Stolberg - Der Regen lässt das Pflaster schwimmen

Der Regen lässt das Pflaster schwimmen

Von: Sarah Sillius
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Sichtbare Schäden: Schlaglöc
Sichtbare Schäden: Schlaglöcher wie diese am Brockenberg sind nicht zu übersehen - und tauchen in allen Ortsteilen auf. Die sich lösenden Pflastersteine am Höhenkreuzweg sind hingegen nicht auf den ersten Blick erkennbar, aber umso tückischer. Foto: Heike Eisenmenger

Stolberg. Wer in diesen Tagen ein lautes Klackern hört, der ist vermutlich gerade mit dem Auto, dem Fahrrad oder vielleicht auch einfach zu Fuß unterwegs. Mit Sicherheit befindet er sich aber auf Stolbergs Straßen. Und er wird sich wundern, weshalb es schon wieder enorme Straßenschäden gibt.

Dabei hat Väterchen Frost die Kupferstadt doch seit dem vergangenen harten Winter eigentlich verschont. Das Problem: Ebenso zerstörerisch wie Frost können für Asphalt und Pflastersteine die enormen Regenfälle sein. Das Wasser reißt Löcher auf, kriecht unter Platten, löst Fugen auf - und lässt es klackern.

Das stört Enno und Petra Lohse ganz gewaltig. Das Ehepaar wohnt im Höhenkreuzweg, und bemängelt vor allem die losen Pflastersteine im Teilbereich zwischen den Straßen Auf der Höhe und Brockenberg sowie im Einmündungsbereich Schmitzacker.

„Zu lange missachtet”

Schon vor rund zwei Jahren hat das Ehepaar die Ausbesserungsmaßnahmen am Höhenkreuzweg miterlebt. „Schon damals war es so, dass die Schäden zu lange missachtet wurden”, klagt Petra Lohse, und hofft, dass die Stadt diesmal schneller eingreifen wird.

Ein kurzer Rückblick: Die Sanierung des Pflasters war schon vor dem strengen Winter 2008/2009 von den Anwohnern gefordert worden, die Stadt wartete jedoch ab. Ein teures Wartespiel. 43 Prozent teurer wurde die Pflasterreparatur schließlich, um genau zu sein kostete sie 137.000 Euro. Enno und Petra Lohse befürchten nun, dass sich diese Geschichte wiederholen könnte.

Bernd Kistermann, Leiter des Tiefbauamts, weiß um die erheblichen Straßenschäden. „Dieses Problem gibt es auf Straßen in allen Ortsteilen.” Beispiele gibt es unzählige. Nur eine kleine Auswahl: Die Galmeistraße in Büsbach, die Straße Am Langen Hein in Münsterbusch oder die Vichter Straße, die zurzeit nicht nur durch den Niederschlag, sondern auch durch den Umleitungsverkehr stark belastet wird.

Für Infrastruktur, Nebenanlagen und Gehwege sind im aktuellen Haushalt der Stadt 640.000 Euro veranschlagt. Ein kleines Budget für eine endlose Reihe an erforderlichen Reparaturen. Eine Prioritätenliste, die mit Hilfe des Straßenkatasters erstellt wurde, entscheidet darüber, welche Straßen zunächst an der Reihe sind.

Immer wieder aber gesellen sich Straßen in die „To-do-Liste”, die bislang noch nicht im Sanierungsplan aufgetaucht sind. Die Obere Donnerbergstraße ist solch ein Fall. Und nun spielt auch der Höhenkreuzweg wieder ganz oben mit.

Das Pflaster ist in diesem Bereich auf einen Untergrund gelegt worden, der das Wasser nicht absickern lässt. „So bildet sich bei Niederschlag ein Wasserfilm, die Fugen lösen sich und lassen das Pflaster schwimmen.” Bei der großen Sanierungsmaßnahme vor zwei Jahren seien noch nicht alle Stellen repariert worden, erklärt Kistermann.

Er geht davon aus, dass es sich bei den losgelösten Pflastersteinen nur um jene Bereiche handelt, deren Untergrund noch nicht ausgetauscht wurde. „Hier kann das Wasser nicht ordnungsgemäß abfließen.”

Fatal wäre nun, wenn es sich Väterchen Frost in den nächsten Wochen auf dem Höhenkreuzweg gemütlich machen sollte. Dann wird es nicht nur für die Anwohner ungemütlich, sondern auch für den städtischen Haushalt. Kistermann: „Wir müssen so schnell wie möglich nachbessern, damit wir die Kosten für die Schadensregulierung so gering wie möglich halten.”

Am Freitag sollen die Mitarbeiter des Technischen Bauhofes ausrücken, um den Schaden genau unter die Lupe zu nehmen.
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