Der Kaiserplatz im Wandel der Geschichte

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Alte Bäume und das restaurierte Gründerzeitgebäude mit der Rathausapotheke bieten einen vertrauten Anblick. Foto: Toni Dörflinger
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Recht jung mit 32 Jahren ist das historische Vergleichsfoto in dieser Woche: Es zeigt die nördliche Seite des Kaiserplatzes mit der Eckbebauung an der Rathausstraße im Jahr 1985. Foto: Stadtarchiv Stolberg

Stolberg. Der Kaiserplatz war über Jahrzehnte ein Parkplatz. Asphaltiert mit Teerdecke, Brunnen und Rabatten nur noch klägliches Beiwerk einer banalen Abstellfläche am Rande einer Durchgangsstraße, wie die Ampel im Bild demonstriert.

Die lindgrün gestrichen Laternen waren zeitgenössisch modern, doch in jeder einfachen Wohnstraße zu finden. Dem Kaiserplatz als ganz besonderem Bauensemble aber völlig unangemessen. Seit seiner Schaffung 1891 wandelte sich sein Bild mit jeder Generation.

Ein ursprünglich offener Park wuchs zu einem geschlossenen Hain heran, der nach dem 1. Weltkrieg zu einem baumbestandenen Platz umgestaltet wurde. Statt Rabatten umgaben bald Wasserflächen den Kaiser auf seinem Sockel, die Fläche war geprägt von Asche und Kies. Die beherrschenden Fassaden wurden alsbald von den Bäumen beherrscht.

Anfang der 1980er Jahre erkannte man im allgemein positiven Erkennen von Denkmalwerten im ganzen Stadtgebiet, dass auch der Platz nicht länger eine verfallende Teer-Tristesse darstellen sollte. Der Bronze-Kaiser war längst Geschichte, wahrscheinlich von den Nazis für Kriegsgerät eingeschmolzen. Die Begeisterung für historische Architektur und Gestaltungen, die jene Jahre der 80er prägte, führte zum bekannten Platzkonzept.

Historisch anmutend sollte es sein, angefangen vom neuen Brunnen in der Mitte über Wegeachsen, Baumreihen und Laternen. Nie zuvor hatte es so oder so ähnlich ausgesehen. Es war eine neue Gestaltung, die auf dem alten Foto Gestalt annimmt, in historisierenden Formen.

Eine Generation später haben sich wiederum die Anforderungen an einen modernen Innenstadtplatz gewandelt. Die Zeit pseudohistorisierender Elemente ist längst vorbei, es gilt auch hier die immer schon gemeingültige Prämisse, dass neue Gestaltungen angemessen und modern sein sollen. Fürs Verweilen wartet schon ein Holzpodest auf Passanten und die jüngste Generation an modernen Leuchten harren ihrer Bestimmung, die neueste Platzvariante erhellen zu können.

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