Stolberg - Der Busverkehr in der Altstadt bereitet weiterhin Sorgen

Der Busverkehr in der Altstadt bereitet weiterhin Sorgen

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
14751073.jpg
Am Tag der Entscheidung hängt wieder einmal ein Gelenkbus auf der Burgstraße fest und blockiert den Altstadt-Verkehr. Foto: L. Scheffler

Stolberg. Passender konnte es kaum sein. An dem Tag, an dem der Verkehrsausschuss über die Durchsetzung des Durchfahrtsverbots auf der Altstadtachse per Ampel mit Kennzeichenerkennung und Blitzer entscheidet, fährt sich wieder einmal ein Gelenkbus auf der Burgstraße fest.

An einem abgestellten Auto ist kein Durchkommen. 20 Minuten ist der Verkehr blockiert. „Solche Situationen sind eine Gefahr für alle Anwohner“, warnen Einwohner in der Fragestunde der Sitzung. Nicht einmal die Feuerwehr hätte eine Chance auf ein Durchkommen gehabt.

„Es war ein Schulbus, der keine Haltestelle auf dieser Achse hat und somit einfach gegen das Durchfahrtsverbot verstößt“, sagt Lutz Scheffler. „Der Bus benutzt die Burgstraße als Abkürzung“.

Nicht zufrieden geben sich die sechs anwesenden Anwohner der Burgstraße mit der Antwort der Verwaltung, die mit der Aseag über den Einsatz kleinerer Bustypen im Linienverkehr verhandelt. „Sie prüft, ab anstelle der Standard- die kleineren Midi-Busse eingesetzt werden können“, berichtet Tobias Röhm.

Das Problem dabei könne sein, dass die durch die Burgstraße fahrende Linie 72 später als eine andere Linie eine andere Route fahre. „Sieben Fahrten am Tag sind davon betroffen“, so Röhm weiter. Gelenkbusse würden zudem „zu drei Zeiten an Ausnahmetagen“ eingesetzt. Vor den Sommerferien erwartet die Verwaltung eine Rückmeldung der Aseag.

Einen Hebel, im Schülerspezialverkehr eingesetzte Gelenkbusse aus der Altstadt zu halten, setzte Adolf Konrads an: „Als Stadt bestellen wir den Schülerspezialverkehr“, argumentierte der CDU-Politiker. „Also müsste das Schulverwaltungsamt Einfluss nehmen können auf die dabei eingesetzten Busse.“

Nichts wissen wollte der Beigeordnete derweil in der Sitzung von alternativen Bussystemen für die Stolberger Altstadt, die geprüft werden sollen. Davon war in den Bürgerversammlungen die Rede, wo beispielhaft von der Verwaltungsspitze das Netliner-Angebot in Monschau angeführt wurde.

„Der Busverkehr bleibt das große Problem in der Burgstraße“, resümierten die Anlieger enttäuscht, die zudem weniger von der geplanten Ampel halten und eine nachhaltige Lösung mit Pollern befürworten.

Unterstützung dabei erfuhren die „Burgsträßler“ von der Opposition. „Wir möchten die Poller durchsetzen“, sagt Gabi Halili (Linke), die sich ebenso wie Britta Seidel (Grüne) dem Vorschlag von Rudolf Steltjes (FDP), die ebenfalls Poller favorisieren, anschließt: „Bitte legen sie nach einem Jahr einen Erfahrungsbericht vor“, fordert der Liberale.

Gleichwohl stimmen die Drei gemeinsam mit den Vertretern der großen Koalition der Einführung der Lösung mit einer Ampelstation in Höhe der Vogelsangstraße Nr. 4 zu. Vehement haben zuvor Vertreter der Koalition sich für diese Lösung ausgesprochen. Siegfried Pietz sprach gar von einem „Erfolgsmodell“, das zu „einer gewissen Beruhigung und zur Zufriedenheit der Anwohner“ führe, so der Christdemokrat.

Nach 30 Jahren sei endlich ein Hebel gefunden, die unberechtigte Durchfahrt durch die Altstadt zu unterbinden und gleichzeitig den Anliegern des ganzen Quartiers eine ungehinderte Passage zu ermöglichen. Dies sei ebenso Ergebnis der Bürgerbeteiligung gewesen, wie die Aufrechterhaltung des Linienbusangebotes.

Diesen Punkt sieht Rolf Engels allerdings etwas differenzierter: „Es ist ein guter Vorschlag, aber nicht die Lösung aller Probleme“, sagt der Sozialdemokrat. „Er kann nur ein Einstieg sein.“ Die Belastung durch den Busverkehr wie Tempoüberschreitungen, die auch bei einer Minimierung des Durchgangsverkehrs der SPD ein Dorn im Auge bleiben.

„Wir werden auch über diese Probleme sprechen müssen, wenn wir erste Erfahrungen mit der Ampel haben“, so Engels weiter. Deren Standort werde akzeptiert, weil es Wendemöglichkeiten gebe. Wie sich Lkw-Fahrer verhalten werden, müsse ebenfalls beobachtet werden. Letztlich sei die Lösung mit der Ampel „ein entscheidender Schritt zur Unterbindung des Durchgangsverkehrs“.

Mit dem einstimmigen Beschluss des Fachausschusses kann die Beschaffung und Montage der Ampeln ausgeschrieben werden. Sie sollen noch in diesem Herbst installiert werden. Die Kosten werden mit 80.000 Euro kalkuliert.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert