Stolberg - Die Aufbruchstimmung will geschürt werden

Die Aufbruchstimmung will geschürt werden

Von: Kolja Linden
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Weichen die Blumenbeete bald Gastronomieflächen? Das ist eine von vielen Uberlegungen zum Kaiserplatz, die bei der Bürgerbeteiligung am Entwicklungskonzept für die Innenstadt genannt wurden. Foto: K. Linden

Stolberg. Ein bisschen Aufbruchstimmung sollte schon sein, sonst landen die besten Pläne irgendwann in der Schublade. Dass sich diese Stimmung aber gar nicht so einfach erzeugen lässt, das wurde am Mittwochabend deutlich spürbar, als unter den rund 40 Teilnehmern der Bürgerinfo zum Entwicklungskonzept Talachse Innenstadt die Zweifel am Gelingen noch deutlich stärker waren als eine eventuell aufkommende Euphorie.

Eine Zurückhaltung, die sich wohl auch gerade dadurch erklärt, dass in den vergangenen Jahren immer wieder groß angekündigte Konzepte in eben jener Schublade verschwanden und eine positive Entwicklung zwischen Steinweg und Salmstraße dann doch nicht stattfand.

Und dennoch hat auch der Mittwochabend dazu beigetragen, dass zumindest bei den Verantwortlichen von Stadt und Projektplanung die Zuversicht gestiegen ist, ab dem Jahr 2010 ein integriertes Handlungskonzept zu haben und umzusetzen, mit dem sich die 1,6 Kilometer lange Talachse vom Willy-Brandt-Platz bis zur Mühle langfristig in eine belebte und attraktive City-Meile verwandeln kann.

Denn die Diskussion, die sich im Ratssaal entwickelte und erst zu später Stunde endete, war durchaus konstruktiv. Die Bonner Projektplaner von der Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft DSK und der Planergruppe Heichel, die von der Stadt Stolberg mit der Erstellung des Konzepts beauftragt worden waren, stellten zunächst einmal die Stärken Stolbergs vor, die sie bei vielen Rundgängen erkannt haben wollen.

„Mit ihrer sanierten Altstadt und den Vichtübergängen bietet die Stadt eine hohe Aufenthaltsqualität”, lobte DSK-Regionalleiter Rainer Kalscheuer. Grade die Vicht biete ein wunderbares Potenzial, aber: „Die Stadt wendet sich vom Fluss ab, es gibt kaum offenen Zugang.”

Auch dass es vereinzelt private Investitionen gibt, findet Kalscheuer positiv, ebenso wie den Eindruck, dass die Innenstadt viele aktive Bürger, Vereine und Organisationen habe. Aber: „Die Aufbruchstimmung fehlt. Die Umsetzung dessen, was wir hier diskutieren, gelingt nur, wenn Akzeptanz und Motivation da sind.”

Die ist natürlich schwer zu schüren, wenn man darauf verweisen muss, dass die Umsetzung eines integriertes Handlungskonzeptes nicht Monate, sondern Jahre dauern wird - zumindest bis Ergebnisse spürbar sind. „Die Bürger dürfen nicht gelähmt werden durch die Aussicht auf sehr lange Perspektiven”, sagte deshalb Jürgen Sommer von der Gruppe Heichel.

Nachdem die Planer ihre Leitgedanken zu den sieben Amöben, den sieben Teilbereichen der Talachse (wir berichteten) vorgestellt hatten, hatten die anwesenden Bürger Gelegenheit zu Kritik und zu eigenen Vorschlägen. Von beidem gab es reichlich.

So ist der Glaube, aus dem oberen Steinweg könne ein Quartier mit Kunstläden und Galerien werden, eher gering ausgeprägt. Am Willy-Brandt-Platz fürchten Einzelhändler, dass durch eine veränderte Verkehrsführung der für sie wichtige Kundenverkehr in den Steinweg abgeschreckt werden könnte.

Doch es gab auch Anregungen: So wurde zum Beispiel eine erweiterte Außengastronomie auf dem Kaiserplatz gewünscht und ein offener Zugang - ebenfalls mit Gastronomie - am Bastinsweiher. Die Stadt solle ein aktives Leerstandsmanagement betreiben und alle ordnungspolitischen Möglichkeiten wahrnehmen, am Steinweg und auf der Mühle für ein sauberes Erscheinungsbild zu sorgen.

Weil an der Entwicklung des integrierten Handlungskonzepts für die Innenstadtachse die Bürger mitbeteiligt werden sollen, haben die Lenkungsgruppe bei der Stadt und die beauftragten Planer eine Ideenschmiede ins Leben gerufen, an der sich jeder beteiligen kann.

Online oder per Postkarte kann man seine Ideen zur Stabilisierung der Innenstadt einsenden. Jeder Teilnehmer bekommt als Anreiz zwei Freikarten für eine Stadtführung, die fünf besten Ideen werden obendrein mit 100 Euro prämiert.

Flyer mit Informationen und der Postkarte liegen in allen öffentlichen Gebäuden aus, außerdem in einigen Geschäften in der Innenstadt. Online kann man sich unter http://www.stolberg.de informieren.

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