Der Brückenschlag über den Bastinsweiher

Von: Jürgen Lange
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Das zukünftige Erscheinungsbild des Bastinsweihers wird langsam erlebbar, nachdem die Brücke am Dienstag geliefert und aus drei Teilen montiert wurde. Die präszisen Arbeiten verliefen reibungslos. Foto: J. Lange
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Rutschsicherer Belag auf einer Stahlkonstruktion: Die 36 Meter lange Brücke über den Bastinsweiher ist aus drei Teilen zusammengefügt. Ihre Stäbe sind in Kupferfarbe pulverbeschichtet. Foto: J. Lange
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Das zukünftige Erscheinungsbild des Bastinsweihers wird langsam erlebbar, nachdem die Brücke am Dienstag geliefert und aus drei Teilen montiert wurde. Die präszisen Arbeiten verliefen reibungslos. Foto: J. Lange
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Das zukünftige Erscheinungsbild des Bastinsweihers wird langsam erlebbar, nachdem die Brücke am Dienstag geliefert und aus drei Teilen montiert wurde. Die präszisen Arbeiten verliefen reibungslos. Foto: J. Lange
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Das zukünftige Erscheinungsbild des Bastinsweihers wird langsam erlebbar, nachdem die Brücke am Dienstag geliefert und aus drei Teilen montiert wurde. Die präszisen Arbeiten verliefen reibungslos. Foto: J. Lange

Stolberg. Selbst für geübte Hobbybastler ist es schwierig, zwei Teile zusammenzufügen, die an fünf Punkten befestigt werden müssen. Allzu schnell sind die beiden Hälften verkantet und der Bastler verzweifelt. Wie viel schwieriger muss es da sein, drei 12 bis 15 Meter lange und gut 15 Tonnen schwere Brückenteile nahtlos zu verknüpfen?

Auf den ersten Blick gelingt das am Bastinsweiher einfacher als in so manch einer Hobbywerkstatt. Das Montageteam der niederländischen Firma Streetlife fügt das 36 Meter lange und zwei Meter breite Meisterwerk aus Stahl fast so einfach zusammen, als würde man aus Lego-Steinen eine Brücke bauen.

Doch der Augenschein trügt. Jahrelange Erfahrung, Lasertechnik und absolut maßgeschneiderte Teile sind der Schlüssel zum Erfolg. Da fügen sich die Brückenschläge etwa im Stadtviertel Cité Taffin in Vieux-Condé (Frankreich) oder in der Hansestadt Havelberg zur Austragung der Bundesgartenschau vor zwei Jahren nahtlos ein zum Aufbau der Brücke über den Bastinsweiher.

Dort warten die Fundamente und Pfeiler schon länger auf das Spezialbauwerk mit beschichtetem Laufweg, in Kupferfarbe pulverbeschichteten Streben und dem Handlauf aus Edelmetall. Dessen Rohre auf beiden Seiten müssen bei der Montage der Elemente ineinander gesteckt werden. Mit drei weiteren Fixpunkten werden die Unterzüge der Brücke mit Fundamenten und Stahlträgern verschraubt. Der Stolberger Brückenschlag ist eine Sternstunde für den Baufortschritt am Bastinsweiher ebenso wie für die Neugestaltung des Quartiers Frankental.

Die Brücke beschreibt den direkten Weg vom Mühlener Bahnhof über den Weiher durch die Grünanlage zum Ritzefeld-Gymnasium. Rein funktional betrachtet wäre sie sicherlich entbehrlich gewesen, denn der Bürgersteig führt nur 2,50 Meter weiter rund um die Wasserfläche herum. Aber städtebaulich gilt der filigrane Steg als eines von mehreren Sahnehäubchen der Neugestaltung des Viertels.

Der an die Industriegeschichte erinnernde Sayette-Garten anstelle der früheren Wiese Frankental, der neue Mühlenspielplatz mit Sandspielinsel, Kletterkugel, Spielsteinen, Wasserrinne und Schaukel, die neue Parkanlage anstelle der nicht mehr attraktiv wirkenden Flora und der Weiher selbst. Er hat zwar an Umfang verloren, aber an Aufenthaltsqualität gewonnen.

Das Wasser ist für Besucher nun erreichbar: mehr zum Gucken und Flanieren auf der Uferpromenade der Rathausstraße; Sitzen, Verweilen und Beine-ins-Wasser-baumeln-Lassen von der Holzterrasse entlang an der Nordseite mit breitem Pflasterband für Außengastronomie oder an der Uferzone mit Feuchtwiese und Wasserzugang an der Ostseite – der neue Bastinsweiher nimmt langsam Gestalt an und lässt sein zukünftiges Flair bereits erahnen.

