Stolberg - Den meisten Arbeitslosen Stolbergs fehlt eine Ausbildung

Den meisten Arbeitslosen Stolbergs fehlt eine Ausbildung

Von: -jül-
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Stolberg. „Die Zahlen sind keinesfalls so, dass nachvollziehbare Ängste entstehen können“, sagt Astrid Brokmann. Auswirkungen der Flüchtlingswelle auf den Arbeitsmarkt seien kaum zu spüren, unterstreicht die Bereichsleiterin der Agentur für Arbeit bei ihrem Vortrag im Wirtschaftsförderungsausschuss.

Zahlen speziell für Stolberg gibt es zwar nicht, aber in der Städteregion werden rechtskreisübergreifend 3002 arbeitssuchende und 1085 arbeitslose Menschen im Kontext Fluchtmigration betreut. Dabei bedeute arbeitslos die Möglichkeit zu einem direkten Zugang zu einer Arbeitsstelle; Arbeitssuchenden müsse erst noch ein Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglicht werden.

Hierbei betrage in der Städteregion der Anteil von Fluchtmigranten an allen Arbeitssuchenden 7,3 Prozent und an allen Arbeitslosen 4,9 Prozent; ihr Anteil an erwerbsfähigen Leistungsberechtigten liege bei 6,6 Prozent. „Arbeit ist ein wichtiger Baustein für Integration“, so Brokmann weiter, wobei die Flüchtlingsquote der Städteregion „im guten Mittelfeld“ Deutschlands liege. 104 Personen (Januar bis Oktober) seien im Agenturbezirk Aachen-Düren integriert worden; davon 44,2 Prozent mit einer Förderung. „Es gibt überhaupt keine berechtigten Anhaltspunkte für die Behauptung, Flüchtlinge nähmen anderen die Arbeit weg“, so Brokmann weiter. „Es wird auch nicht mehr getan als für andere Klienten.“ Vielmehr sei es so, dass für alle Betroffenen maßgeschneiderte Angebote zur Qualifizierung und Vermittlung vorgehalten würden, betonte die Bereichsleiterin. „Und aus unserer Sicht steht auch ausreichend Geld dafür zur Verfügung.“

Die Arbeitslosigkeit in Stolberg wird aus der Sicht der Bereichsleiterin von einem anderen Phänomen überschattet. „Prägend ist ein hoher Anteil Geringqualifizierter“, unterstrich Brokmann. Mehr als 62 Prozent der Arbeitslosen in Stolberg – also 1635 von insgesamt 2623 Arbeitslosen im November – haben keine abgeschlossene Berufsausbildung: Dabei sind es im SGB-III-Kreis 28,1 Prozent und im Bereich der Grundsicherung gar 71,4 Prozent.

Markant für die Kupferstadt sei zudem die Verteilung der Arbeitslosenquote von aktuell 8,8 Prozent im November: Davon entfallen 1,8 Prozentpunkte auf den Versicherungsbereich, aber 7,0 Prozentpunkte auf den Bereich der Grundsicherung.

In Stolberg verdienen mit einer Beschäftigung im Dienstleistungsbereich mit 7321 die meisten Arbeitstätigen ihre Brötchen; im produzierenden Gewerbe sind es 6343 sowie 46 in der Land- und Forstwirtschaft.

Für eine Ausbildung wurden in diesem im Vergleich zum Vorjahr in Stolberg weniger Stellen gemeldet, aber es blieben auch weniger Ausbildungsstellen unbesetzt. Auf der anderen Seite gab es weniger Bewerber, aber auch weniger unversorgte Interessenten. Dabei zeige sich der Handel wenig ausbildungsbereit, die Branche locke allerdings auch weniger Bewerber an. Zudem sei das Interesse geringer bei Ausbildungen in der Rohstoffgewinnung und Fertigung.

Acht Ausbildungsstellen wurden nicht besetzt – überwiegend im Handel.

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