Deftige Prise gepfefferter Humor

Von: Dirk Müller
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Der Kabarettist Jens Neutag er
Der Kabarettist Jens Neutag erntet für „schön scharfe” Scherze viele Lacher und Szenenapplaus in der Altstadt. Foto: D. Müller

Stolberg. „Schön scharf” lautet der Name des fünften Soloprogramms von Jens Neutag. Und so hat der Kabarettist es auch gerne, zum Beispiel beim Essen, auch wenn die Bestellung „bitte schön scharf” in einem indischen Restaurant nach hinten losgehen könne.

Als Ernährungsfachmann erwies Neutag sich in der Gaststätte „The Savoy” anhand von Supermarkt-Prospekten, wie sie nahezu täglich in unsere Briefkästen flattern. Analytisch kalkulierte er den Preis für ein Fischstäbchen aus „originalem Alaska-Seelachs” auf exakt acht Cent. „Den muss ja wohl ein Eskimo völlig kostenfrei in den hiesigen Supermarkt getragen haben”, schlussfolgerte Neutag.

Im direkten Vergleich entdeckte er, dass 100 Gramm Hähnchenschenkel wesentlich günstiger seien, als das Toilettenpapier, dessen Gebrauch der Verzehr des Discount-Fleisches zwangsläufig nach sich ziehe. Doch nicht nur angesichts unserer fragwürdigen Ernährung plädierte Neutag für ein „Grundrecht auf schlechte Laune”.

Der Gesellschaft und der Politik fehle es an Würze, beklagte er: „Christian Lindner, der Generalsekretär der FDP zum Beispiel, hat die charakterliche Schärfe einer Flasche Weichspüler.” Auch der ehemalige Vorsitzende selbiger „parteiähnlichen” Gruppierung kam nicht ungeschoren davon: „Guido Westerwelle sagte, er werde zu jedem Fehler stehen, den er gemacht hat. Ich frage mich, wann er sich jemals wieder setzen kann.”

Das Landtagswahlergebnis in Mecklenburg-Vorpommern habe wiederum die SPD sehr überrascht. „Die dachten doch vorher, 35,7 sei die Körpertemperatur von Sigmar Gabriel”, deckte Neutag auf. Der Kabarettist, der durch scharfen Humor und Bühnenpräsenz überzeugte, erntete für seine gepfefferten Attacken in Richtung der Politik besonders viele Lacher und Szenenapplaus von den begeisterten Gästen im ausverkauften „The Savoy”. Hart ging er mit der CDU ins Gericht, deren einzige wirklich hoffnungsvolle junge Nachwuchskraft Heiner Geißler sei.

Mit deutschen Nationalhelden wie Mesut Özil und Lukas Podolski sei auch Angela Merkels Ausspruch „Multikulti ist gescheitert” kritisch zu hinterfragen. Dies tat Neutag wie folgt: „In welches unsichere Drittland hat die Merkel ihr Gehirn eigentlich abgeschoben?”

Nach einem gewagten Versuch den Katholizismus zu erklären, zeigte der mehrfach ausgezeichnete Kabarettist sich froh darüber, dass unsere Regierung nicht an der Schöpfung beteiligt war. Er exerzierte das Szenario dennoch einmal durch, wobei Gott sich nach einigen Anregungen der Kanzlerin bereits am zweiten Tag fragte, „ob das mit der Rippe vielleicht doch die falsche Entscheidung war”.
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