Der Islam ist längt mitten unter uns

Von: dö
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Was Religionen auch verbindet, macht Berlin vor: Mit einem gemeinsamen Bet- und Lehrhaus für Christen, Juden und Muslime am Petriplatz setzt die Hauptstadt ein Zeichen. Foto: stock/ Uwe Steinert

Stolberg. Was verbindet Christen und Moslems? Wo liegen die Unterschiede? Glauben Christen und Moslems an den gleichen Gott? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Stolberger Kolpingsfamilie, die als sachkundigen Referenten Dr. Gert Jungbluth von der Bischöflichen Akademie des Bistums Aachen eingeladen hatte.

Um tiefer in die Thematik einzusteigen, verschaffte Jungbluth den Besuchern anfänglich einen Einblick in die Religionsgeschichte des Islams, der im siebten Jahrhundert entstand und sich auf den Religionsstifter Mohammed begründet.

In diesem Zusammenhang betonte der Referent die besondere Bedeutung des Korans, der im Gegensatz zur Bibel nicht interpretiert und ausgelegt werden dürfe.

„Der Koran gilt als das unumstößliche und alleinige Wort Gottes, dem unbedingt Folge zu leisten ist. Der islamischen Überlieferung zu Folge geht der Koran auf eine himmlische Urschrift zurück, die der Erzengel Gabriel dem Propheten zugänglich gemacht hat“, erläuterte Jungbluth, und weiter: „Christen und Moslems haben die gleiche Wurzel. Sie sind Geschwister im Glauben. Auch der Islam begründet sein Fundament auf die Urväter des Alten Testaments.“

Demnach sei die Frage nach dem gleichen Gott schon beantwortet, meinte der Experte: Sie könne mit Ja beantwortet werden.

Im zweiten Teil des Vortrags ging es um die Fragen: Was bedeutet das Wort Islam? Kennt der Islam – ähnlich wie das Christentum – die Trinität Gottes? Die Bedeutung des Wortes Islam komme einer Unterwerfung unter den Willen Gottes gleich, sagte Jungbluth. Aber auch eine Friedensbotschaft sei in dem Wort enthalten. „Schließlich bedeutet Islam auch, dass zwischen Gott, den Menschen und einem selbst ein Friedensbezug hergestellt wird“, so der Experte.

Islam kennt keine Dreifaltigkeit

Auf die Trinität angesprochen, erklärte Jungbluth, dass der Islam eine solche nicht kenne. Dort unterscheide man nicht zwischen Gottvater, Gottsohn und Heiligem Geist. Diese aus dem Christum bekannte Einteilung stehe der Glaubensauffassung des Islams konträr gegenüber und werde mitunter sogar als ein schwerer Verstoß gegen den Glauben angesehen.

Dem Vortrag folgte eine ausgiebige Diskussion und Aussprache. Kritisch wurde von einigen Besuchern angemerkt, dass die Aussagen und Handlungen islamischer Politiker der im Islam enthaltenen Friedensbotschaft nicht standhalten könne. Andere hingegen sprachen sich für einen Dialog und ein verständnisvolles Miteinander aus.

Schließlich wurde von der Mehrheit der Anwesenden das unterstrichen und getragen, was Jungbluth schon im Eingang seines Vortrags erklärt hatte. „Der Islam ist längst in Deutschland angekommen. Er ist mitten unter uns und ein Teil der Gesellschaft geworden. Multikulturell und multireligiös ist zur Wirklichkeit geworden“.

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