Stolberg - Deutschland-Premiere: Jenny Gu und Conny Linnhöfer stellen gemeinsam aus

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Deutschland-Premiere: Jenny Gu und Conny Linnhöfer stellen gemeinsam aus

Von: Marie-Luise Otten
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Conny Linnhöfer (Mitte) im Gespräch anlässlich der Vernissage im Kupferhof Rose. Im Hintergrund musiziert Stefan Michalke aus Köln, der gemeinsam mit Christina Corvisier Jazzmusik bot. Foto: M.-L. Otten

Stolberg. „Without words“ („Ohne Worte“) haben Jenny Gu und Conny Linnhöfer ihre Ausstellung im Kupferhof Rose genannt. Die beiden Gründerinnen des Kunstprojektes „Art in Between“ präsentieren ihre Werke in Deutschland zum ersten Mal gemeinsam.

Jenny Gu konnte zur Vernissage am Wochenende wegen eines Ausreiseverbots nicht anwesend sein, und doch war sie allgegenwärtig. In ihrer Serie „Chinese Bonsai“ hat sie sich mit der orientalischen Kultur auseinandergesetzt. Tief verwurzelt im Konfuzianismus („Edel kann der Mensch dann sein, wenn er sich in Harmonie mit dem Weltganzen befindet“) verbindet sie alte und bewährte chinesische Traditionen mit zeitgenössischer Kunst. Mit leichten Acrylfarben und altchinesischer Pinseltechnik verleiht Gu den Bildern eine eigene Tiefe , die Sehnsüchte erweckt. Wichtig ist ihr, wie das Bild auf den Betrachter wirkt. Und da war auf der Vernissage viel von Hoffnung und Schönheit die Rede, aber auch davon, wie der Mensch mit der Natur umgeht.

Jenny Gu, die 1976 in Shanghai geboren wurde, studierte Kunst in Australien, wo sie als unabhängige Kuratorin immer noch tätig ist. 2007 ließ sie sich in Shanghai nieder und gründete 2010 eine eigene Galerie, da ihr der Ausbau der deutsch-chinesischen Kunstbeziehungen am Herzen liegt. Hier traf sie dann auf Malerin Conny Linnhöfer, die „so nebenbei“ als Fremdsprachenlehrerin tätig war.

In Shanghai erhielt Linnhöfer die einmalige Chance, mit zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern zu malen. Diese Erfahrung hat sich in ihren Bildern niedergeschlagen. Sie malt in Acryl mit Sand, Gewürzen und Papier modern und abstrakt. Ihre eindimensionale Sichtweise setzt sie in Kontrast mit Punkten und chinesischer schwarzer Tinte auf Leinwand, auf Metall, auf Holz und auf Papier.

Conny Linnhöfer verwendet ausschließlich Pinsel und Kalligraphie Pinsel. Aus ihrer Chinazeit präsentiert die deutsche Malerin in Stolberg zwölf Werke. Der „Black Stream“ war eine Auftragsarbeit eines Chinesen, der am „Yellow River“ , dem zweitlängsten Fluss Chinas, groß geworden ist. Conny Linnhöfer sollte die Flusslandschaft so darstellen, wie sie auf die Künstlerin wirkte. Und das war wegen des ansässigen Industriegebietes eher bedrückend als schön.

„Yin“ und „Yang“ sind zwei andere Bilder. Sie verkörpern das gegenteilige chinesische Denken. Das Yin kann der chinesischen Philosophie nach ohne das Yang nicht überleben und umgekehrt genauso. Während das Yin für das Weibliche, das Dunkle, das Finstere, das Passive und für die Erde an sich steht, ist es bei dem Yang eher das Männliche, das Helle, das Aktive und der Himmel.

Überhaupt sind es bei Linnhöfer Gegensätze, die zum Ausdruck gebracht werden und unweigerlich zusammengehören. Da gibt es noch Chaos und Harmonie, Weiße Tür und grüner Punkt oder goldene Spuren in einer dunklen Welt.

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