Stolberg - Dem Pavillon auf der Frankentalwiese droht der Abriss

Dem Pavillon auf der Frankentalwiese droht der Abriss

Von: Toni Dörflinger
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Nach fast 50 Jahren auf der Frankentalwiese stehen für den Pavillon die Zeichen auf Abriss: Der Bau wird bereits seit Ende des vergangenen Jahres nicht mehr genutzt. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Nicht nur außen blättert die Farbe ab. Auch innen macht der Pavillon auf der Frankentalwiese einen ungepflegten Eindruck. Der seit Ende 2008 leerstehende Pavillon, dessen Abriss wohl nicht mehr lange auf sich warten lässt, hat schon bessere Tage gesehen.

Das Bauwerk, dessen schlichte Architektur typisch für die 60er Jahre ist, ist eng verknüpft mit der Geschichte des Stolberger Nahverkehrs.

Ein Grundstückstausch hatte im Juli 1960 den Bau des Pavillons begünstigt. Tauschobjekt war ein Gelände am Atscher Dreieck, das bis Ende 1959 vom so genannten Schweizer Haus eingenommen wurde.

Das Aachener Nahverkehrsunternehmen Aseag plante nach der Stilllegung der innerstädtischen Straßenbahnlinie auch in der Atsch eine Reduzierung des schienengebundenen Verkehrs und überließ das bisher vom Schweizer Haus belegte Gelände der Stadt Stolberg.

Im Gegenzug erbaute die Stadt auf der Frankentalwiese einen Pavillon, der der Aseag als Fahrkartenverkauf und Aufenthaltsraum für Betriebsangehörige dienen sollte.

Erbaut wurde der Pavillon auf einer öffentlichen Toilettenanlage. Die unterirdisch angelegte, als Bedürfnisanstalt bezeichnete Toilette war 1958 im Zuge der Bebauung an der Frankentalwiese entstanden.

Der oberirdisch angelegte Pavillon büßte auch dann nichts an seiner Bedeutung ein, als die Aseag schon lange den Straßenbahnverkehr eingestellt hatte.

Denn der Bereich an der Einmündung von Rathaus- und Jordanstraße stellte auch für den Busverkehr einen wichtigen Knotenpunkt dar. Die Aseag hatte für das kleine, stadteigene Gebäude einen langfristigen Mietvertrag geschlossen, der auch in den 80er Jahren immer wieder erneuert wurde.

Für Streit zwischen Stadt und Nahverkehrsunternehmen sorgten allerdings des öfteren die erforderlichen Reparaturen. So gab es Ärger, als im März 1983 ein Sturm die Dachkonstruktion beeinträchtigte und zu Wasserschäden im Innenraum führte.

Die Stadt gab der Aseag die Schuld, weil sie angeblich ein Transparent im Dachbereich unsachgemäß befestigt hatte. Als das Nahverkehrsunternehmen Ende 1993 auch im Bereich der Frankentalwiese den Fahrscheinverkauf einstellte, kündigte es den Mietvertrag.

Nachfolger wurde das Schwesteruntenehmen „Aseag-Reisen”, das nach 1994 in dem Pavillon Städtereisen sowie mehrtägige Ausflüge nach Frankreich, Österreich oder Ungarn anbot.

Der später vom Mausbacher Reisebusunternehmen Haas genutzte Pavillon hatte spätestens dann seine ursprüngliche Bedeutung eingebüßt, als 2001 an der Talbahnstraße ein neuer, von Euregiobahn und Bus genutzter Verknüpfungspunkt entstand. Danach waren die Tage des Pavillons gezählt.

Letzter Pächter war die Firma Haas, die im November 2008 ihr dort gelegenes Reisebüro schloss. Der Betrieb der im Untergrund des Pavillons vorhandenen Toilettenanlage war wegen wiederholter mutwilliger Verschmutzungen seitens der Stadt schon im Dezember 2001 eingestellt worden.
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