Das Werk Hermann Hesses ist auch heute noch aktuell

Von: mlo
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Elfriede Lechthaler von der VHS begrüßt die beiden Künstlerinnen Anja Bilabel und Marchela Margaritova-Duhneva aus Münster. Foto: M.L. Otten

Stolberg. Auch nach mehr als fünfzig Jahren ist der Schriftsteller Hermann Hesse noch nicht in Vergessenheit geraten. Die meisterhaften Erzählungen, Kurzprosa und Lyrik aus seinem Werk ließ Schauspielerin Anja Bilabel mal temperamentvoll, mal ganz sacht wieder auferstehen.

Umrahmt wurden die Rezitationen von den aufregenden, musikalischen Improvisationen der Querflötistin Marchela Margaritova-Duhneva. Das aus Münster angereiste Duo war auf Einladung der Volkshochschule und der Bücherstube am Rathaus ins Kulturzentrum Frankental gekommen. Mehr als hundert Zuhörer, darunter viele junge Teilnehmer der Integrationskurse, nahmen an den „Wanderungen des Dichters und Philosophen“ teil und fanden, dass die Hesse-Hommage im „Lauschsalon“ atmosphärische Qualität hatte.

Bekannte Zitate

Während im ersten und zweiten Teil neben der „Fußreise im Herbst“ die Freundschaft zweier Jungen im Mittelpunkt stand, befasste sich der dritte Teil eher mit allgemein gültigen Zitaten. Es war ein erstes Kennenlernen des Literatur-Nobelpreisträgers von 1946.

In seinen Gedanken und Gefühlen, fanden sich die Menschen meist wieder. Es waren Gefühle, die Mut machten, anregten und nachdenklich werden ließen.

Ein Wurf der Natur

„Das Leben jedes Menschen ist ein Weg zu sich selber. Jeder ist ein Wurf der Natur und auf dem Weg zu seinem eigenen Ziel. Wir können einander verstehen, aber deuten kann jeder nur sich selbst“, so kam es gleich im Vorwort des Romans „Demian“ zum Ausdruck.

Die Begegnungen Emil Sinclairs mit Max Demian, Beatrice und Pistorius ließen den Hauptakteur zur Erkenntnis kommen, dass für jeden Mensch ein bestimmtes Amt vorherbestimmt und dass es die einzig wichtige Aufgabe im Leben eines Menschen sei, zu sich selbst zu finden. Im letzten Teil waren es mehr einzelne Gedichte und kleine Erzählungen, die das Leben Hesses beleuchteten. Darunter waren das 1941 verfasste philosophische Gedicht „Stufen“, das Hesse nach langer Krankheit geschrieben hatte und in dem er seine grundoptimistische Weltanschauung nahe brachte. Der schönste Satz darin war „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, der Titel des Abends. Kritisiert wurde „der Europäer“ (1917), dessen Blicke einerseits böse, andererseits traurig sind und sich für besser hält. Im Gedicht „Friede“ (1914) beschrieb Hesse den Frieden, der erst geschätzt wird, wenn er verloren gegangen ist.

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