Der bange Blick der Landwirte gen Himmel

Von: Jörg Abels
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Die Landwirte an der Rur warte
Die Landwirte an der Rur warten ungeduldig auf besseres Wetter, um die Getreideernte fortsetzen zu können. Derzeit müssen die Mähdrescher in der Scheune bleiben. Foto: Abels

Stolberg/Düren. Ein kraftvolles Hochdruckgebiet - wer wünscht sich das nicht in diesen kühlen und verregneten Sommertagen. Da machen die Landwirte keine Ausnahme.

Der Regen, den sie im April und Mai vermisst haben, fällt jetzt zur Unzeit, auch wenn er den Zuckerrüben vielerorts sichtlich guttut. Denn nach der Wintergerste sind auch Raps und Weizen infolge des heißen Frühjahrs bereits erntereif und müssen so schnell wie möglich gedroschen werden.

„Bleibt es aber weiter so feucht, droht der Weizen aufzukeimen”, erklärt Heinrich Brockerhoff, Ackerbauberater bei der Landwirtschaftskammer in Düren. Qualitätseinbußen wären die Folge. Eine Woche, besser sogar zehn Tage, Sonnenschein am Stück wären jetzt ideal, betont der Experte auch mit Blick auf das derzeit sehr begehrte Stroh.

Verloren aber ist noch nichts. Wenn das Wetter den Landwirten nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht, könnten viele trotz der anhaltenden Frühjahrstrockenheit bei der Getreideernte sogar noch mit einem blauen Auge davonkommen, betont Brockerhoff, auch wenn die Erträge je nach Ackerbeschaffenheit sehr stark variieren; bei der bereits abgeschlossenen Wintergerstenernte zwischen vier Tonnen je Hektar auf sandigen Standorten und zehn Tonnen auf guten Lössböden, berichtet der Ackerbauberater. Erich Gussen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft, spricht von einem Ertragsniveau, das bei der Wintergerste zehn bis 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegt.

Auch beim bislang „überraschend guten Raps” (Gussen) gibt es große regionale Unterschiede. Brockerhoff wurden nach den ersten Erntetagen Erträge zwischen zwei und fünf Tonnen je Hektar gemeldet. Doch auch hier drohen noch Ausfälle. Regen könnte das Schotenplatzen begünstigen, erklärt der Kreisbauernvorsitzende, warum eine abschließende Bewertung noch nicht möglich sei. Erst rund 50 Prozent der angebauten Rapsfläche ist geerntet, vor allem in der Eifel stehen noch die meisten Bestände. Daher warten viele Landwirte landauf landab auf besseres Wetter, damit die Mähdrescher wieder aus der Scheune rollen können.

Im Übrigen weist Erich Gussen noch einmal darauf hin, dass Mähdrescher nur in trockenen Beständen eingesetzt werden können. Daher sehe man morgens so gut wie nie Fahrzeuge auf dem Acker. Grund ist der Morgentau, der sich auf das Getreide legt und oft erst mittags verdunstet ist. Daher bittet er auch um Verständnis, dass die Mähdrescher in trockenen Nächten ohne Tau auch nachts noch rollen und er und seine Kollegen jede trockene Minute nutzen.
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