Dialog mit der Jugend suchen

Von: Anja Klingbeil und Tom Lammertz
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Ein heißes Gläschen Tee für
Ein heißes Gläschen Tee für den Weihbischof: Karl Borsch (l.) besuchte die Ditib-Moschee und unterhielt sich mit Imam Yüksel Mutlu. Foto: T. Lammertz

Stolberg. Der Zeitplan von Weihbischof Karl Borsch ist straff. Minuziös geplant sind die Termine während seiner zweieinhalbwöchigen Visitation in Stolberg. Und wenn die Stunde doch einmal „überzogen” wird, dann nicht, ohne telefonisch gleich bei allen folgenden Stationen Mitteilung zu machen.

Doch der 52-Jährige will es sich als Gast der Pfarrei St. Lucia nicht nehmen lassen, mit möglichst vielen Menschen, vor allen Dingen aber mit Jugendlichen und jungen Gläubigen ins Gespräch zu kommen. Donnerstag standen auch die türkisch-islamische Ditib-Gemeinde an der Rathausstraße und das Helene-Weber-Haus an der Oststraße auf dem Besuchsprogramm. Am Freitag besucht Borsch zuerst das Bethlehem-Gesundheitszentrum. Dort segnet er neue Räume. Ab 19 Uhr nimmt er in der Herz-Jesu-Kirche in Münsterbusch an einer „Jugend-Vigil” mit Gesängen aus Taizé teil. Anschließend diskutiert er im Pfarrheim mit Jugendlichen.

Simon Evertz vom Organisationsteam ist gespannt, wie sich die Diskussion entwickelt. Bisher ist der 20-Jährige so stark in die Vorbereitungen zur Vigil eingebunden, dass keine Zeit blieb, sich zu überlegen, was er den Kirchenmann fragen möchte.

Planungen seit Januar

Doch er wünscht sich, dass der Weihbischof die Jugendlichen ermutigt, zu ihrem Glauben zu stehen: „Ich hoffe, dass dieser Abend die bereits Aktiven in der Kinder- und Jugendarbeit in unserer Gemeinde motiviert weiterzumachen. Und dass sich durch die Begegnung auch andere Menschen entschließen, aktiv an der Gestaltung des Gemeindelebens mitzuarbeiten.”

Den eigenen Glauben leben und die Kirche vor Ort mitgestalten, anstatt nur Kritik zu äußern: Reney Düppengießer, Leiterin des Jugendliturgiekreises der Pfarre St. Lucia, möchte auch eben das. Schon seit Januar plant das Team um die 38-Jährige für den Besuch des Weihbischofs. Immerhin hat Borsch sich bereiterklärt, die Jugendmesse, die am Sonntag, 5. Februar, in der Kirche St. Josef in Donnerberg stattfindet, zu zelebrieren. „Vertrauen” lautet das Thema des Gottesdienstes. Und das kam aus den Reihen der Jugendlichen selbst. „Das ist heutzutage einfach sehr wichtig, besonders, da es immer schwieriger wird, in unserer Gesellschaft anderen zu vertrauen. Oftmals herrscht doch einfach nur das Misstrauen vor”, sagt Reney Düppengießer.

Zum Gottesdienst, der sich zwar besonders an Jugendliche richtet, sind alle Interessierten eingeladen. Die Messe beginnt um 10.30 Uhr und wird von den Mitgliedern des Liturgiekreises gestaltet. „Ich hoffe, dass der Weihbischof in seiner Predigt den Nerv der Jugendlichen trifft. Nicht unbedingt den Zeitgeist, aber dass die jungen Erwachsenen nachvollziehen können, was er predigt”, sagt Reney Düppengießer.

Bei den Muslimen ist ihm das leicht gelungen: Er betonte, dass es bei seinen Besuchen darum gehe, Kontakte und Freundschaften zu knüpfen - als Fundament eines guten Zusammenlebens. Aber auch darum, die „Kräfte zu suchen und stärken, die gemeinsam zu Frieden und Gerechtigkeit führen”.

Weihbischof Karl Borsch ist bis Mittwoch, 15. Februar, Gast der Pfarre St. Lucia in Stolberg.

Während seiner zweieinhalbwöchigen Visitation in der Kupferstadt besucht er alle Schulen, alle Kindergärten und alle sozialen Einrichtungen.

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