Denn Aussitzen ist nicht der richtige Weg

Von: Anja Klingbeil
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Hoffen, dass viele Bürger fri
Hoffen, dass viele Bürger friedlich mitprotestieren: Ferdi Gatzweiler (v.l.), Beatrix Oprée und Markus Stork. Foto: A. Klingbeil

Stolberg. Das Rezept ist einfach: Man nehme 30 Stühle, stelle sie auf dem Vorplatz der Stadthalle auf und lasse 30 Stolberger Platz nehmen. Alle paar Minuten ertönt das Signal der Trillerpfeife, die Menschen stehen auf und halten Plakate hoch.

Darauf stehen etwa Parolen wie „Aussitzen klappt nicht - Ich stehe auf gegen Rechts!” oder „Rumsitzen ist keine Lösung - steht auf gegen Rechts!”. Diese Aktion wird mit Sicherheit ein echter Hingucker.

Friedensfest

Ideengeber dieses Kunst-Happenings ist Markus Stork, Mitglied des Bündnisses gegen Radikalismus. Die engagierten Ehrenamtler rufen in diesem Jahr gleich an mehreren Tagen zum friedlichen Protest gegen die angekündigten Aufmärsche der Neonazis in Stolberg auf. „Wir wissen, dass es viel verlangt ist, an mehreren Tagen auf die Straße zu gehen. Aber wir wollen zeigen, dass die Innenstadt den friedfertigen Bürgern gehört”, sagt Bündnis-Sprecherin Beatrix Oprée. Auch Bürgermeister Ferdi Gatzweiler appelliert eindringlich, „die dumpfen Parolen der Ewiggestrigen nicht unkommentiert” zu lassen. Am Mittwoch, 4. April, geht es bereits um 16 Uhr mit einer Ausstellungseröffnung im Foyer des Rathauses los. Die Ausstellung steht unter dem Thema „Nazi-Terror einst und heute”.

Um 17 Uhr startet der „Stuhl-Gang” gegen braune Parolen auf dem Stadthallen-Vorplatz. Wer Platz nimmt, darf sich eines der vorgedruckten Plakate aussuchen. Samt Sitzgelegenheit zieht der Tross in Richtung Salmstraße.

Auch dort stehen die Bürger wieder auf gegen Rechts. „Wir würden uns freuen, wenn sich auch Geschäftsleute an dieser Aktion beteiligen”, sagt Bürgermeister Ferdi Gatzweiler. Endstation ist auf der Mühle. Dort präsentieren sich verschiedene Gruppen. Die Idee dahinter: Den Bereich Mühle mit Infoständen zu besetzen. Mit dabei sein wird auch die Ditib-Gemeinde. So soll der Mittwochabend mit einem kleinen Friedensfest enden.

Am Karfreitag findet ab 13 Uhr das Gebet der Muslime auf dem Jordansplatz statt. Ab 18 Uhr gibt es einen ökumenischen Kreuzweg durch die Innenstadt. „Gemeinsam auf die Straße für ein nazifreies Stolberg” heißt es am Samstag, 7. April. Ab 12 Uhr gibt es ein buntes Programm auf dem Kaiserplatz mit Musik, Tanz und Unterhaltung „gegen braune Parolen”. Der Demozug setzt sich um 14 Uhr in Richtung Mühle in Bewegung. Die Abschlusskundgebung findet auf dem Jordansplatz statt. Während des Zugs wird das längste Protestbanner der Welt ausgerollt. Bunte Luftballons werden als sichtbare Protest-Zeichen in die Luft steigen und zusätzlich deutlich machen: Stolberg hat keinen Platz für Rassismus.
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