Der Klosterhund: Hermann gibt ein Gefühl von Sicherheit

Von: Johannes Mohren
Letzte Aktualisierung:
„Eher Wach- als Schoßhund”,
„Eher Wach- als Schoßhund”, sagt Schwester Katharina über Hermann, mit dem sie sich blind versteht. Bei den Karmeliterinnen in Zweifall haben „Klosterhunde” eine lange Tradition. Foto: J. Mohren

Stolberg-Zweifall. Er wurde schon so manches Mal abgelichtet, eine große überregionale Monatszeitschrift widmete ihm in der Berichterstattung über das Karmel-Kloster einige Zeilen an exponierter Stelle und auch in so mancher Tageszeitung war von ihm zu lesen: von Hund Hermann.

Gemeinsam mit den beiden Ordensschwestern Katharina und Maria Regina bewohnt der stürmische Hovawart-Mischling das Zweifaller Kloster - und nimmt als offizieller „Klosterhund” eine Stellung ein, die in dieser Form in den Klöstern landein landaus äußerst selten vergeben wird.

Ganz anders jedoch in Zweifall: „Seit das Kloster steht, gibt es hier immer Klosterhunde”, weiß Schwester Katharina zu berichten. Hermann hat diese traditionsreiche Rolle vor gut zwei Jahren übernommen.

„Hermann ist für uns eher Wach- als Schoßhund”, erzählt die 47-jährige Schwester. Im völlig einsam am Waldrand gelegenen Kloster verschafft er den beiden Bewohnerinnen ein beruhigendes Gefühl von Sicherheit. „Mit ihm an unserer Seite fühlen wir uns wohl”, betont Schwester Katharina.

Viel zu erzählen weiß die Schwester, wenn man sie nach „ihrem” Hermann fragt. So auch vom ersten gemeinsamen Tag, als die Schwestern gleich zu Beginn einen Moment lang ernsthaft an Hermanns Eignung als Schutzhund zweifeln mussten.

„Die erste Begegnung, direkt nachdem er zu uns kam, hatte er mit einer muhenden Kuh und ihrem Kälbchen, die auf unserem Gelände grasten”, berichtet die Schwester, die seit acht Jahren im Zweifaller Kloster lebt, und muss bei der Erinnerung schmunzeln. „Hermann hat sich sofort hinter meinem Rücken versteckt und hat sich fast das Herz aus dem Leib gezittert.” Aber nur, um wenig später doch „seinen Mann zu stehen”: „Dem brüllenden Bullen ist er dann ohne Zögern mutig und entschieden entgegengetreten und die beiden haben sich beschnuppert”, denkt sie an ihren ersten Klostertag mit dem Hovawart-Mischling zurück.

Ein Rückblick, den Schwester Katharina ganz offensichtlich genießt, denn diese Stunden waren der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen dem schwarzen, wuscheligen Hermann und den Ordensschwestern. Frei darf sich der Hund auf dem Klostergelände bewegen und ist auch im Gebäude willkommen. „Er weiß sich wirklich zu benehmen, da ist er absolut vorbildlich”, strahlt die Schwester. Hermann und sie verstehen sich blind. Kaum ist ihr Ruf über das große Klostergelände gehallt, springt der regennasse Hermann durch ein Fenster in seinen Raum. Hundefotos schmücken hier die Wände.

Raus aus dem Tierheim

Ein Glückstag war es aus heutiger Sicht für alle, als die beiden Karmeliterinnen den damals fünf Jahre alten Hermann aus einem Dürener Tierheim ins Zweifaller Karmel-Kloster holten. „Er hat wirklich noch nie etwas ausgefressen, hat uns noch nie Kummer bereitet”, erzählt Schwester Katharina.

Hermann ist nicht der erste Hund, den sie in ihrer Zeit im Kloster erlebt. Denn „Klosterhunde” gibt es in Zweifall seit eh und je, der Hovawart-Mischling kann auf viele Vorgänger zurückblicken. „Alles begann mit zwei Schäferhunden. Polizeidiensthunden, die die Schwestern zu ihrem Schutz gestellt bekamen”, berichtet Schwester Katharina.

Über fünfzig Jahre ist das inzwischen her - seitdem hat immer mindestens ein Hund im Kloster gelebt. „Oftmals waren es sogar mehr”, betont sie. Besonders in Erinnerung geblieben ist das Schicksal des ausgesetzten Pudels Bastel, obwohl inzwischen viele Jahre vergangen sind. „Schwestern haben ihn im Wald gefunden, man hatte ihn ausgesetzt”, erzählt sie. Von da an lebte Bastel im Kloster, als einer von damals drei Hunden.

An drei Hunde ist momentan bei nur zwei Schwestern nicht zu denken, aber ohne Hund zu leben, kann sich Schwester Katharina auch nicht vorstellen. „Hermann ist perfekt. Er ist unser großer, schwarzer Beschützer nach außen und für uns ein schmusiger und lieber Freund”, sagt sie. Eine wahre Liebeserklärung an den „Klosterhund”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert