Stolberg-Vicht - Dem Kunstrasen steht nichts mehr im Wege

Dem Kunstrasen steht nichts mehr im Wege

Von: Jan Schlegelmilch
Letzte Aktualisierung:
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Noch prägen nur die alten Flutlichmasten das Bild des Aschenplatzes auf dem Dörenberg. Jetzt, wo die formalen Hürden genommen sind, folgen auch die Foto: J.Schlegelmilch

Stolberg-Vicht. Die Augen wirkten etwas müde, die Muskulatur vom langen Sitzen angespannt. Das Lachen und die gute Laune war dennoch keinem Beteiligten abhanden gekommen. Und als Michael Frey nach langen Verhandlungen seine Unterschrift auf die letzte Seite des weißen Papierstapels setzte, wichen Müdigkeit und Anspannung einer spürbaren Mischung aus Vorfreude und Erleichterung.

Denn Michael Frey und seine Vorstandskollegen des VfL Vichttal wussten in diesem Moment genau: Diese Unterschrift besiegelte den Bau des ersten Kunstrasenplatzes auf Stolberger Boden endgültig. Die Führung des Fußballvereins war mit dem Architekten Andreas Wieseneck und Oliver Schimmelpfennig, Vertreter des nun beauftragten Kunstrasenbauers, im Vichter Landhaus zusammengekommen, um letzte Vertragsdetails zu klären und den Bau der neuen Sportanlage auf dem Dörenberg auf den Weg zu bringen.

Die einzig verbliebene formale Hürde, die schriftliche Zustimmung der Kommunalaufsicht zu einem städtischen Zuschuss von 250000 Euro lag Bürgermeister Ferdi Gatzweiler bereits einen Tag später, am Donnerstag, per Fax im Rathaus vor.

„Wir freuen uns natürlich und hoffen, dass jetzt alles gut geht”, kommentierte Frey den historischen Schritt. Seit der Fusion des VfL Zweifall und des VfB Vicht vor zwei Jahren haben sich der 1. Vorsitzende und die Vorstandsmannschaft für das Sportplatzprojekt eingesetzt und dabei unzählige Hürden nehmen müssen. Am 27. April erteilte die Stadt dann die Baugenehmigung. „Wann wird denn hier endlich gebaut?”, wurden die Verantwortlichen oft genug gefragt.

Eine genaue Antwort können Frey und Co. nun geben: Ab Samstag. Der Verein wird dann in Eigenleistung vorbereitende Erdarbeiten auf dem alten Aschenplatz verrichten, Mitte der kommenden Woche wird dieser dann von den Kunstrasenbauern begutachtet. „Wir haben uns darauf geeinigt, bis Mitte Juni mit den Bauarbeiten anzufangen”, lässt Frey in die Zeitplanung einblicken.

In der Zwischenzeit sollen die Baustelle eingerichtet und die Baumaschinen auf den Dörenberg gebracht werden. In acht Wochen werden anschließend die alte Asche abgetragen, 20 Zentimeter des Untergrunds ausgeschachtet, eine neue Drainage gelegt und die inneren Kantsteine des Spielfelds gesetzt - dann ist der Verein wieder an der Reihe.

„Wie schnell wir fertig werden, hängt davon ab, wie viele Helfer uns zur Verfügung stehen. Wir wissen, dass wir viel Hilfe brauchen”, setzt Michael Frey auf die tatkräftige Unterstützung aller Vereinsmitglieder. Denn die Pflasterarbeiten sowie das Aufstellen der Zäune und des Flutlichts wird der Verein ebenso wie viele kleinere Arbeiten in Eigenarbeit verrichten.

Im Anschluss benötigen die Kunstrasenbauer noch drei bis vier Wochen, um die beiden Spielfelder - Minispielfeld und Großfeld - zu verlegen. Das neue Vereinsheim, eine Holzhütte, wie sie schon auf dem Zweifaller Sportplatz steht, wird unabhängig von den Fortschritten beim Kunstrasen gebaut. „Die Hütte ist schon fertig geschnitten”, verrät Frey, der optimistisch ist, dass der erste Ball auf dem neuen Rasen im August oder September rollen kann.

Nicht auf Qualität verzichten

Bei der Wahl des Grüns ist der VfL Vichttal bewusst sorgfältig vorgegangen. „Wir wollten bei unseren limitierten Mitteln auf keinen Fall auf Qualität verzichten”, sagt Frey. „Nicht drei, sondern 15 Angebote” habe man deswegen eingeholt und auch genau so viele Kunstrasenplätze vor Ort begutachtet. Bis ins tschechische Prag reisten die Vichttaler, um sich einen Platz anzugucken - und sie sollten es nicht bereuen.

Die Wahl fiel letztlich auf einen tschechischen Hersteller, der unter anderem schon Rasen im irischen Croke Park Stadium (82.500 Plätze) verlegt hat und in Westdeutschland noch auf der Suche nach einer Referenz war. „Für uns war das so äußerst lukrativ”, sagt Frey. Umsonst gibt es den neuen Fußballplatz aber natürlich nicht. Daher hofft der VfL, den aktuellen Spendenstand von 60.000 Euro noch erhöhen zu können. Es lohnt sich in jedem Fall: Bei vernünftiger Pflege hat der neue Kunstrasen eine Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren.
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