Der Wald aus Sicht von fast 30 Künstlern: Faszinierende Ausstellung

Von: Dirk Müller
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Die Ausstellung mit vielfältigen Werken von 29 Künstlern zu dem einen gemeinsamen Sujet Wald ist eine gelungene Premiere für die neue themengebundene Ausstellungsreihe. Foto: D. Müller

Stolberg. Inwiefern eine überdimensionale Sardinenbüchse zu dem Thema „Wald“ passt, erschließt sich beim Blick auf den Inhalt, der aufgerollten Dose. Statt Fische in Öl beinhaltet die Büchse Tannenzapfen, Nüsse, Moos und Zweige. Der Titel der Installation aus Stahl und organischem Inhalt lautet „Das Hambacher Erbe“.

Im Skulpturengarten am Hammerberg begegnen den Kunstfreunden zahlreiche weitere „Waldarbeiten“, die mit enormer Vielfalt beeindrucken. Einerseits begründet in fast 30 Kunstschaffenden aus der Region, die sich dem Thema Wald in unterschiedlichen künstlerischen Spielarten nähern.

Die Bandbreite reicht von Malerei und Fotokunst über Plastiken, Graffiti, Assemblagen und Installationen bis hin zu Tanzperformance und poetischen Lesungen. Alle Kunstdisziplinen eint die Bearbeitung des Themas Wald, und so verschieden wie die angewandten Techniken sind, so mannigfaltig sind andererseits auch die Ideen und die Richtungen aus denen die Künstler sich der Thematik annähern, die Positionen, die sie beziehen. Im Atelierhaus von Birgit Engelen bestaunen die Besucher der Kunstausstellung zweidimensionale Werke in vielen Facetten, der Skulpturengarten lockt auch mit der dritten Dimension.

Vögel, ein lebensgroßer Biber, ein Elch und Wildschweine sowie andere Waldbewohner tummeln sich zwischen den Gästen, abstrakten Plastiken und überraschenden Installationen. Neben Stehlen und Skulpturen aus Holz, Keramik oder Stahl hält der Garten weitere Bilder bereit, Sitzgruppen, Pavillon und Zelt schaffen kleine Kunstinseln am Rande der Lichtung am Hammerberg. Installation „wachsen“ aus dem Boden, schweben über den Köpfen der Besucher oder wollen zwischen Pflanzen entdeckt werden. Oder in besagtem Zelt, bei dem sich Frage stellt, ob es die Installation im Inneren lediglich beherbergt oder ein Teil des Gesamtkunstwerks ist.

Eine Holzstehle in abgeklärter Form entpuppt sich als Guckkasten, in dem ein organisches Geflecht an Spinnennetze erinnert, Gemälde und Fotografien greifen Formen und Farben des Waldes ebenso auf wie Stimmungen. Ob mit kritischen Ansätzen oder mit romantischem Blick, naturalistisch oder abstrakt – immer wieder wird deutlich, dass der Wald ein emotionales Thema ist. Und ein Schützenswerter Lebensraum für Pflanzen und Tiere, wie der Infostand des Naturschutzbundes hervorhebt.

Die Ausstellung „Waldarbeiten“ fasziniert die begeisterten Gäste, und damit ist die Premiere eines in der Kupferstadt neuen Kunstkonzeptes mehr als geglückt: 29 Kunstschaffende aus verschiedenen Bereichen präsentieren ihre Arbeiten zu einem einzigen Thema an einem Ort und Wochenende. Skulpturengarten und Atelierhaus erweisen sich dabei als optimaler Ausstellungsort wie auch als in mehrfacher Hinsicht kommunikativer Treffpunkt.

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