Dialog in Stolberg: Kein Programm, ohne Bürger zu fragen

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
6583310.jpg
Marc Delzepich, Heinz-Gerd Braun, Rita Felden, Axel Wirtz, Jochen Emonds und Hans Bruckschen (v.l.) sind die Kandidaten des CDU-Ortsverbands Gressenich, Mausbach, Vicht, Werth, Schevenhütte, Zweifall. Foto: D. Müller

Stolberg-Vicht. Beim zweiten Bürgerdialog wollte die CDU Stolberg herausfinden, wo die Bürger in Gressenich, Mausbach, Vicht, Werth, Schevenhütte und Zweifall „der Schuh drückt“. Der Vorsitzende des Ortsverbands (OV), Marc Delzepich, begrüßte rund 50 Gäste, die etwa zur Hälfte Parteifreunde sind.

Paul M. Kirch stellte kurz das kommunalpolitische Programm der Partei vor, das, wie der Stadtverbandsvorsitzende Jochen Emonds hervorhob, nicht ohne mit den Bürgern gesprochen zu haben verabschiedet werde. „Das Programm ist nicht fertig, sondern ein Rohentwurf und wird erst nach den Bürgerdialogen vollendet“, führte auch Kirch aus und betonte: „Wir sind an Ihren Meinungen und Vorschlägen ernsthaft interessiert.“ Und von diesen folgten einige, denen sich der Fraktionsvorsitzende und Bürgermeisterkandidat Dr. Tim Grüttemeier stellte.

Wahlplakate: Einen Kritikpunkt aus den Reihen der Versammlung können alle Parteien schon vor der anstehenden Kommunalwahl angehen. Zu viele Wahlplakate besonders in Kreuzungs- und Einmündungsbereichen würden die Sicht nehmen und damit den Straßenverkehr gefährden.

Parksituation: An der Zweifaller Tannenbergstraße seien die Parksituation „katastrophal“ und die Zufahrt für Rettungsfahrzeuge von abgestellten Pkw blockiert.

Straßen: Wann Stolbergs Straßen saniert werden, wollte ein Anwesender wissen. Grüttemeier verwies darauf, dass im städtischen Haushalt 900000 Euro zur Straßensanierung zur Verfügung stehen würden, was „ein Tropfen auf den heißen Stein“ sei. Zugleich mahnte der Bürgermeisterkandidat, dass Sanierungen auch Kostenbeteiligungen der Anwohner zur Folge haben können.

Baustellen: Besser koordiniert werden sollten bauliche Maßnahmen, damit die Kupferstadt nicht irgendwann auf einen „Kollaps“ zusteuere. Außerdem scheine sich auf manchen Baustellen „wochenlang nichts zu tun“. Grüttemeier stimmte zu und nannte den Kreisverkehr Nachtigällchen als Beispiel. Wenn dieser in rund einem Jahr fertiggestellt sei, werde als nächstes die Brücke abgerissen „und Mausbach schon wieder abgeschnitten“ sein. Es müsse in der Stadtverwaltung eine Stelle geben, die nötige bauliche Maßnahmen aufeinander abstimme.

Verwaltung: Wenn er Bürgermeister werde, will Grüttemeier dem eigenen Dezernat „Finanzen“ vorstehen und eine „klassische Verwaltung“ mit Beigeordneten anstelle von Fachbereichsleitern einführen sowie den Beförderungsstau abbauen.

Internet: In den Außenbezirken der Kupferstadt fehle es an Breitbandverbindungen. Grüttemeier zeigte sich der Gefahr bewusst, dass sich deswegen dort keine neuen Unternehmen ansiedeln und bereits ansässige sogar abwandern würden. „Das betrifft nicht nur die Randbezirke. Auch das Gewerbegebiet Camp Astrid verfügt nicht über schnelle Internetzugänge“, sagte der Bürgermeisterkandidat, der betonte, die Breitbandversorgung müsse rasch flächendeckend in Kooperation mit dem Land NRW, das Fördermittel beisteuern könne, und der Telekom sichergestellt werden.

Schule: Die Sanierung der Gressenicher Grundschule sollte komplettiert werden, regte Schulleiterin Hildegard Lüttecke an. Grüttemeier entgegnete, zwar erlaube der Stolberger Haushalt wieder einen Spielraum, und ein „Lichtstrahl am Ende des Tunnels“ sei zu sehen, doch Priorität habe es für die CDU, keine neuen Schulden zu machen. Eine vollständige Sanierung der Schule komme 2014 daher nicht in Betracht und könne erst in den Folgejahren eventuell in die Haushaltsplanung einfließen.

Nach regem wie offen geführtem Bürgerdialog folgten die Wahlen der Kandidaten des Ortsverbands für den Städteregionstag und den Stolberger Stadtrat, bei denen alle Kandidaten einstimmig ermittelt wurden. Für den Städteregionstag schickt der OV den Landtagsabgeordneten Axel Wirtz, der nicht mehr für den Stadtrat kandidiert, ins Rennen, Koppelkandidat ist Jochen Emonds.

Im Wahlkreis Gressenich-Schevenhütte wird Marc Delzepich kandidieren (Koppelkandidat Dirk Janowski). Die Rollen getauscht haben Rita Felden, die jetzt für Mausbach-Werth kandidiert, und ihr Koppelkandidat Adolf Konrads. Kandidat für den Wahlkreis Mausbach ist Hans Bruckschen (Koppelkandidat Günter Schwarz), für Vicht kandidiert Jochen Emonds (Koppelkandidatin Stephanie Frey) und für Zweifall Heinz-Gerd Braun mit Koppelkandidat Gerd Grüttemeier.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert