Stolberg - Der Stimmung tut die Wärme keinen Abbruch

Radarfallen Bltzen Freisteller

Der Stimmung tut die Wärme keinen Abbruch

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
foto-groß-guckloch
Dekorationsartikel und Handwerkskunst gibt es gleich an mehreren Ständen in und vor der Burg. Die Auswahl für die Besucher ist reichlich. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Schwitzen auf dem Weihnachtsmarkt? Das sollte nicht sein, und deshalb hatten viele Besucher zur Eröffnung der „Kupferstädter Weihnachtstage” angesichts der frühlingshaften Temperaturen ihre (Winter-) Jacken kurzerhand zu Hause gelassen.

Wider Erwarten erwies sich die unzeitgemäße Witterung aber als förderlich für die weihnachtliche Premiere rund um die Burg und auf dem Kaiserplatz. Denn überraschend viele Besucher nutzen am Samstag Gelegenheit, um sich einen Überblick über das festliche Angebot zu verschaffen.

Gäste kamen auch zahlreich von außerhalb - wie beispielsweise die fünfköpfige Familie Hoffmann aus Herzogenrath, die entlang der Stände über das Burggelände schlenderte. „Wir besuchen nacheinander die Weihnachtsmärkte der Region. Weil Stolberg so früh beginnt, machen wir hier den Anfang”, nannten Andreas und Sabine Hoffmann ihre Motivation für den Ausflug in die Kupferstadt.

Ihre Kinder Amelie, Pauline und Jonathan Interessierten sich weniger für die Angebote der zahlreichen Verkaufsstände als vielmehr für das erstmals auf dem oberen Burghof aufgebaute Kettenkarussell. Mit ihm entsprach die Stadt als Veranstalterin dem in der Vergangenheit vielfach geäußerten Wunsch, das Angebot für junge Besucher zu verbessern.

Begonnen hatte die Veranstaltung mit der offiziellen Eröffnung durch den Bürgermeister. „Wir sind in Stolberg auf dem richtigen Weg”, zeigte sich Ferdi Gatzweiler überzeugt, als er gemeinsam mit Organisator Stefan Babic den symbolischen Startschuss gab. Gatzweiler spielte damit auf die gute Kooperation an zwischen der Stadt, die für Burg und Kaiserplatz verantwortlich zeichnet, und der privaten Initiative von Elfi Kuttler und Marita Matousek, die den alten Markt wieder in ein glänzendes Licht gerückt hatten.

Ausstellung in der Burggalerie

Auf großes Interesse stieß auch die in der Burggalerie vom Arbeitskreis Geschichte des Stolberger Heimat- und Geschichtsvereines präsentierte Ausstellung, die ebenfalls am Samstag eröffnet wurde. Dort zeigt Bernd Mertens rund 400 Motive einer in den 50er und 60er Jahren von Karl Ohst und Günter von der Weiden erstellten Sammlung, die unter dem Titel „Stolberg, wie es einst war”, die Veränderungen im Zeitraum von 1955 bis 1977 dokumentiert. Die Schau knüpft an das Jahr 2005 an, als Ansichten von 1880 bis 1945 im Mittelpunkt gestanden hatten. Die von Mertens per Computer nachgearbeiteten Bilder haben eine ausgesprochen gute Qualität. Dass die Bilder für viele Stolberger einen hohen Wiedererkennungswert besitzen, bestätigte auch der 1955 geborene Bürgermeister.

Prall gefüllter Rittersaal

Während in der Galerie Bernd Mertens das Sagen hatte, zog eine Etage tiefer im prall gefüllten Rittersaal Bruder Thomas die Blicke auf sich. Inmitten von liebevoll dekorierten Ständen, die ganze Krippenlandschaften, Weihnachtsgestecke, selbst gefertigte Plüschbären, heimatkundliche Schriften und Puppenkleider feilboten, präsentierte Thomas Mertens futuristisch geprägte 3-D-Animationen, die historische Stolberger Gebäude zum Gegenstand haben. Handwerkliches - wenn auch auf anderer Basis - gab es ebenfalls am Stand von Annette Grösgen. Die Stolberger Künstlerin nutzt Blei und Glas für die Herstellung ihrer Objekte. Eine der Skulpturen wird sie übrigens demnächst für die Eröffnung des „Bleizimmers” im Heimat- und Handwerksmuseum zur Verfügung stellen.

Über mangelnden Besuch konnten sich auch das Museum nicht beklagen. Dort ließ Gerd Bergheim die Drechselbank rotieren, und Dachdecker Francisco Losada fertigte Sterne aus Schiefer an. Nicht so groß war hingegen zum Auftakt die Resonanz auf dem Kaiserplatz. Dort lockt bis zum 20. Dezember täglich ein buntes Angebot aus Verpflegungsständen, Keramik, Gestecken und Duftölen. Zufrieden mit dem Geschäft war allerdings Schausteller Andreas Strerath aus Jüchen. Sein nostalgisch anmutendes Karussell, das mit Fahrzeugen aus den 50er und 60er Jahren bestückt ist, war ständig von Kindern umlagert.

Richtig heimelig wurde die Stimmung am Samstagabend, als die Beleuchtung anging. Und es passte es zur weihnachtlichen Atmosphäre, dass „Nachtwächter” Helmut Schreiber bei Einbruch der Dunkelheit mit einer 20-köpfigen Gruppe aufbrach, um in den Gassen der Altstadt Anekdoten rund um das Leben im 18. und 19. Jahrhundert zu erzählen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert