Der lange Weg zurück in die Arbeitswelt

Von: Robert Flader
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Zufrieden mit der Entwicklung in der Velau: Stadtteilmanager Dr. Wolfgang Joußen und Fachbereichsleiter Willy Seyffarth. Zurzeit werde fünf Langzeitarbeitslose im Stadtteilbetrieb Foto: R. Flader

Stolberg-Velau. Natürlich geht es auch in der Velau um Beschäftigung. Nicht nur da, aber vielleicht gerade in diesem Stadtteil. Um den ersten Arbeitsmarkt, um genau zu sein. Der ist das erklärte Ziel der Menschen, die über die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Low-tec im Stadtteilbetrieb in der Velau in Lohn und Brot stehen.

Fünf Männer zwischen 30 und knapp über 50 Jahren, vor Beschäftigungsbeginn mindestens zwölf Monate ohne Anstellung, werden aktuell an der Eschweilerstraße durch verschiedene Maßnahmen - wie es korrekt heißt - „qualifiziert”.

„Klar, dass wir die Qualifizierung den einzelnen Maßnahmen anpassen”, sagt Joußen und verweist auf die anstehenden Pläne des Stadtteilbetriebes im Rahmen des Projektes „Soziale Stadt Stolberg-Velau”: Im Rahmen des Förderwettbewerbs „Wohnraum” werden ab September erste Fassadenverbesserungen vorgenommen, „und da greifen wir in erster Linie auf handwerklich begabte Leute zurück”, beschreibt Joußen das von der Arge durchgeführte Auswahlverfahren der Bewerber. „Die Nachfrage ist groß, aber die Bewerber müssen genau zu den Aufgaben passen.”

Über Low-tec sind die fünf Beschäftigten - bis auf einen hat keiner eine abgeschlossene Ausbildung - in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen angestellt, zunächst über zwei Jahre. „Dann überprüft die Arge die weiteren Fördermöglichkeiten”, sagt Low-tec-Geschäftsführer Peter Brendel.

Bei den Personen, die wieder in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden sollen, werde auch darauf geachtet, dass sie eine Beziehung zum Stadtteil haben. Brendel: „Es geht natürlich um lokale Identifikation, das erleichtert die Arbeit.” Zusätzlich werden im Stadtteilbetrieb rund 20 Jugendliche ohne Schulabschluss in den Bereichen Handwerk und Medien auf eine Ausbildung vorbereitet.

Aktuelles Projekt ist die Umgestaltung der Eschweilerstraße, aber auch die Fassadensanierung im Zuge des Förderwettbewerbs „Wohnräume” soll im September starten. Bis dahin werden die Beschäftigten weiter geschult.

Joußen ist zufrieden. „Vielleicht können wir sie später auch übernehmen”, verweist er aber gleichzeitig auf die wirtschaftliche Lage: „Momentan kann man schlecht Prognosen geben.” Brendel: „Aufgrund der jetzigen Arbeitsmarktpolitik ist langfristige Planung einfach nicht zu leisten, die Zeitschiene ist zu eng.” Nicht nur das: Der Träger, in diesem Falle Low-tec, muss einen erheblichen Eigenanteil leisten, die Angestellten auch in Zeiten schlechter Auftragslage in Arbeit halten. „Das Wichtigste ist, dass wir sie sozialversicherungspflichtig beschäftigen”, sagt Brendel.

„Es ist ein erster Schritt, um die Leute, die schon länger ohne Arbeit sind, zu reintegrieren”, erklärt Stadtteilmanager Dr. Wolfgang Joußen.

Doch von düsteren Zukunftsprognosen will man sich in der Velau nicht entmutigen lassen, zunächst gehe es darum, den Stadtteilbetrieb, der erst vor rund neun Monaten eröffnet wurde, in der Kupferstadt zu etablieren.

„Wir wollen eine gewisse Nachhaltigkeit schaffen, so dass in Zukunft mehr Leute über diesen Weg in den ersten Arbeitsmarkt zurückfinden”, sagt Fachbereichsleiter Willi Seyffarth und blickt auf positive Erfahrungen mit Low-tec im Zuge der Sanierung der Ufermauer der Vicht und des Zinkhütter Hofs zurück.

„Und in unserer Nachbarstadt hat sich das Projekt längst etabliert”, ergänzt er mit Blick auf Eschweiler. Der Fachbereichsleiter verweist darauf, dass das gesamte Projekt „Soziale Stadt Velau” trotz der dramatischen Haushaltslage nicht abgespeckt werde. „Die Priorität bleibt hoch.”

Um langfristig zu planen, denken die Verantwortlichen an eine Fortsetzung des aktuellen Projektes. „Vielleicht können wir schon Ende 2010 mit der zweiten Runde Wohnräume starten”, sagt Wolfgang Joußen. „Ansonsten spätestens 2011”, hofft der Stadtteilmanager, dass der Weg zurück in den ersten Arbeitsmarkt für die Beschäftigten des Stadtteilbetriebs kein allzu langer wird.
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