Der gute Ruf der Szene spricht sich weit herum

Von: Heike Eisenmenger
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Fotos, die eine enorme Lebendigkeit versprühen: Die präsentierte Andreas Gabbert in der Finkenbergkirche.

Stolberg. Es fühlt sich gut an, die Baumstämme anzufassen. Die Berührung hat etwas Tröstliches. Was aber nur dann funktioniert, wenn man sich öffnet, sich einlässt auf die „Baumkunst” von Uwe Frings. Er ist einer der Künstler, die mit ungewöhnlichen Exponaten zum Gelingen von „Kunst auf dem Weg” beisteuerten.

Für die Aktion öffneten am Sonntag Kunsthäuser, Ateliers und auch eine Kirche ihre Pforten, um Exponaten unterschiedlicher Machart eine Kulisse zu geben.

An insgesamt zwölf Stationen wurde kreative Schaffenskraft in Szene gesetzt. Die Gabe von Frings ist es, die Schönheit von Baumstämmen herauszuarbeiten, ohne sie grundlegend zu verändern. „Godriod” nennt Uwe Frings diese Kunst. Der gelernte Gärtner schält die Rinde ab und bearbeitet das Holz anschließend mit Öl. Im Kupferhof Alter Markt waren die imposanten Baumstämme ausgestellt. Dort standen die stummen Zeitzeugen zwischen Bänken und Tischen, an denen geschwatzt und gelacht wurde.

Das Triska-Ensemble wanderte mit Geige und Kontrabass zwischen dem Savoy und dem gegenüberliegenden Kupferhof, spielte Zigeunerlieder. Im Kunsthof stellten mehrere Künstler aus: So wie AninA Marita Cujai, die in ihren Bilder Objekte einarbeitet.

Fotos, in denen das pure Leben eingefangen sind und die darum eine intensiv Ausstrahlung haben, stellte der Journalist Andreas Gabbert bei „Kunst auf dem Weg” in der Finkenbergkirche aus. Die großformatigen Schwarz-Weißfotos erzählen vom Leben in seiner Heimat Monschau. Auf einem besonders anrührenden Foto sieht man zwei nackte Füße, die aus einer Wiese hervorragen.

Es sind Bilder ohne große Schnörkel, die gerade deswegen gefallen, weil sie „ehrlich” und unverfälscht rüberkommen. Entstanden sind die Aufnahmen im Rahmen eines Projektes, das die Lieblingsplätze der Monschauer thematisiert. Da ist zum Beispiel das lachende kleine Mädchen, das Gabbert von oben fotografiert hat. Der Gesichtsausdruck des Kindes und die Perspektive ziehen einen förmlich in das Foto hinein, und man muss unwillkürlich lächeln.

Der freischaffende Fotograf und Mitarbeiter unserer Zeitung ist immer ganz nah dran an seinen Motiven, das macht auch das Foto deutlich, das einen Hund mit seinem Besitzer zeigt. Der Vierbeiner hat das Stöckchen im Maul, ist triefend nass. Eine Szene, die viel Heiterkeit versprüht.

Mit ins Boot geholt hat der freischaffende Fotograf zwei befreundete Musiker: Gero Körner an der Orgel und dem Gitarristen Joep van Leuwen untermalten mit modernen Stücken die Fotoausstellung in der evangelischen Kirche.

„Kunst auf dem Weg” wäre ohne das Atelier von Birgit Engelen am Hammerberg nicht vorstellbar. Haus und Garten sind ein Ort, wo man so viel Kunst findet, wie es in der Dichte und Schönheit selten in Stolberg ist.

Auch wenn der Matthias Peters nicht mehr lebt, bereitet er mit seiner Kunst immer noch Freude. Seinen metallenen „Mühle-Tisch” bestaunten Maria Delhey-Hodiamont und Freunde. „Stolberg ist einzigartig, was die Atmosphäre in der Kunstszene betrifft. Das ist einfach wunderbar”, sagte die Witwe des bekannten Künstlers Peter P.J. Hodiamont. Der gute Ruf Stolbergs reicht bis nach Bonn. Von dort aus hat sich Ulrich Wienecke aufgemacht, um „Kunst auf den Weg” zu erleben.

Das gesprochene Wort als Kunstform: Auch das wurde im Garten von Birgit Engelen geboten. Mit Auszügen aus Gedichten und eigenen (Kurz)geschichten unterhielten Sebastian Ybbs, Bruno Bings und Uli Wollgarten. Ybbs stellte zudem seine Holzkunst aus.

Viel bewundert wurden auch die Arbeiten im Gartenzelt. Kalligraph Thomas Hoyer, Textildesignerin Susanne Hinz und Goldschmiedemeister Georg Comuth haben gemeinsam ungewöhnliche Schmuckarbeiten gefertigt. „Wir haben Leinen mit Gold zusammen durch die Presse gewalkt. Dabei hat das Gold hat die Struktur des Stoffes angenommen; jedes ist ein Unikat”, erklärte Comuth.
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