Der interkulturelle Austausch der Frauen-Union wird fünf Jahre alt

Von: Tabea Weiss
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Geschichten, Probleme und Scherze machen die Runde bei dem geselligen Austausch, ohne dass kulturelle Unterschiede eine Rolle spielen. Foto: D. Müller; T. Weiss

Stolberg. Ein reichhaltiges Buffet mit leckeren Spezialitäten aus verschieden Ländern und duftender Kaffee stehen bereit. Jeder Besucher trägt etwas zum Mahl bei und keiner kommt mit leeren Händen. „Die Leute bringen sich gerne ein und machen und den anderen eine Freude“, erklärt Simone Thiermann, Mitveranstalterin des Interkulturellen Austauschs, den die Stolberger Frauen-Union seit fünf Jahren anbietet.

Viele der Sitzplätze im Pfarrheim St. Franziskus sind belegt. An einem Tisch bietet Saskia Bläsius Kinderschminken für die kleinsten Teilnehmer des Austauschs an. Die Kinder sind gut gelaunt und gehen offen auf jeden neu eintreffenden Gast zu.

„Die Kleinen freuen sich jedes mal wieder darauf, herzukommen und haben auch schon viele neue Freunde gefunden“, sagt Enise Yüsün. Die 31-Jährige gehört mit ihrer Familie zu den treuen Besuchern, die keins der Treffen missen. Sie habe einen Flyer für die Veranstaltung gesehen, und es gleich beim ersten Treffen großartig gefunden, was für tolle und interessante Gespräche man führen könne. „Seitdem kommen wir regelmäßig, weil wir uns hier sehr wohl fühlen. Man trifft so viele neue und herzliche Leute“, beschreibt sie. Neben Yüsün sitzen Frauen, die ebenfalls oft anwesend sind.

Eine von ihnen ist Nahla Baslamy. Im Gegensatz zu Yüsün, die in der Türkei geboren und in Deutschland aufgewachsen ist, hat Baslamy bis zum 15. Lebensjahr im Irak gelebt. Die mittlerweile 29-Jährige erzählt: „Hier haben wir Enise und ihre Familie erst richtig kennen gelernt. Natürlich sind wir uns vorher schon mal auf der Straße zufällig begegnet, aber jetzt sind wir gute Freunde. Wir sehen uns jetzt auch öfter außerhalb des interkulturellen Austauschs.“

Bei Fragen gäben alle aufgeschlossen Tipps und man könne einander vertrauen, beschreibt Yüsün. „Hier können wir einfach mal abschalten“, fügt sie lächelnd hinzu. „Schön ist das lockere Verhältnis zwischen den unterschiedlichen Nationalitäten. Es gibt keine steifen Gespräche oder gar blödsinnigen Streit. Es ist ein ständiges ,Geben und Nehmen‘. Jeder hilft jedem und alle sind offen für neues“, hebt Thiermann hervor. Mit bis zu 50 Gästen aus Ländern wie Russland, Thailand, Iran, Irak, Türkei und Polen werde der interkulturelle Austausch seinem Anspruch gerecht.

Was nicht immer so war, räumt Edith Nolden ein, die seit 2009 Vorsitzende der Stolberger Frauen-Union ist und vor fünf Jahren den Austausch mitgegründet hat. „Der Anfang war eher zäh, und es gab auch Treffen, bei denen wir tatsächlich alleine hier saßen.“

Trotz längerer Durststrecke habe das Team sich aber nicht entmutigen lassen. Mit Erfolg, denn seit Mitte 2014 halte der Aufwärtstrend an. Dass sich heute trotz des Ramadans mehr als ein Dutzend Erwachsene und ebenso viele Kinder treffen, spricht dafür, dass sich das Durchhalten gelohnt hat: Aus der früher belächelten Idee ist ein beliebtes Zusammentreffen verschiedener Kulturen geworden.

„Und vor allem haben wir unser wichtigstes Ziel erreicht. Wir wollten ein Forum schaffen, in dem sich die Leute gegenseitig kennenlernen“, sagt Nolden. Dies sei das beste Mittel gegen Vorurteile, meint Thiermann, „denn ein echtes Urteil kann nur dann entstehen, wenn man die Menschen kennt“.

Herzliche Begrüßungen, Umarmungen und die freundschaftliche Atmosphäre sprechen für sich. Für Liesel Ganser, Simone Thiermann, Gerlinde und Saskia Bläsius steht fest: „Wir machen mit dem interkulturellen Austausch weiter, es macht uns viel Freunde und wir sind ein eingespieltes Team.“

Nachdem der Austausch mit wachsendem Zuspruch in den größeren Raum des Pfarrheims in der Velau umgezogen ist, sei außerdem genug Kapazität für noch mehr Teilnehmer vorhanden.

„Gerne auch mehr deutschstämmige Gäste“, wünscht sich Thiermann, und Nolden betont, dass bei den Veranstaltungen der Frauen-Union selbstverständlich auch Männer immer willkommen seien.

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