Die anfängliche Zurückhaltung ist nun abgelegt

Von: heike eisenmenger
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Dr. Barbara-Christina Rebenstorff gegen ist eine von rund 180 Ärzten in der Städteregion, die die Impfung gegen die Schweinegrippe anbieten. Foto: Heike Eisenmenger

Stolberg. Die Patienten „stapeln” sich an diesem Morgen im Wartezimmer von Dr. Barbara-Christina Rebenstorff. Rund 40 Personen warten auf den kleinen Piks, der sie vor der Schweinegrippe schützen soll.

Der Andrang in der Breiniger Praxis spiegelt die aktuelle Lager wider: „Es herrscht ein enormer Ansturm, das Telefon steht nicht mehr still”, berichtet Dr. Verena Bochat vom Gesundheitsamt der Städteregion. Nachdem die Reaktionen auf den bundesweiten Impfaufruf zunächst eher verhalten waren, sei die Stimmung nun gekippt. „Es kommt zu Engpässen, aber es gibt keinen Grund, in Panik zu verfallen”, stellt Bochat klar.

Bei einer bundesweiten Massenimpfung in einer solchen Dimension sei die Logistik das Problem, so Bochat. Die Gesundheitsämter müssen über die Anzahl der bereits Geimpften als auch über die Nachfrage informiert sein, um sich ein Bild von aktuellen Lage machen zu können.

Jeder Arzt, der impfen will, muss sich zunächst beim Gesundheitsamt anmelden. Den Impfstoff bezieht er dann aus einer von insgesamt neun Apotheken in der Umgebung. Diese wiederum erhalten den Impfstoff von einem Zentrallager. „Man muss mindestens zehn Personen zusammen haben, um impfen zu können”, sagt Rebenstorff. Die Aufklärungs über mögliche Risiken und Nebenwirkungen findet darum im Gruppengespräch statt.

Michael Hammer ist einer aus der Runde. Mögliche Nebenwirkungen nimmt der 27-Jährige in Kauf: „Im schlimmsten Fall fühle ich mich ein, zwei Tage schlecht.” Erbost ist Hammer darüber, dass Politiker angeblich einen qualitativ besseren Impfstoff bekämen. Das verneint Dr. Rebenstorff entschieden: „Es gibt Unterschiede in der Zusammensetzung, aber nicht in der Wirkung. Ganz simpel erklärt, kann man das mit Buttermilch verschiedener Geschmacksrichtungen erklären. Die eine schmeckt nach Zitrone, die andere nach Erdbeer, aber Buttermilch ist es in beiden Fällen.”

Seine anfänglich Skepsis überwunden hat Friedel Koch. „Gegen die saisonale Grippe lasse ich mich gleich auch impfen.” Auch Egidius Thönnissen setzt auf den Impfschutz: „Zu Beginn war ich verunsichert, aber dann gewann doch die Sorge Oberhand, dass man erkranken könnte und der Impfstoff nicht reicht.”

Gegen eine Impfung entschieden haben sich Monika Schaaf und Renate Achhorner - aus Angst vor möglichen Nebenwirkungen. „Außerdem gehöre ich nicht zur Risikogruppe, da ich gesund bin”, argumentiert die 56-jährige Achhorner. Edgar Lorenz will die ganze Sache noch mal überschlafen: „In meinem Beruf habe ich mit vielen Menschen zu tun, das spricht für eine Impfung, aber eine entgültige Entscheidung habe ich noch nicht gefällt”, sagt der 53-Jährige.
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