„Am 13. Mai wollen wir zum ,Tag der Städtebauförderung‘ die Eröffnung feiern“, sagt Renate Geis. Für die Planerin im Amt für Stadtentwicklung wird dieser Samstag ebenso ein Meilenstein sein wie für Werner Lövenich, der beim Tiefbauamt die Bauausführung betreut. Bis gefeiert werden darf, hat Lövenich allerdings noch alle Hände voll zu tun.

Denn erst jetzt nach der Montage der Brücke können die noch ausstehenden Arbeiten am und rund um den Weiher angepackt werden. Vor allen anderen Dingen muss der „Malecon von Stolberg“ komplettiert werden. Die weiße Ufermauer aus Stein fehlt noch im südlichen Bereich des Gewässers, ist aber erforderlich als Kante für die Abschlussgestaltung der umgebenden Uferzone, Wege und Grünanlagen.

„Es kann keiner sagen, dass der Bewuchs reduziert wurde“, sagt Lövenich mit Blick auf die vielen neuen Solitärbäume, Sträucher und Stauden, die bereits während der kalten Monate gesetzt worden sind. Weitere Pflanzen werden noch folgen und sollen sich zu einem homogenen Bild einer Grünanlage zusammenfügen, die zu jeder Jahreszeit einen besonderen Blickfang bietet. Eine breite, lichtdurchflutete Wiese wird von Wegen und sanften Hügeln eingefasst.

Die Landschaftsarchitekten des Kölner Büros Club 94 haben für den Bewuchs echte Hingucker ausgesucht. Etwa die Schmalblättrige Esche Raywood mit einem violetten bis bordeauxfarbigem Herbstlaub sowie Katsurabaum, Eisenholzbaum und Kupfer-Felsenbirne mit ihrer gelb-organge-roten Herbstfärbung setzen Akzente zu einer vielfältigen Unterpflanzung mit zu unterschiedlichen Jahreszeiten blühende Stauden und Kräutern in der Parkanlage mit vier klaren Wegebeziehungen und Holzbänken, die zum Verweilen einladen.

Nicht minder markant ist auf der anderen Seite des Weihers die Bepflanzung der Uferpromenade. 20 Sumpfeichen mit sommergrünem Laub, das im Herbst rötlich bis leuchtend scharlachrot erstrahlt, bilden einen Boulevard zum Flanieren und grenzen gleichzeitig die Anlage zur Rathausstraße hin ab. Fünf Bänke bieten sich dort an, um in Ruhe einen Blick auf den Weiher mit seinem Park zu werfen. Dort ist das Wasser zwar greifbar nah, bleibt aber durch einen Saum von Sumpfpflanzen getrennt. Eine abgeflachte Böschung soll der Sicherheit dienen.

Mit der Montage der Brücke können nun aber auch mit Hochdruck die laufenden Arbeiten an den Straßen vorangebracht werden. Für den 2. März stehen bei Lövenich die Asphaltarbeiten der Straße „Am Bastinsweiher“ auf der Liste. Von Freitag, 3. März, wird bis in den Samstag hinein die Rathausstraße an Frankental komplett gesperrt sein. Zwischen der Stadthalle und der Einmündung Frankentalstraße soll dann die Feinschicht aufgebracht werden.

Derweil ist auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Schlussakkord angestimmt worden. Nach der Erneuerung von Versorgungsleitungen in der Jordanstraße werden aktuell die Randsteine gesetzt, um zuerst den Fahrbahnaufbau herstellen und dann die Deckschicht fahren zu können. Damit können auch dort die Restarbeiten am Sayette-Garten anlaufen, damit alles fristgerecht zur Einweihungsfeier am 13. Mai fertig wird.

Zu diesem Zeitpunkt hat Werner Lövenich bereits das nächste Projekt im Rahmen des Entwicklungskonzeptes Talachse Innenstadt vor der Brust: Am 2. Mai beginnt die Neugestaltung der Rathausstraße am Kaiserplatz. Bis die Arbeiten an der Dammgasse auf der Mühle abgeschlossen werden können, wird der Februar 2019 ins Land gezogen sein. Derweil bereitet Renate Geis bereits den nächsten Streich vor. Für sie ist der Quartiersplatz im oberen Steinweg das aktuelle Thema. Auch die Städtebauplanerin hat darüber hinaus bereits das nächste Stadtviertel vor Augen: Die Umgestaltung des Oberstolberger Marktes soll dem Steinweg auf dem Fuße folgen.

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