Der „Obere Steinweg“ soll schöner werden

Von: Katharina Menne
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Diese Trostlosigkeit soll bald der Vergangenheit angehören: Im Rahmen des Stadtbauprojekts „Talachse Innenstadt“ diskutierte die Stadtverwaltung mit den Anwohnern, wie das „Quartier Steinweg“ aufgewertet werden kann. Foto: K. Menne
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Unter den interessierten Blicken von Stadtplanerin Regina Stottrop (l.) und dem Technischen Beigeordneten Tobias Röhm (r. stehend) stellt ein Anwohner die Ergebnisse der Gruppendiskussionen vor. Foto: K. Menne

Stolberg. Die einst so schöne, historische Geschäftsstraße in der Stolberger Altstadt, der „Obere Steinweg“, ist über die Jahre zu einer Steinwüste geworden. Überall stehen Ladenlokale leer, heruntergekommene Fassaden verunstalten das Gesamtbild und der Autoverkehr verhindert gemütliches Flanieren. Das soll jetzt anders werden.

Auf Einladung der Stadt nahmen rund 40 Anwohner an der Planungswerkstatt „Quartier Steinweg“ teil. Die Werkstatt ist Teil des städtebaulichen Gesamtprojekts „Talachse Innenstadt“. In kleinen Gruppen diskutierten die Teilnehmer die Vorschläge des Stadtplanungsbüros Stottrop aus Köln und brachten eigene kreative Ideen und Anregungen ein.

Einig waren sich alle darin, dass die Straße insgesamt grüner werden und durch mehr Spielflächen, schöne Plätze und Außengastronomie zum Verweilen einladen soll. „Mehr Aufenthaltsqualität und Vernetzung“ lauteten die Stichwörter. Sehr gut aufgenommen wurde deshalb zum Beispiel der Vorschlag der Stadtplaner, dass sich die Bewohner der zur Vicht gelegenen Häuser, die bislang auf einen Garten verzichten müssen, nach dem Vorbild der Stadt Lübeck einen „Vorgarten auf der Straße“ anlegen könnten.

Elisabeth Schwartz, Werkstattteilnehmerin aus der Klatterstraße, hält die Vorschläge des Planungsbüros für insgesamt sehr gelungen, sieht jedoch noch Potenzial darin, das Quartier für Altstadttouristen attraktiver zu machen. „Um die Stadt insgesamt wieder mehr zu beleben, müssten auch dringend die Touristen wieder in den Blick genommen werden und der Steinweg an die Burgroute angeschlossen werden“, sagte sie.

Solche Anregungen und auch die geäußerte Kritik zeigen Tobias Röhm, dem Technischen Beigeordneten der Stadt, dass die Entscheidung richtig war, die Bürgerinnen und Bürger von Anfang an in den Planungsprozess miteinzubeziehen. „Die Menschen, die dort leben, sollen sich wohlfühlen. Sie sind es, die die Veränderungen mittragen müssen“, sagte er. Umso mehr freue es ihn, dass insbesondere der Vorschlag, den Durchgangsverkehr im Steinweg abzuschaffen und mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger zu schaffen, auf breite Zustimmung stieß.

Ebenso herrschte große Einigkeit darüber, dass die Vicht mehr in den Fokus rücken soll. Der Fluss mäandert meist ungesehen vom Willy-Brandt-Platz bis zur Mühle durch die Stadt; versteckt hinter Mauern und Barrieren. Durch eine Auflockerung der Bebauung, neue Brücken und Uferzugänge könnte die Vicht wieder sichtbarer und erlebbarer werden und für mehr Flair sorgen, hieß es.

Die bauliche Auflockerung stieß allerdings nicht bei allen Anwesenden auf Gegenliebe. Ein Bürger gab zu bedenken, dass ausgerechnet die beiden Gebäude, die die Stadt bereits gekauft hat, um sie abzureißen und so die Sicht auf Fluss und Burg freizugeben, aus dem frühen 19. Jahrhundert stammten und daher kunsthistorisch wertvoll seien. Röhm sagte zu, dies zu prüfen.

Als weitere Maßnahme sollen die leerstehenden Ladenlokale in naher Zukunft in attraktiven Wohnraum umgewandelt werden. „Wir konnten im Stadtrat bereits durchsetzen, dass Wohnen im Erdgeschoss ab sofort zulässig ist“, sagte Tobias Röhm. Welche baulichen Veränderungen dies im Einzelnen erfordere, könne jedoch nur in individuellen Beratungsgesprächen geklärt werden. Dazu sowie zu weiteren Maßnahmen und Fördermöglichkeiten stünde das Quartiersbüro jederzeit zur Verfügung.

Die Anregungen aus der Planungswerkstatt fließen nun in den Gesamtentwurf ein und werden Ende August dem Hauptausschuss präsentiert.

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