Das Weihnachtsessen kommt im Karton

Von: Sarah-Lena Gombert
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Gisela Becker-Bonaventura, Alfred Baldes und Brigitte Breuer (von links) und ihre Kollegen von der Stolberger Tafel nehmen am kommenden Mittwoch Hunderte Weihnachtspakete von Stolbergern entgegen, um damit einen Tag später ihre Kunden beschenken zu können. Foto: S.-L. Gombert

Stolberg. Eine gute Suppe mit Einlage als Vorspeise, ein Rinderbraten mit Klößen und Rotkohl als Hauptgang, und dann noch Schokoladenpudding mit einer schönen Tasse Kaffee zum Nachtisch: So könnte ein klassisches Festessen mit der Familie zu Weihnachten aussehen. Doch für viele Stolberger Familien ist das Weihnachtsfest finanziell kaum zu stemmen.

Diesen Familien hilft das Team der Stolberger Tafel seit Jahren mit einer Sonderaktion: Die Ehrenamtlichen sammeln Pakete mit haltbaren Lebensmitteln von großzügigen Stolbergern ein, um diese anonym an Bedürftige weiterzugeben. Und in der kommenden Woche wird der Zinkhütter Hof wieder zum Umschlagsplatz der gelebten Nächstenliebe.

„Der Grundgedanke ist, dass wir unseren Kunden gerne ein komplettes Weihnachtsmenü zum Selberkochen in einer Kiste übergeben wollen“, erklärt Gisela Becker-Bonaventura, Schriftführerin bei der Stolberger Tafel. Und bevor diese Kisten an Stolberger Bedürftige abgegeben werden, werden sie erst einmal von anderen Stolbergern in Empfang genommen.

Jahr für Jahr packen Hunderte Bürger der Stadt haltbare Lebensmittel für ein Weihnachtsessen in einen Karton, um Mitbürgern, die sie überhaupt nicht kennen, eine Freude zu machen. „Alleine im letzten Jahr haben wir etwa 900 Pakete in Empfang genommen und weiterverteilen können“, erinnert sich Tafel-Mitarbeiter Alfred Baldes. Allerdings sei die Anzahl der Spenden von Jahr zu Jahr unterschiedlich.

„Die Menschen, die eine Weihnachtskiste packen, machen sich zum Teil richtig Gedanken darüber, wie sie anderen eine Freude machen können“, erzählt Gisela Becker-Bonaventura und muss lächeln. „Auf der einen Seite packen die Spender teilweise richtig hochwertige Produkte ein, das ist für unsere Kunden dann etwas ganz besonderes.“ Denn wer von den Spenden der Tafel profitiert, kann sich solche Produkte oft nicht leisten, auch nicht zu Weihnachten. „Andere wiederum stecken eine nette Weihnachtskarte als anonymen Gruß in den Karton“, sagt Becker-Bonaventura.

Bei all der gewünschten Kreativität, die die Spender beim Packen ihrer Weihnachtskisten an den Tag legen können, gibt es doch ein paar einfache Regeln, die eingehalten werden müssen. „Die Lebensmittel dürfen nicht verderblich sein“, erklärt Gisela Becker-Bonaventura, schließlich sollen die Pakete bis zum Heiligen Abend halten und dann erst verkocht werden.

„Es bieten sich also Lebensmittel an, die ungekühlt lange haltbar sind“, so die Tafel-Schriftführerin. Wer einer bedürftigen Familie ein besonderes Stück Fleisch auf dem Weihnachtsteller gönnen möchte, steckt am besten einen Metzgerei-Gutschein in seinen Karton, rät Becker-Bonaventura und erklärt: „Das können auch Gutscheine über kleine Beträge sein, auch die helfen.“

Und auch wenn es weihnachtlich zugeht: Die Stolberger Tafel bittet alle Spender darum, die Kisten nicht in Geschenkpapier einzuwickeln. „Die Kisten sollten noch zu öffnen sein, wenn sie abgegeben werden“, erklärt Gisela Becker-Bonaventura. Zum einen müssen die Tafel-Mitarbeiter einschätzen, für wie viele Personen eine Kiste gepackt ist, um alle Pakete gerecht verteilen zu können. „Einige unserer Kunden sind Singles, andere haben eine Großfamilie zu ernähren.“ Zum anderen wird noch ein kontrollierender Blick reingeworfen, ob nichts verderbliches eingepackt wurde.

Die Weihnachtspakete können am Mittwoch, 14. Dezember, von 8 bis 17.30 Uhr am Zinkhütter Hof abgegeben werden. Am Donnerstag, 15. Dezember, werden die Weihnachtskisten dann an die Stolberger Tafelkunden verteilt.

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