beauftragten Baufirmen auf die Abendstunden und den Samstag über die Gewährleistung der beidseitigen Erreichbarkeit der besagten Tankstelle bis hin zur Freigabe der zum Teil durch Baufahrzeuge und Material blockierten Parkflächen. Zudem solle der Büsbacher Markt vorübergehend als Stellfläche für Pkw genutzt und eine Zufahrtsmöglichkeit von der Konrad-Adenauer-Straße aus geschaffen werden.

Kurze Bauabschnitte

Kurze Bauabschnitte würden bei der Anbindung der Gashausanschlüsse im Bereich der Prämienstraße reichen, stellte Klaus Kratz unter Berufung auf die EWV fest und forderte, die „lange Einbahnstraßenregelung” aufzulösen. Dabei sei auch der Einsatz von Ampeln als Alternative zur Vollsperrung in einer Richtung zu prüfen.

Dass die Auswirkungen der Baustelle weit über die eigentlichen Straßenzüge hinausgehen, verdeutlichten ein Sprecher der Grundschule Büsbach wie auch Anwohner von Mühlenrötschen und der Dell. Extremes Verkehrsaufkommen und überhöhte Geschwindigkeit aufgrund des sich verlagernden Durchgangsverkehres wurden hier als die größten Probleme aufgeführt.

Für die beiden letztgenannten Straßen regte der Bürgermeister eine Sperrung jeweils im mittleren Bereich an. Diese Option wie auch weitere Maßnahmen sollen am Donnerstag ab 19 Uhr an einem „Arbeitstisch” im Raum 143 des Rathauses erörtert werden. Vertreten sein werden dort die Verantwortlichen von Stadt, Versorgungträgern und Baufirmen, Mitglieder der Fraktionen sowie Abordnungen der Anwohner und Geschäftsleute. Ferdi Gatzweiler versprach einen „regen und ständigen Informationsaustausch” und „uneingeschränkte Transparenz”, wozu auch ein wöchentliches Treffen an der Baustelle beitragen soll.

Dass die Stadt in vielen Punkten mit den Bürgern auf einer Linie sei, unterstrich Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt: „Zahlreiche Vorschläge waren ohnehin vorgesehen.” Gleichwohl betonte Ferdi Gatzweiler: „Manches gute Argument wird wahrscheinlich an den Gegebenheiten der Praxis scheitern.”
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