DDR-Künstler Stars beim Burgfestival

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Im Stolberger Stadtarchiv gibt es auch eine umfangreiche Postersammlung. Ein Poster erinnert an das Burgfestival, das im Jahr 1987 zahlreiche Zuschauer nach Stolberg lockte.

Stolberg. Einige werden sich noch an die Veranstaltung erinnern: Kalle Pohl, später als Kabarettist einem breiten Fernsehpublikum bekannt geworden, unterhielt die Zuhörerschaft mit einem kabarettistischen Auftritt, La Rotta, Laut & Lästig und andere Bands gaben stimmungsvollen Rock oder Folk zum Besten.

Die Sensation der spätsommerlichen Veranstaltung im Jahr 1987 war jedoch der Auftritt des Duos Piatkowski und Rieck, das eigens aus der DDR anreiste, um seinen lustigen wie auch nachdenklichen Folk in plattdeutscher Mundart der großen Hörerschar darzubieten.

Das großformatige Ankündigungsplakat zu dieser Veranstaltung ist Teil der Postersammlung des Stadtarchivs, die (bisher) überwiegend das kulturelle Angebot der Kupferstadt wiedergibt.

Maßgeblich beteiligt an diesem Festival war der 1981 gegründete Burghaus-Verein, dessen Vorsitzender Reiner Nießen mit starker städtischer Unterstützung viele Jahre für ein umfassendes Kulturprogramm sorgte.

Das Burgfestival startete 1982 durch die Initiative von Gottfried Dahmen als „Liedermacherfestival“. Zu Zeiten, als solide, handgemachte Musik einen Höhepunkt erlebte. Die zweitägigen Festivals lockten locker tausend Musikliebhaber an, die sich auf dem Unteren Burghof zusammenfanden. Und auch der Westdeutsche Rundfunk fand sich für Aufnahmen ein.

Feste Bühne

Der Verein hatte nicht nur das „Burghaus“ am Rande der Burg hergerichtet, sondern durch seine Konzert- und Ausstellungsprojekte erwachte die Burg insgesamt aus ihrem Dornröschenschlaf. Eine feste Bühne vor dem Palas auf dem Unteren Burghof wie die Burggalerie als Kunstort im Inneren wurden daraufhin dort eingerichtet.

Die beiden Rostocker, Joachim Piatkowski, Anästhesist und Wolfgang Rieck, Schiffskapitän, waren damals in der Deutschen Demokratischen Republik gefragte Künstler. In der Kupferstadt wurden sie von Stadtdirektor und Bürgermeister empfangen.

Just am selben Tag ihres Auftritts in der Kupferstadt war Erich Honecker, Staatsratsvorsitzender der DDR, bei Helmut Kohl in Brühl zu Gast und man glaubte am Fuße der Burg an keinen Zufall dabei. Dass zwei Jahre später die Mauer fallen würde, lag zu dieser Zeit noch völlig außerhalb des Vorstellungsvermögens.

Dichterlesungen

Neben Konzerten organisierte der Burghaus-Verein Dichterlesungen, Kunstausstellungen, Kabarettveranstaltungen sowie ein Programmkino. Dieses war bis zum Ende des Vereins 2005 das letzte Angebot. In den 1980er Jahren stemmte der Verein dreißig bis fünfzig Programmpunkte jährlich.

In die großen Fußstapfen des Burghaus 81 e.V. sind Nachfolgeveranstaltungen getreten. Wie etwa die „Artibus“-Ausstellungen in der Burggalerie oder der „Rockballast“ am Burghaus, das inzwischen einem anderen Kulturverein, nämlich den „Fidelen Zunfthären“ und somit der traditionell rheinischen Karnevalskultur, eine neue Bleibe bietet.

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