Der Ex-Prinz ist jetzt im Internet-Radio „on air”

Von: Sarah Sillius
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Hier wird Radio gemacht: Michael Bartz (re.) und Sebastian Trojan in ihrem kleinen Studio in der Hostetstraße. Foto: S. Sillius

Stolberg-Büsbach. Auf dem kleinen, versteckten Innenhof in der Hostetstraße würde wohl kaum jemand die Heimat eines Radiosenders vermuten. Und doch, genau hier befindet sich das Studio von Radio Stolberg, einem Internet-Radiosender, der von Michael Bartz ins Leben gerufen wurde.

Vielen mag der 27-Jährige noch als Stolberger Karnevalsprinz bekannt sein. Inzwischen macht er sich in seiner Heimat als Radiomacher einen Namen. „Wer mich kennt, der weiß, dass ich immer für Neues offen bin und dauernd neue Ideen habe”, sagt Bartz, während er in dem kleinen Studio steht, das sich direkt neben seiner Wohnung befindet.

„Die Idee, einen eigenen Radiosender zu gründen, kam mir eines Nachts in den Sinn.” Der Musik stand Bartz als Hobby-DJ immer nah, hat sich bereits vor einigen Jahren ein eigenes kleines Tonstudio in seiner Wohnung eingerichtet. „Das Prinzenlied stammt auch aus dieser Hitschmiede”, scherzt er.

Heute ist er mit Sebastian Trojan im Studio. Die beiden stehen vor dem Mischpult. Gerade läuft das Musikprogramm durch. Die Zwei werfen ein wachsames Auge auf den Monitor. „Eigentlich läuft das von selbst, das Musikprogramm stellen wir meist schon eine Woche vorher ein”, sagt Bartz. „Trotzdem gehört zu einem Internetradio mehr als nur ein Mikro und ein CD-Player, da steckt viel Technik hinter.”

Trojan ist vor allem für die Website zuständig. Er und Thomas Greven gehören neben Bartz zu den drei Hauptakteuren von Radio Stolberg. Hinzu kommen drei Moderatoren, die sich ein eigenes Format bei dem kleinen Sender aufgebaut haben. Da wären Patrick Mertens alias „Elton” mit seiner Rocksendung , Dennis Angermeyer alias „DJ DelaForce” mit den Hörercharts und Michael Bings mit „In the Mix”.

Alle Mitarbeiter haben mit dem Medium Radio bisher noch keine Erfahrung, sondern stammen hauptsächlich aus der DJ-Szene. Sie alle betreiben die Radiotätigkeit als Hobby neben ihrem Beruf - „just for fun” eben.

Das Programm, das nur online zu empfangen ist, läuft 24 Stunden durch, Nachrichten gibt es von acht bis 18 Uhr. „Die werden aber nicht von uns selbst gesprochen, das läuft alles über Nachrichtenagenturen”, erklärt Bartz. Selbst kümmern sich die Hobby-Redakteure zum Beispiel um den Stolberger Veranstaltungskalender. Damit wollen sie sich von anderen regionalen Radiosendern abheben. „Wir machen etwas Spezielles, womit sich die Stolberger identifizieren können”, sagt Bartz. „Das ist eine Nische, in der man hier wirklich etwas bewegen kann.”

Dem 27-Jährigen schwebt die Idee vor, dass sich der Internet-Sender zu einer Art Bürgerradio weiterentwickelt. „Vertreter von Vereinen könnten ins Studio kommen und etwas über ihren Verein erzählen. Es gibt noch einiges in Stolberg, wovon viele nichts wissen. Diese Hintergründe wollen wir ans Licht bringen.”

Schon jetzt können sich die Radiomacher über Anfragen nicht beschweren. Seitdem sie am 1. April „on air” gegangen sind, haben sich die Hörerzahlen auf etwa 100 pro Tag gesteigert.

Vor allem aber gehen Musikwünsche im Postfach des Senders ein. Die werden dann für die Sonntagssendung „Wünsch dir was” gesammelt. „Dabei ist uns auch wichtig, dass wir Radio für Jung und Alt gleichermaßen machen”, betont Bartz. Weil eine ziemlich große Nachfrage an Schlagermusik bestand, wurde kurzerhand die Donnerstagssendung „Ein Herz für Schlager” ins Leben gerufen.

Welche weiteren Sendungen zukünftig ins Programm integriert werden sollen, da ist das Team offen. „Wir suchen noch Nachwuchs für unser Moderatoren- und Reporterteam, eigene Ideen für Formate sind natürlich immer willkommen”, sagt Bartz, bevor er wieder auf den Sendeplan blickt und sich die Tür des kleinen Studios hinter ihm schließt.
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