Der neue Netto-Markt soll im Herbst 2016 öffnen

Von: Jürgen Lange
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Derzeit rollen in Gressenich die Bagger für den Bau des neuen Kunstrasenplatzes. Im Frühjahr 2016 sollen sie auf der angrenzenden Weide zwischen dem Stadion der SG und der Landesstraße 12 tätig werden. Dort errichtet Investor Egon Schreck für die Discount-Kette Netto einen Markt mit 77 Parkplätzen. Foto: J. Lange
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Nach der Nahversorgung in Mausbach investiert Egon Schreck nun rund zwei Millionen Euro in den Netto-Markt am Gressenicher Ortseingang.

Stolberg-Gressenich. Es ist ein Erfolg der Zusammenarbeit von CDU und SPD in der großen Koalition, dass die Nahversorgung von Gressenich gewahrt wird. Das ist zumindest die politische Botschaft der Vertreter aus Stadtrat und Landtag, als Investor Egon Schreck, Geschäftsführer der ZVM Bau- und Bodenverwertung GmbH, und der Netto-Regionalleiter Expansion, Thomas Laux, das Ansiedlungsprojekt des neuen Discounters am Gressenicher Ortseingang vorstellen.

Während auf dem ehemaligen Tennenplatz am Bovenheck die Arbeiten für den Kunstrasenplatz laufen, fällt ihr Blick auf die benachbarte Weide. Dort entstehen auf 5500 Quadratmeter Fläche der Discounter mit 800 Quadratmeter Verkaufsfläche plus 80 Quadratmeter Bäckerei und Café, 70 Parkplätze sowie zehn bis 15 Arbeitsplätze.

Es bleibt allerdings eine fast zwei Jahre währende Lücke bei der Gressenicher Nahversorgung. Während der Rewe-Markt am Hamicher Weg am Samstag schließt, wird Netto frühestens im Herbst nächsten Jahres eröffnen können. Baubeginn soll im nächsten Frühjahr sein; bis dahin muss Baurecht geschaffen werden. „Wir wollen im Ausschuss für Stadtentwicklung am 5. März die Aufstellung des Bebauungsplanes auf den Weg bringen“, kündigt der Technische Beigeordnete Tobias Röhm an.

Es ist ein ambitionierter Zeitplan für das Projekt. Erst im Herbst begann es an Fahrt aufzunehmen, „als klar war, dass Rewe wirklich schließen wird“, erklärt Bürgermeister Tim Grüttemeier. Schnell wird klar, dass das Ladenlokal in dem ehemaligen Industriebetrieb „für unsere Ansprüche ebenso nicht mehr zeitgemäß ist wie die alte Schule am Markusplatz“, sagt Laux, dessen Unternehmen weiterhin auf Expansion setze.

Ein weiteres Kriterium dabei ist die gut sichtbare Lage an einer Hauptverkehrsachse. Im Schulterschluss machen sich Ratsvertreter der Koalition auf die Suche nach einem Alternativstandort. „Das hätte nicht funktioniert, wenn wir nicht alle an einem Strang gezogen hätten“, sagt Peter Jussen (SPD). Fündig werden Politik, Investor und Pächter bei besagter Weide, die zum größten Teil in städtischem Eigentum ist.

Mit dem Eigentümer des zweiten Flurstücks wird ein Kaufvertrag gezeichnet. An einem Strang ziehen auch die beiden Landtagsabgeordneten. Stefan Kämmerling macht im Ministerium den Weg frei für die Erschließung über die Landesstraße, was der Landesbetrieb ursprünglich nicht genehmigen wollte. „In Düsseldorf hat man ein offenes Ohr für Stolberger Probleme“, sagt der Sozialdemokrat und Axel Wirtz dankt seinem Kollegen ausdrücklich.

Der Christdemokrat erinnert aber auch noch einmal an das Hin und Her bei der Sicherung der Nahversorgung in Gressenich – vor gut 15 Jahren hielt Rewe mit dem Ausbau des Altenheims Einzug in den Ort – und in Mausbach, wo am Ortsausgang mit Aldi und Rewe auch den Ansprüchen des Siedlungsschwerpunktes Rechnung getragen wird, der sich über das Franzosenkreuz hin ausdehnen soll. „Das führte immer wieder zum Murren im jeweils anderen Dorf“, erinnert Wirtz, ebenso wie Dieter Wolf (SPD) deutlich macht, dass beide Fraktionen stets zu ihrem Versprechen gestanden haben, die Nahversorgung für Mausbach und für Gressenich langfristig sichern zu wollen.

Mindestens für die nächsten 15 Jahre – so die Laufzeit des ersten Mietvertrages mit Verlängerungsoptionen – soll dies mit Netto in Gressenich erreicht werden. Dabei hat der Discounter eher konservativ kalkuliert. „Unsere Berechnungen basieren auf den Orten Gressenich, Werth und Schevenhütte“, verrät Laux. Die Kunden erwartet bei der Eröffnung ein aktueller Markt mit Netto typischen Sortiment, das sicherlich auch weitere Kunden anlocken soll.

Dazu zählen sicherlich auch Eltern, Lehrer und Schüler der benachbarten Grundschule, wie Rektorin Hildegard Lüttecke betont, und Besucher des Sportplatzes: „Es ist eine Win-Win-Situation“, sagt auch Wirtz als Vorsitzender der SG Stolberg. Nicht zuletzt deshalb, weil Schule und Sportplatz per Fußweg mit dem Supermarktgelände verbunden werden. „Das führt dann auch zu einer Entlastung des Verkehrs im Bereich des Bovenhecks“, hofft die Schulleiterin. Dort würden die Anwohner durch den Supermarkt-Bau besser vor dem Lärm der Landesstraße abgeschottet, so der Gressenicher.

Bis dahin wird‘s noch etwas dauern. Die Verwaltung macht bereits ihre Hausaufgaben, versichert Röhm. Erste Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange liegen vor. Noch vor den Sommerferien soll die frühzeitige Offenlage und Bürgerbeteiligung, im späten Herbst der Satzungsbeschluss erfolgen. „Dann hoffe ich, dass neben der großen Koalition auch die anderen Fraktionen von dem Projekt überzeugt sind“, zeigt sich Investor Egon Schreck optimistisch.

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