Den ersten Kaffee gab‘s im Wohnzimmer zu kaufen

Von: Heike Eisenmenger
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Dies sind längst nicht alle Ehrenamtler, die sich um den Weltladen kümmern. Unser Bild zeigt (von links) Helga und Rolf Fries, Marianne Kutsch, Monika Stechel sowie Benno und Monika Hermes. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Donnerberg. Mit dem Verkauf von „Indio Kaffee“ im Wohnzimmer der Familie Kutsch fing alles an. Vor 40 Jahren begeisterten sich nämlich auch Donnerberger für die Idee, den Verkauf von fair gehandelten Produkten aus Entwicklungsländern zu fördern. Darum starteten sie in der guten Stube, ganz unbürokratisch, den Kaffeeverkauf.

Heutzutage ist es längst nicht mehr nur Kaffee, der angeboten wird. Und statt des Wohnzimmers findet sich der Besucher jetzt in einem kleinen Laden wieder, untergebracht im ersten Stockwerk im Pfarrhaus von St. Josef an der Höhenstraße. Die fair gehandelten Waren, die sich in den Holzregalen aneinanderreihen, werden seit nunmehr vier Jahrzehnten über die GEPA importiert. Hinter dem Kürzel verbirgt die sich die größte europäische Gesellschaft für partnerschaftlichen Handel. Das runde Jubiläum wird in diesen Tagen gebührend gefeiert – gestern auch auf dem Donnerberg.

Nach der Sonntagmesse trafen sich die Gemeindemitglieder zum gemeinsamen Frühstück im Pfarrhaus. Und natürlich fanden viele Gäste auch den Weg in den Weltladen. Es ist ein winziger Raum, jeder Quadratzentimeter wird genutzt, um die von Kleinbauern und Handwerkern produzierten Erzeugnisse unterzubringen. Dank der GEPA können sie rentabel arbeiten, denn das Gütesiegel garantiert, dass die Produkte sozial wie ökologisch höchsten Anforderungen entsprechen. Für dieses Siegel produzieren zu dürfen, ist für die meisten Erzeuger die einzige Chance, den Teufelskreis aus Armut und Vernichtung der eigenen Umwelt zu durchbrechen.

Darum investieren Donnerberger wie Rolf und Helga Fries, Monika Stechel, Benno und Monika Hermes oder auch Marianne Kutsch hier gerne ihre Freizeit. Marianne Kutsch ist 80 Jahre alt, ans Aufhören denkt die agile Dame aber noch lange nicht. Gemeinsam mit ihren Töchtern war sie es doch vor nunmehr vier Jahrzehnten, die im heimischen Wohnzimmer die ersten Pakete „Indio Kaffee“ aus Guatemala verkaufte.

Zurückblickend war für die Donnerberger Ehrenamtler auch 1993 ein wichtiges Jahr: Damals eröffneten sie ihren Weltladen im Pfarrhaus. Zudem gründete die Arbeitsgemeinschaft einen Verein. „Gewinner sind stets die Bauern und Handwerker, die für ihre Arbeit fair entlohnt werden“, betont Marianne Kutsch. Was an Erlös übrigbleibt, spendet der Verein für ein Projekt im Norden Brasiliens. „Das Geld fließt in den Bau von Zisternen“, präzisiert Rolf Fries. Rund 2000 Euro waren es im vergangenen Jahr. Und wenn der Verkauf weiter gut läuft, könnte diese Summe 2013 sogar noch übertroffen werden.

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