Der Gnadenhof erleichtert den Lebensabend

Von: Dirk Müller
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Nicole Kuhn, Vorsitzende des Tierschutzvereins Kreis Aachen, mit ihrem Freund Amigo. Foto: D. Müller

Stolberg-Atsch. Neugierig streckt Joe seinen Kopf über den Zaun, um die Besucher zu begutachten. Sein Blick, der eher freundlich als skeptisch ist, zeigt, dass der 23-jährige Esel auch Fremden gegenüber aufgeschlossen ist.

Nebenan nimmt Shetlandpony Paula gerade eine Mahlzeit ein und lässt sich dabei nicht von den Gästen stören, da sie sich im Moment ganz auf das Wesentliche konzentriert: ihr Futter. Die Schafe Emely, Nabu, Bärchen, Snake und der erst drei Monate alte, schwarzweiße Shawn beobachten die Szenerie in ihrer typischen Art und Weise - äußerst gelassen.

Es ist das Sommerfest des Tierschutzvereins Kreis Aachen, das viele Besucher auf den Gnadenhof in der Spinnereistraße in der Atsch gelockt hat. Diese bestaunen nun die Tiere und umgekehrt.

Bereits seit 13 Jahren sorgen die Herbergseltern Gitta und Willi Gleis und bis zu acht weitere ehrenamtliche Helfer des Vereins liebevoll für ihre tierischen Schützlinge. „Die Tiere sind allesamt Notfälle, die niemand mehr gebrauchen konnte und um die sich keiner mehr gekümmert hat. Hier auf dem Gnadenhof verbringen sie ihren Lebensabend bis zu ihrem natürlichen Ableben”, erklärt Nicole Kuhn, Vorsitzende des Tierschutzvereins Kreis Aachen.

Hohe finanzielle Belastung

So überschauen Menschen oft nicht die finanzielle Belastung der Tierhaltung. Zum Beispiel werden Pferde, die nicht mehr reitbar sind, unwirtschaftlich, da sie weiterhin Kosten verursachen. Die Tierschützerin appelliert eindringlich an alle, die Tiere - aus welchen Gründen auch immer - nicht mehr artgerecht halten können oder wollen, sich an den Tierschutzverein zu wenden. Zwar könne der Verein nicht alle Tiere aufnehmen, stehe aber Mensch und Tier engagiert mit Rat und Tat zur Seite, um die Verwahrlosung oder gar das Aussetzen von Tieren zu verhindern.

Auf dem Gnadenhof jedenfalls fühlen die Tiere sich wohl, wie man auch den Großpferden Baska und Gitano, den Hängebauchschweinen Mini und Leines, den Shetlandponys Amigo und Kronprinz oder der Katze Momo deutlich anmerken kann. Katze Shebby allerdings hat ein zwischentierliches Problem mit Momo und ist daher unglücklich. Die zutrauliche Schmusekatze sucht dringend ein zu Hause ohne Katzen-Kollegen. Das zehnjährige Tier braucht unbedingt eine Katzenklappe in einem ruhigen Haushalt. Mit einem Hund könnte Shebby sich durchaus arrangieren.

Mit Krümel, Kitty und Katerchen müssen zwei weitere Katzen und ein Kater bis zum 10. September akut vermittelt werden, da sie sonst heimatlos sind. Doch Tieren ein zu Hause zu geben ist nicht die einzige Möglichkeit zu helfen. Der Tierschutzverein sucht immer so genannte private Pflegestationen, also Haushalte, die meist Katzen, Hunde und Kleintiere bis zur Endvermittlung vorübergehend aufnehmen.

„Ihr Herz investieren”

Während des Aufenthalts übernimmt der Verein die Kosten für Futter, Tierarzt, Streu und so weiter. „Die Menschen müssen lediglich ihr Herz investieren, Zeit für die Tiere haben und sie artgerecht halten”, beschreibt Kuhn.

Auch Spenden sind dem Tierschutzverein immer willkommen, wobei Sachspenden allerdings schwierig seien, wie die Vorsitzende erläutert: „Insbesondere alte und kranke Tiere erhalten spezielles Futter, daher sind Gutscheine vom Futtermittelhandel als Sachspenden optimal.” Außerdem bestehe die Möglichkeit, die Patenschaft für ein Tier auf dem Gnadenhof zu übernehmen. „Das muss nicht teuer sein. Auch fünf Euro im Monat sind ein wichtiger Beitrag für die Pflege eines Tiers. Es gilt die Devise: Jeder Euro hilft den Tieren.”

Hilfe für Tiere als Pate oder Spender

Wer ein Tier aufnehmen, Pate oder Pflegestation werden oder Sachspenden abgeben möchte, kann sich an Nicole Kuhn unter der Telefonnummer 0176/48262230 wenden.

Geldspenden an den Tierschutzverein bitte auf das Konto Nr. 6908 der Sparkasse Aachen (BLZ: 39050000) oder Konto Nr. 102237102 bei der VR-Bank (BLZ: 39162980).

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