Der Neubau ist fertig, doch der Umzug verzögert sich

Von: Kolja Linden
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Stolberg. Eigentlich wollten sie Mitte März umziehen, spätestens nach dem Osterferien sollte der Neubau der Realschule I auf der Liester bezogen sein. Zumindest von den Lehrern und der Verwaltung der Schule, denn als nächstes sollen die Arbeiten im Altbau weitergehen - damit das geschehen kann, muss jedoch der alte Verwaltungstrakt freigeräumt sein.

„Wir gehen davon aus, dass die Schüler und Lehrer im März hier einziehen können”, hatte Architekt Klaus Kaesler bei einem Ortstermin im vergangenen Dezember noch gesagt. Anwesend waren unter anderem Bürgermeister Ferdi Gatzweiler, der technische Fachbereichsleiter Josef Braun, der Fachbereichsleiter Schule Willi Seyffarth und Hochbauamtsleiter Ulrich Coopmann. Widersprochen hat damals niemand.

Die letzten Ostereier aber sind längst gegessen oder im Müll gelandet, und genau dort liegen auch die ursprünglichen Zeitpläne. Zwar ist der Neubau fertig, doch vom Umzug der Verwaltung kann noch keine Rede sein.

„Ich hätte mir gewünscht, dass wir nach den Osterferien eine deutliche Erleichterung haben”, zeigt sich Schulleiter Ferdinand Küpper-Jacobs enttäuscht. Denn der Schulalltag muss nun bereits seit 19 Monaten auf der Baustelle organisiert werden, seit im September 2008 die Bagger anrückten. Und dieser Alltag sieht so aus, dass Schüler und Lehrer ständig Umwege in Kauf nehmen müssen, um von einem Klassenraum in den nächsten zu gelangen. „Wenn wir wenigstens den Durchgang durch das neue Treppenhaus frei hätten”, sagt der Schulleiter, „dann wäre das schon eine enorme Verbesserung.”

An der Verwaltung läge es nicht, dass sich alles so hinziehe. „Die kümmern sich wirklich gut”, nimmt Küpper-Jacobs die Mitarbeiter der Stadt Stolberg in Schutz. „Aber die Strukturen sind blockierend.”

Es sind die Genehmigungsvorschriften, die der Schulleiter meint. So musste die Schule zuletzt nicht nur zittern, dass der Hauptausschuss schon vor den Haushaltsberatungen Mittel für die Einrichtung der Schule freigibt. Das nächste, worauf die Schule nun wartet, ist die Sanierung der Decken für eine bessere Akustik. Die ist nämlich nachweislich katastrophal, das weiß auch Josef Braun: „Für die Kinder und Lehrer ist das eine Zumutung”, sagt der zuständige Fachbereichsleiter. Die Verwaltung sei auch gewillt, dies zu ändern, aber dafür muss die Politik die Mittel bereitstellen.

256.000 Euro sind für den Einbau von Akustikdecken vorgesehen, die bereits in den noch zu beratenden Haushalt 2010 eingestellt sind. Weil aber aus Gründen, die auch Braun nicht benennen kann, diese Mittelfreigabe nicht auf der Tagesordnung des Hauptausschusses vom 13. April stand, soll nun eine Dringliche Entscheidung dafür sorgen, dass ein zeitiger Einbau erfolgen kann.

Das ist auch aus anderen Gründen wichtig für den Fortschritt der Arbeiten an der Schule, denn von der Frage, ob nun Akustikdecken eingebaut werden oder nicht hängt auch die Energie sparende Deckenbeleuchtung ab, die aus Mitteln des Konjunkturprogramms II finanziert wird. Gesetzlich ist der Schulträger übrigens verpflichtet, Klassenräume so nachzurüsten, dass sie schallgedämpft sind.

Weil die Maßnahmen in den Sommerferien ausgeführt und die dazu erforderlichen Ausschreibungen kurzfristig verschickt werden müssen, sei eine unverzügliche Bereitstellung der Mittel unabdingbar, so Braun. Sollten die Arbeiten dagegen in die Zeit nach den Ferien geschoben werde, würde das den Unterricht erheblich beeinträchtigen - ein Zustand, an den Ferdinand Küpper-Jacobs gar nicht denken möchte.

Dessen größtes Problem ist im Moment der Umzug in die neuen Räume. „Spätestens nach den Sommerferien muss ich die neuen Klassen nutzen können”, sagt der Schulleiter. Die Möbel sind zwar bereits beauftragt, nicht aber die die Installation der Leitungen fürs Internet in den Klassen.

Vollzogen werden müsste der Umzug dann knapp vor den Ferien, denn im Mai ist es völlig unmöglich: Dann sind an der Realschule zentrale Prüfungen.
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