Das Zweifaller Sägewerk ist ein echter Magnet fürs Publikum

Von: Christoph Hahn
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Ein echter Besuchermagnet: Vorführungen des Sägegatters zogen immer wieder das Interesse von Scharen der Besucher auf sich. Es waren wesentlich mehr Interessierte gekommen, als der Veranstalter erwartet hatte. Foto: C. Hahn
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Zu einer Wand aufgeschichtet: Christsterne, in Form gebracht auf der alten Bandsäge, waren der Verkaufsschlager und schnell vergriffen. Foto: C. Hahn
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Stimmungsvolle Präsentation: Für den Markt im Solchbachtal hatten sich die Aktiven des Museumsvereins mächtig ins Zeug gelegt. Foto: C. Hahn
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Zufrieden mit dem siebten Adventssägen im Zweifaller Museumssägewerk: Robert Jansen, Vereinsvorsitzender und Forstbeamter. Foto: C. Hahn

Stolberg. Nichts, nichts, rein gar nichts kann Zweifallern und Stolbergern die Lust auf das Adventssägen nehmen. Wenn die Aktiven in ihr schmuckes Industriedenkmal am Eingang des Solchbachtales einladen, dann strömen sie in Scharen herbei. Denn der Charme dieses Basars in der Vorweihnachtszeit (in diesem Jahr fand er zum siebten Mal statt) lässt kaum einen Menschen ringsum kalt.

Und so pilgern sie am Sonntag mit ihren Autos zum nahen Parkplatz und füllen nicht nur den, sondern auch und vor allem das gar nicht mal so kleine Museum, so dass der Beobachter schon darüber ins Staunen kommt, wie viele Menschen dort hinein passen, ohne sich auf die Füße zu treten. Dabei machte das Wetter absolut keine Lust auf einen Ausflug zum Sägewerk. Aber vielleicht ist es gerade der Charme des kleinen Markts, der die Herzen wärmt – fast mehr noch als die warmen Getränke, die von den freundlichen Helferinnen ebenso erfolgreich unters Volk gebracht wurden wie die selbst gebackenen Kuchen und die warmen Waffeln mit Puderzucker, die besonders bei den kleinen Besuchern der Hit waren.

Aus Douglasie

Sterne sind ebenso attraktiv, Sterne aus dem Holz der Douglasie, die rund 15 Männer und Frauen seit Anfang Oktober auf der alten Bandsäge des Museums bearbeitet und zurechtgeschnitten haben. Die Gäste greifen begeistert zu, schleppen mitunter ganze Stapel von Sternen zum Auto. Gegen Nachmittag sind die Sterne, die vor der Eröffnung am Vormittag noch zu richtigen Wänden aufgeschichtet worden waren, ausverkauft.

Zahl unlängst angehoben

Robert Jansen, als Vorsitzender des Museumsvereins sowie als Forstbeamter gleichermaßen auf die Wahrung eines traditionellen Umgangs mit Holz bedacht, meint deshalb auch ebenso trocken wie sachlich: „Im nächsten Jahr müssen wir dann wohl noch mehr Sterne machen.“ Dabei waren die Produktionszahlen im Vergleich zum Vorjahr erst kürzlich angehoben worden. Sterne sind übrigens nicht der einzige Verkaufshit an diesem Tag. Mit viel Idealismus, Freundlichkeit und anderen Formen von Engagement bringen die Mitglieder auch andere kleine Kunstwerke aus eigener Produktion an den Mann und die Frau. Sterne mit Schweif, kleine Weihnachtswichtel und Engel für nur zwei Euro wechseln den Besitzer. Auch Weihnachtsbäume, die unter dem Gekreische der Kettensäge im offenen Tor eines Schuppens nebenan entstehen, finden reißenden Absatz – ein Stück Wald zum mit nach Hause nehmen, das vielfach noch nach den ätherischen Ölen des Holzes duftet.

Roswitha Bayer aus Rott gehört zu denen, die den Basar im Solchbachtal zu schätzen wissen. Im vergangenen Jahr hat sie den Markt zum ersten Mal besucht. Ihre ersten Käufe hat sie in diesem Jahr dann ergänzt – unter anderem mit Engeln. Allerlei Kunstwerke aus dem, was die Natur ringsum hergibt, sind übrigens nicht die einzigen Artikel, die es zu kaufen gibt.

Salami im Angebot

Da gibt es nicht nur die Gastronomie mit allerlei Backwerk, sondern auch Marmeladen aus heimischer Herstellung (garantiert holzfrei) und Wildfleisch, zum Beispiel in Form einer Salami, aus dem Angebot des Forstamts Hürtgenwald – der Behörde, der auch Vereinschef Robert Jansen in seinem Brotberuf verbunden ist.

Jansen freut sich über den regelrechten Zustrom der Besucher, die bei Vorführungen das Sägegatter des Museums mit großer Neugier umringen – aber nicht nur deswegen: Mittel, die das Museum dringend braucht, werden so an einem einzigen Tag zwar nicht vollständig, aber zu großen Teilen in die Kasse gespült. Vor haben die Zweifaller anno 2016 in der Tat so einiges, und dafür brauchen sie Geld nicht zu knapp. Ein neues Gatter, verrät der Vereinschef, soll im kommenden Jahr neu aufgestellt werden – nicht einfach so, sondern als begehbares Denkmal. Und das bedeutet: Der „Unterleib“ , den die Interessierten beim bestehenden Gatter nur durch den Gitterrost im Boden aus der Distanz betrachten können, sollen sie künftig wie in der Untersuchungsgrube einer Autowerkstatt aus direkter Nähe in Augenschein nehmen können.

Vor einem Sprung

Damit steht das Museum vor einem echten Evolutionssprung. Alle Besucher und Einkäufer haben am Montag ihr Scherflein dazu beigetragen, damit aus diesem schönen Traum der verschworenen Gruppe von Idealisten, die das Sägewerk trägt, eine greifbare Wirklichkeit werden kann. Der Verein im Internet: www.museumssägewerk-zweifall.de.

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