Der erste Eindruck wird angenehm bestätigt

Von: Dirk Müller
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„SPELL” alias Prof. Dr. Hans
„SPELL” alias Prof. Dr. Hans-Wolfgang Menges (2. v. l.), im fachkundigen Gespräch mit Besuchern der Ausstellung in Zweifall. Foto: D. Müller

Stolberg-Zweifall. Als die neue „Kunstwerkstatt” in Zweifall Ende Juni erstmals ihre Pforten öffnete und einen Einblick in das Schaffen der Künstler Gerda Zuleger-Mertens und SPELL, alias Prof. Dr. Hans-Wolfgang Menges, ermöglichte, war das Interesse der Kunstfreunde sehr groß.

Die faszinierende Schau in dem gemeinsamen Atelier am Frackersberg 24 hatte zahlreiche positive Rückmeldungen zur Folge. Als logische Konsequenz haben die Künstler am Sonntag nun erneut dazu eingeladen, „Kunst statt Werk” in der Zweifaller „Kunstwerkstatt” zu erleben.

Die Fülle und Vielfalt der Kunstwerke, die in mehreren Räumen zu sehen waren, vollständig erfassen wollte, tat gut daran, bereits am frühen Sonntagnachmittag damit zu beginnen. Denn lange konnte man den Blick schweifen lassen und Kunst in vielen Facetten genießen. Etwa die ungewöhnlichen Exponate der „Med-Art”, in denen Menges seine Doppelprofession als Künstler und Chirurg ansprechend ausübt, seine Installationen, bei denen Joseph Beuys und die Medizin, Leben und Tod mit Gesellschaftskritik wie Ästhetik gleichermaßen zusammenfinden. Zahlreiche neue Bilder und Objekte waren zudem zu bestaunen, darunter die Installation „Kruzifix-Baukasten”, die Kunst und Kabarett verbindet - sie ist unterschrieben mit „zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren Psychiater, Sozialarbeiter oder Pastor”.

Die Kritik an Missständen der Gesellschaft und das künstlerische Plädoyer für das Menschliche und die Menschlichkeit ist der gemeinsame Nenner von Menges und Zuleger-Mertens, die Schnittstelle zweier eigenständiger, unterschiedlicher Künstler. Collagierte Röntgenbilder von Menges treffen in Zweifall auf die teils sphärische Malerei von Zuleger-Mertens. Ihre Bilder beeindrucken durch den mit formidabler Farbgebung erreichten Ausdruck. Ob Zeichnungen, Fotocollagen oder Malerei - Zuleger-Mertens beherrscht es, Atmosphäre und Stimmungen zu erzeugen, ihre abstrakt bis gegenständliche Werke erreichen stets das Innere des Betrachters.

Für die vielen Besucher des zweiten Tags der offenen Tür am Frackersberg war das Fazit eindeutig: Der neue Kunststandort in Zweifall bereichert die Kupferstädter Kunstszene und ist durchaus geeignet, auch die „Art Tour de Stolberg” aufzuwerten.

Menges und Zuleger-Mertens haben die Teilnahme an der nächsten Kunstausfahrt bereits fest in ihrem Jahreskalender eingeplant und wollen sich auch anderweitig mit der Stolberger Kunstszene vernetzen. So stellt Zuleger-Mertens als eine von mehr als 30 Künstlerinnen und Künstlern am letzten August-Sonntag bei „Kunst auf dem Weg” aus.
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