Der zweite RTW ist nun rund um die Uhr eine Pflicht

Von: jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
Rettungswagen
Seit Anfang 2010 stellt in Stolberg das DRK den zweiten Rettungstransportwagen (RTW) – immer dann, wenn die Stolberger Feuerwehr ihn nicht besetzen darf.

Stolberg. Seit Anfang 2010 stellt in Stolberg das DRK den zweiten Rettungstransportwagen (RTW) – immer dann, wenn die Stolberger Feuerwehr ihn nicht besetzen darf: montags bis freitags von 18 bis 8 Uhr sowie an den Wochenenden rückt das DRK im Auftrag der Stadt aus, wenn zusätzlich zum ersten auch ein zweiter RTW benötigt wird.

Dies geschieht – nach einer Ausschreibung – auf Basis des Rettungsdienstbedarfsplans, den die Städteregion in Absprache mit den Krankenkassen aufstellt. Darin wird bisher vorgeschrieben, dass der zweite RTW montags bis freitags für täglich zehn Stunden vorzuhalten ist. Dieses leistet die Feuerwehr. Die darüber hinaus gehende, durch das DRK sichergestellte, Einsatzbereitschaft ist bislang eine freiwillige Leistung der Stadt, die aber durch Einnahmen aus den Rettungsdienstgebühren refinanziert ist.

Zukünftig ist die Dienstbereitschaft von zwei Rettungswagen über jeweils 24 Stunden jedoch eine Pflichtaufgabe der Stadt. Die Städteregion hat den Bedarfsplan angepasst, nachdem stetig ansteigende Einsatzzahlen die Notwendigkeit des zweiten Rettungsmittels bestätigt haben. Diese Notwendigkeit hatte bereits vor zwei Jahren die Stolberger Wehrleitung unterstrichen, die einen steigenden Bedarf prognostiziert hatte.

Die Statistik des städteregionalen Amtes für Rettungswesen bestätigt die Stolberger Einschätzung. Von 1999 mit 2396 Fahrten bis Ende diesen Jahres wird sich die Anzahl der Einsätze nahezu verdoppelt haben: Für die ersten sechs Monate der laufenden Periode registriert die Städteregion bereits 2148 Alarmierungen.

Besonders zum Ende der vergangenen Dekade stieg der Bedarf drastisch an. Dies dokumentierte sich bereits im ersten Jahr, in dem mit dem DRK die komplette Einsatzbereitschaft von zwei Fahrzeugen sichergestellt wurde: 464 Mal rückten die Retter häufiger aus als 2009. Mit 3914 Einsätzen verzeichnet die Statistik für das vergangene Jahr den bisherigen Spitzenwert.

Auf diese Entwicklung hat die Städteregion mit der Novellierung des Bedarfsplans reagiert. Das bedeutet für Stolberg, dass nun der bisherige Personalbedarf angepasst werden muss von 12,27 auf 18,9 Stellen. Dazu gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.

Die Stadt könnte zusätzlich sieben Angestellte oder Beamte für diese Aufgabe einstellen. Dies wäre mit jährlichen Mehrkosten von rund 338.000 bzw. 294.000 Euro verbunden, die allerdings derzeit durch Zahlungen der Krankenkassen gedeckt wären. Sie erstatten rund 50.000 Euro je Stelle.

„Es ist jedoch nicht absehbar, dass diese Gegenfinanzierung für die Zukunft gesichert ist“, gibt Fachbereichsleiter Walter Wahlen zu bedenken, dass sich die Stadt dennoch langfristig an das zusätzliche Personal binden würde. Möglich sind weiterhin Veränderungen bei der Trägerschaft oder dem Umfang des Rettungsdienstes.

Um auf solche Veränderungen reagieren zu können, schlägt die Verwaltung dem am Dienstag tagenden Stadtrat eine europaweite Ausschreibung zur Vergabe der Leistung an eine Hilfsorganisation zum nächstmöglichen Zeitpunkt vor. Dazu wird sich die Politik auch Gedanken über den Umfang der Ausschreibung machen müssen. Sie könnte wie bisher nur die zusätzlichen Einsatzzeiten oder aber den zweiten Rettungswagen komplett vergeben.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert