Der neue Prinz ist in den Startlöchern

Von: Dirk Müller
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Der designierte Stolberg Prinz Edilio Gonzalez (Mitte) sorgte mit den Trompetenbläsern Donnerberg für jecke Stimmung im Saal. Foto: D. Müller
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Die scheidende Tollität Daniel I. (Heinrichs) richtet noch einmal bewegende Worte an das Narrenvolk. Foto: D. Müller

Stolberg-Münsterbusch. Die Insignien der närrischen Macht trägt er noch nicht, doch die designierte Kupferstädter Tollität Edilio Gonzalez hat sich bei der Prinzenvorstellung des Stolberger Karnevalskomitees als absoluter Sympathieträger entpuppt. Dem in Büsbach lebenden „spanischen Jong“ flogen die Herzen der vielen Karnevalisten im Münsterbuscher Jugendheim zu.

Gonzalez punktete dermaßen mit seiner natürlich sympathischen Art, dass ihm niemand im Publikum kleinere Textaussetzer während seiner Rede verübelte. Diese waren wohl der Nervosität der künftigen Tollität geschuldet, die durch die eindrucksvolle Kulisse aus Hunderten von Jecken verstärkt wurde.

Die Quintessenz seiner ersten Ansprache an das Narrenvolk zweifelte auch keiner an, denn Gonzalez hatte sich als munterer Stimmungsmacher erwiesen, sang und klatschte zu den Klängen der Trompetenbläser Donnerberg, spielte Luftgitarre und gab spontane Tanzeinlagen zum Besten. So war es mehr als glaubhaft, als er sagte: „Spanisches Temperament mit rheinischem Frohsinn gepaart, da wird am Spaß nicht gespart.“

Unter tosendem Applaus hieß es dann „Stolberg Alaaf“ und „Spanien Olé“. Ferdi Gatzweiler erwies dem „Prinzen in Lauerstellung“ die Ehre und zeigte sich dabei gekonnt von seiner humorvollen Seite. Bei Komiteepräsident Josef Behlau, den er – schon traditionell – parodierte, entschuldigte der Bürgermeister sich für sein Fernbleiben bei der Prinzenvorstellung im letzten Jahr, als er sich um die Gäste aus Valognes gekümmert habe. „Dafür sind wir aber jetzt hier, obwohl meine Frau Brigitte und ich heute Hochzeitstag feiern“, erklärte Gatzweiler, und Gonzalez stimmte spontan mit dem Publikum „Hoch soll‘n sie leben“ an.

Zuvor war ein wichtiger Bestandteil des bunten Programms, durch das Behlau und sein Vize Michael Bartz moderierten, der letzte Auftritt des scheidenden Prinzen gewesen. „Du warst der Prinz der Herzen, eine hervorragende Tollität, die Stimmung, Spass und Freud‘ in die Säle getragen hat“, begrüßte Behlau Daniel I. (Heinrichs). Begleitet von seinem Hofstaat dankte Daniel I. seinen närrischen Mitstreitern sowie der Prinzengarde der Ersten Großen Karnevalsgesellschaft und wünschte Edilio Gonzalez eine ebenso tolle Session, wie er sie genossen habe. „Ich bin glücklich und werde es mein ganzes Leben lang sein, dass ich diese Erfahrung machen konnte und einmal Prinz unserer wunderschönen Kupferstadt sein durfte“, richtete Daniel unter großem Beifall bewegende Worte an die Gäste im Saal.

Zu seinen Ehren tanzte Vanessa Peters, Marie der KG Erste Stolberger Bürgerwehr, und Behlau und Bartz präsentierten zahlreiche weitere ansprechende Programmpunkte, unter anderem den Mariechentanz von Katrin Joussen der CG Schevenhütte, die nun auch zu den Komitee-Gesellschaften zählt. Die gastgebende KG Mönsterböscher Jonge, die auch die Bewirtung der Gäste übernommen hatte, brachte mit Ann-Kathrin Kinkel, Jana Heinrichs und Michelle Wendland gleich drei Mariechen auf die Bühne, und die KG De Wenkbülle glänzte mit ihrer 33-köpfigen Tanzgarde, die in dieser Session ihr 33-jähriges Bestehen feiert, sowie mit ihrer Marie Rebekka Nellißen.

Als Überraschung für Edilio Gonzalez traten drei spanische Tänzerinnen des „Salwa Orienttanzstudios“ Simmerath auf. Zum dem Publikum, dem alle Darbietungen offensichtlich sehr gut gefiel, zählten nicht nur Karnevalisten, sondern auch Vertreter der Politik, wobei Behlau sich einen scherzhaften Seitenhieb nicht verkniff: „So viele Politiker kann ich hier nur alle fünf Jahre begrüßen, wenn Kommunalwahlen sind.“ Einen der Höhepunkte des rundum gelungenen Abends sagte der Ehrenpräsident des Stolberger Karnevalskomitees Hans-Josef Wellmann an: „Ihr seid die Perlen und das Aushängeschild des Stolberger Karnevals“, beschrieb Wellmann die Komitee-Mariechen Nathalie Schicka (KG Büsbach), Christina Wittland (KG Mölle), Vanessa Strauch (KG Fidele Zunfthäre), Jenny Cryns (KG Teuflische Jecke), Sabrina Kreitz (Erste Große KG), Rebekka Nellißen (KG De Wenkbülle), Michelle Wendland (KG Mönsterböscher Jonge) und Katrin Joussen (CG Schevenhütte), die mit ihrem Tanz das Publikum vollends begeisterten.

Die Stimmung im Saal war auf dem Höhepunkt, sie konnte aber, nachdem Wellmann der Komitee-Mariechen-Trainerin Uschi Wolf gedankt hatte, dennoch gehalten werden – dank der „Halunke“. Mit viel Rhythmus, Temperament und eingängigen Melodie verwandelte die Band, die aufgrund ihrer zehnjährigen Verdienste um den Karneval von Behlau und Bartz mit dem Komitee-Orden bedacht wurde, den Saal in einen Hexenkessel, der noch lange und ausgiebig feierte.

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