Stolberg - Die bissige Jahresendabrechnung: Kabarett im Doppelpack

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Die bissige Jahresendabrechnung: Kabarett im Doppelpack

Von: Dirk Müller
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Das Publikum lacht, aber Lüde
Das Publikum lacht, aber Lüder Wohlenberg (links) bleibt skeptisch, auch wenn Thilo Seibel als „Special Agent der EU” gleich zwei Euro-Rettungsschirme aufspannt. Foto: D. Müller

Stolberg. 2011 sei das Jahr der Krisen, analysierte Thilo Seibel: „Finanzkrise, Griechenlandkrise, persönliche Krisen...” - „Ehec, Frauenfußball-WM, Papstbesuch”, pflichtete sein Kollege Lüder Wohlenberg bei.

Die beiden Kabarettisten waren nach Breinig gekommen, um in der Gaststätte „Zum Rasch” ihre heitere und bisweilen bissige Jahresendabrechnung zu präsentieren.

„Dass wir heute hier sind, ist übrigens entgegen aller Wahrscheinlichkeit, denn wir sind mit der Bahn angereist”, schickte Wohlenberg voraus. Der ausgebildete Mediziner machte seiner Enttäuschung über das Ehec-Virus Luft: „Die Schweinegrippe war ein anderes Kaliber. Ehec war dagegen nur ein kleiner medizinischer Spaß, der schon nach zwei Monaten vorbei war und auch nur deshalb so lange durchgehalten hat, weil die Verantwortlichen gerade Urlaub auf den Salmonellen machten.”

Seibel fügte hinzu, es wäre zudem ein Fehler gewesen, spanischen Gurken die Schuld an Ehec zu geben: „Man hätte es wegen des Synergieeffekts gleich den griechischen Gurken in die Schuhe schieben sollen.” Apropos Akropolis: „Die Griechen erwirtschaften doch nicht mehr als eine Eisbude in der Antarktis”, meinte Wohlenberg. Grund für Seibel, gleich zwei Euro-Rettungsschirme im „Rasch” aufzuspannen.

Der groß gewachsene, gelassene Wohlenberg und der kleine quirlige Seibel harmonierten zur Freude des Publikums sehr gut und ergänzten sich als eingespieltes Team. Sie unterhielten sowohl zusammen als auch wechselweise einzeln die Gäste in der Breiniger Gaststätte mit ihrem Jahresrückblick, der es in sich hatte. Dass das Jahr 2011 nicht viel übrig gelassen habe, verdeutlichte Wohlenberg anhand der FDP, einer Partei, die „es laut Umfragewerten gar nicht mehr gibt”. Schon schlüpfte Seibel in die Rolle eines „FDP-Käuzchens”, das ständig „Steuersenkung! Steuersenkung!” krächzt.

Die „Piraten-Partei”, die ihr Programm ausschließlich aus „Facebook” und „Twitter” beziehe, nahmen die Kabarettisten ebenso aufs Korn wie die CDU. Zum Beispiel den Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder, der „als Erfinder der sinnlosen Aussage” gelte, wie der Begriff „Kauderwelsch” zweifelsfrei belege. Seibel und Wohlenberg klärten unter anderem auf, wie es zu Angela Merkels Meniskusschaden im Sommer gekommen war. „Das passierte nach einer zu gewagten und zu schnellen Drehung: der Energiewende”, erklärte Seibel. Wohlenberg gab zu bedenken, dass Merkel Physikerin sei: „Sie hätte eigentlich längst um die Gefahren der Atomenergie wissen müssen. Entweder hat Merkel das Volk jahrelang belogen, oder man sollte auch ihre Doktorarbeit vielleicht einmal überprüfen.”
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