Der alte Kader schafft doch noch den Titel

Von: Jürgen Lange
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Der neue Kunstrasenplatz nebst Kleinspielfeld entsteht vor dem Rasenstadion. Zwischen beide Anlagen wird das neue Vereinsheim gebaut. Um die Zuschüsse für den SV Breinig finanzieren zu können, wird das Umfeld der alten Anlagen als Baugebiet vermarktet. Foto: J. Lange
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Dieter Jollet strahlte am Abend im Stadtrat. Foto: J. Lange

Stolberg. „Toooor!“ Am Montag Portugal, am Dienstag Breinig. Endlich ist es dem Stadtrat gelungen, den Elfmeter zu verwandeln. Gestern Abend. Nach wiederholtem Training mit dem alten Kader, weil die für den 20. Mai terminierte Sitzung wegen Formfehler ausfallen musste. Das Nachsitzen für der politischen Akteure Stadtrat war erfolgreich. Mit breiter Mehrheit, aber natürlich konsequent gegen die Stimmen der FDP gegen die Bauleitplanung, brachte er das Projekt Breinig ins Rollen.

Aufatmen bei Dieter Jollet, quasi als Breiniger „Kaiser“ Vater und Verantwortlicher eines Projektes, das zu Beginn diesen Jahrtausends seine Anfänge (ursprünglich noch inklusive einer Tennisanlage für den TC Breinig) nahm. Aufatmen bei Kindern, Jugendlichen und Senioren des 104 Jahre jungen Spielvereins auf der Ratstribüne. „Ich danke Allen, die dem Projekt immer positiv gegenüber gestanden und es über all die Jahre unterstützt haben“, sagt Jollet und strahlt. „Sie werden heute die Sektkorken knallen lassen“; hat zuvor schon die stellvertretende Bürgermeisterin Hildegard Nießen, die die Sitzungen von Stadtrat und Hauptausschuss leitet, durchblicken lassen, dass der Abend erfreuliche Stunden für den SV Breinig bringt: „Sie werden mit dem Stadtrat zufrieden sein können“.

Zumindest liefert die Politik bei ihrer letzten Sitzung in dieser Legislaturperiode noch einmal eine kleine kontroverse Debatte. Der liberale Fraktionschef Bernd Engelhardt macht Mängel bei der Bauleitplanung aus. Die Zufahrt zum neuen Sportplatz sei nicht ausreichend dimensioniert, die Daten der Verkehrszählung zu alt und damit nicht belastbar. Interessen von Bürgern seien nicht beachtet worden. Und für das Neubaugebiet sei zu viel und zu enge Bebauung vorgesehen worden, als auf die entdeckten Bergbauschäden reagiert wurde – „nur um den Erlös hoch zu halten“, so Engelhardt. Gleichwohl stimmt die FDP für den Zuschuss über 900 000 Euro an die Breiniger, weil sie ja nichts gegen den Spielverein habe und das Geld dort genau richtig investiert sei – dank der von den Liberalen geforderte Einschränkungen beim neuen Vereinsheim.

Angesichts „dieser Scheinheiligkeit“, so Tim Grüttemeier, und „unglaubwürdigen Kehrtwendungen auf abenteuerlichem Zickzackkurs“, so Dieter Wolf, zückten die Sprecher der großen Koalition die gelbe Karte und erklärten, dass Bauleitplanung, Erlöse aus der Neubaugebiet-Vermarktung und der Baukostenzuschuss für die Anlage wie die heilige Dreifaltigkeit untrennbar zusammengehören.

900 000 Euro zweckgebunden

Dazu mussten der Ausschuss für Stadtentwicklung, der Hauptausschuss und der Rat eine Menge von Einzelbeschlüssen fassen: Satzungsbeschluss und die Auswertung der Anregungen zur Bauleitplanung für das Neubaugebiet sowie eine Korrektur für den Bebauungsplan Sportzentrum wurden gegen die FDP beschlossen. Der zweckgebundene Zuschusses über 900 000 Euro fließt einstimmig an den Spielverein, und nicht öffentlich wurden die Verträge zwischen Stadt und Stolberger Bauland GmbH (SBG) zur Erschließung des Baugebietes abgesegnet.

Der nächste wichtige Termin ist nun der 2. Juli. Dann werden Stadt und Stolberger Bauland GmbH – vertreten durch den dann frisch vereidigten Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier und Andreas Pickhardt als Geschäftsführer – vor dem Notar die Übergabe des Neubaugebietes besiegeln. Mitte Juli hoffen Jollet und sein Team mit den Arbeiten vor Ort endlich beginnen zu können, wenn dann die Baugenehmigung vorliegt.

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