Der Astronom sah nur Wolken

Von: argo
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Stolberg. Penibel hatten die Sternenschauer sich vorbereitet, aber dann sahen sie statt eines rötlich scheinenden Mondes nur Wolken und Nieselregen.

Am späten Dienstagabend gab es eine Mondfinsternis - eigentlich. Besonders ärgerlich war das für den Stolberger Michael Stammler, der das seltene astronomische Phänomen gemeinsam mit seinen Hobbykollegen von einer Anhöhe bei Venwegen aus betrachten wollte.

Wenn Stammler sich zu einem „Beobachtungstermin” aufmacht, bedeutet das harte Arbeit. „Ich muss bis zu acht Mal zu meinem Auto laufen, bis ich die ganze Ausrüstung verstaut habe”, erzählt er. Zu seinen Utensilien gehört natürlich ein lichtstarkes Teleskop, aber auch ein mächtiges Stativ, Antriebsmotoren, Akkus, Computer, Digitalkamera und noch viel Zubehör mehr.

Der Mond wird rot

Bei einer Mondfinsternis tritt der Mond in den Schatten der Erde ein, er versteckt sich sozusagen hinter der Erde. Im Gegensatz zu einer Sonnenfinsternis verschwindet der Mond aber nicht total im Dunkeln, sondern er verfärbt sich rot. Michael Stammler erklärt: „Die Erde hat eine Atmosphäre, das Licht wird gebrochen und so zum Mond umgeleitet.”

Das physikalische Prinzip ist vergleichbar mit dem eines Sonnenuntergangs, bei dem der Himmel sich ja auch rot färbt. Davon war aber zumindest im Westen Deutschlands nichts zu sehen. In anderen Gegenden hingegen war das Himmelsspektakel gut zu beobachten. Die Bilder davon hat Michael Stammler schon im Internet gesehen, die Hobby-Astronomen sind eine Gemeinde, die einen regen Austausch pflegt.

Hobby und Beruf

Der Stolberger hat sein Hobby auch zu seinem Beruf gemacht. In seinem Haus hat er ein Büro eingerichtet, neben Computer-Dienstleistungen bietet er auch alles an, was Sternenfans so benötigen. Es gibt komplette Teleskope von 200 bis weit über 2000 Euro, Stammler verkauft aber auch Zubehör, Filter, Linsen, Okulare, Schellen oder Stative.

Das nächste Himmelshighlight steht am 8. Juni an, dann gibt es einen Venustransit, wenn die Venus an der Sonne vorbeizieht. Die nächste Mondfinsternis gibt es am frühen Morgen des 28. Oktober, dann hoffentlich bei besserem Wetter.

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