Der nette Mann von nebenan schafft Ordnung

Von: Dirk Müller
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Ist längst nicht nur fürs Aufräumen zuständig: Als Ordnungshelfer ist Roland Suchert auf der Liester Ansprechpartner für alle Bewohner und kümmert sich um Ordnung und Sauberkeit. Foto: D. Müller

Stolberg-Liester. Kaum hat sein Blick den im Schilf verborgenen Unrat erspäht, greift Roland Suchert in eine seiner Jackentaschen und fördert ein Paar Gummihandschuhe zu Tage. Kurzer Hand streift er sie über und schwingt sich flink und entschlossen über das Geländer der kleinen Brücke im Grado-Park auf der Liester.

Vom Rande des Teiches aus befreit der 40-Jährige das stille Gewässer des Naherholungsgebiets von Flaschen, Tetra Paks und anderem Abfall. „Sollte einmal viel Müll in dem Teich sein, rücke ich mit einem gelben Sack und Kescher an, um die Sachen heraus zu fischen”, beschreibt Suchert.

Das ist allerdings eher selten nötig, denn seit zweieinhalb Jahren hält er im Auftrag der Stolberger Stadtverwaltung sein Revier rund um den Grado-Park sauber. Suchert macht in Form einer Nebentätigkeit für den Ordnungs- und Servicedienst durchschnittlich fünfmal täglich seine Runde und sieht auf der Liester nach dem Rechten.

„Wenn irgendwo Scherben liegen, nehme ich Handfeger und Kehrblech mit. Handschuhe und Müllbeutel habe ich eigentlich immer dabei. Die Wege im Grado-Park befreie ich auch von Tannenzapfen und Ästen”, erklärt Suchert mit Blick auf das nahegelegene Seniorenheim.

Spaziergang durchs Gelände

Besonders am Wochenende sei der Park von den Senioren und ihren Besuchern gut frequentiert, und Menschen mit Gehbehinderungen, Rolatoren oder Rollstühlen hätten sonst ihre Probleme, einen Spaziergang durch das Gelände zu unternehmen. Was das Aufkommen von Abfällen angeht, so ist Sucherts Aufgabe nicht nur, den Müll aufzusammeln und zu entsorgen, sondern auch präventiv zu wirken.

Ob Hundehalter, deren Vierbeiner den Grado-Park verunreinigen, oder Jugendliche, die an ihren Treffpunkten Unrat hinterlassen - Suchert spricht sie an. Der Mann, der selbst seit sieben Jahren mit seiner Familie im Eulenweg wohnt, verteilt keine „Knöllchen” oder droht Bußgelder an, sondern setzt auf einen partnerschaftlichen Umgang mit den Menschen in seiner Nachbarschaft.

„Ich mache halt darauf aufmerksam, wenn zum Beispiel Rettungswege von parkenden Autos zugestellt sind. Grundsätzlich spreche ich die Leute immer freundlich an und bin selber gut gelaunt. Das hilft enorm, die meisten Menschen reagieren daraufhin schnell einsichtig”, verrät er das Geheimnis seines Erfolgs.

Gerade mit den Jugendlichen sei der Umgang sehr locker, und man scherze auch des öfteren miteinander. „Den Kids, die vor der Kirche Fußball gespielt haben, habe ich weniger ins Gewissen geredet und ihnen stattdessen Alternativen aufgezeigt, wie die Wiese im hinteren Bereich des Grado-Parks, wo sie bolzen können, ohne zu stören”, erläutert Suchert.

Lösungen für saubere Gegend

Er ist der nette Mann von nebenan und ein bestimmter Vertreter des Ordnungs- und Servicedienstes der Stadt in einer Person, da er das perfekte Mittelmaß aus selbstbewusstem Auftreten und der gemeinschaftlichen Suche nach Lösungen für eine saubere und ordentliche Liester verkörpert. Dabei kommen ihm seine Erfahrungen aus zehnjähriger ehrenamtlicher Tätigkeit im Ordnungsdienst am Tivoli und natürlich aus seinem Hauptberuf zu Gute.

Suchert ist seit 16 Jahren Justizvollzugsbeamter und weiß als solcher, Konflikte zu lösen, bevor sie eskalieren: „Meine Ausbildung umfasst auch psychologische Komponenten und den Umgang mit Menschen auch aus anderen Kulturen. Wenn ich beispielsweise eine größere Gruppe Jugendlicher anspreche, habe ich keine Angst, trete aber auch nicht wie ein General auf, der Befehle erteilt.”
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