Das Supermarkt-Sterben erreicht Büsbach

Von: Dirk Müller
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Hendrik Walter schließt den „Edeka Aktiv-Markt“ an der Büsbacher Konrad-Adenauer-Straße. Seit 1908 war dort immer ein Supermarkt zu finden, der die Nahversorgung der – aktuell 7500 – Büsbacher Bürger sicherte. Foto: D. Müller

Stolberg-Büsbach. Ob Konsum, Spar oder Edeka – der Supermarkt an der Büsbacher Konrad-Adenauer-Straße ist eine Institution, denn seit 1908 sichert an dem Standort ein Verbrauchermarkt die Nahversorgung. Diese könnte ab dem Sommer in dem Stadtteil mit rund 7500 Einwohnern einen empfindlichen Dämpfer erhalten, denn der heutige Edeka-Markt Walter wird seine Pforten schließen.

„Der Pachtvertrag endet am 30. Juni, und ich werde ihn nicht verlängern“, sagt der Betreiber Hendrik Walter. „Es tut mir persönlich unheimlich leid, weil wir eine ganz tolle Stammkundschaft haben. Diese Entscheidung habe ich mir wirklich nicht leicht gemacht“, betont Walter.

Es seien vor allem die älteren Kunden, die den persönlichen Service in dem Verbrauchermarkt zu schätzen wüssten. Doch „die jüngeren Generationen zieht es anscheinend immer mehr in die großen Einkaufscenter“. Diese Entwicklung habe dazu geführt, dass der Markt sich kaufmännisch nicht mehr rentiere. „Die Wirtschaftlichkeit ist leider nicht mehr gegeben.“

Derzeit sind 13 Angestellte in dem Büsbacher Geschäft tätig. „Mit ihnen werde ich persönliche Gespräche führen und versuchen, im Rahmen der Möglichkeiten allen gerecht zu werden“, erklärt Walter.

Für Dieter Welter, den Eigentümer des Gebäudes, steht fest: „Ich werde mit aller Kraft versuchen, einen Nachfolger für das Geschäft zu finden.“ Unterstützung vom Aktionsring Handel, Handwerk und Gewerbe und der Interessengemeinschaft (IG) Büsbach sei ihm dabei willkommen. „Ich habe den Markt aufgebaut und hänge daran. Mein Herzblut steckt in dem Geschäft und in dem Standort Büsbach“, sagt Welter. Seit 1979 führte er mit seiner Ehefrau Philomene zunächst einen nur 175 Quadratmeter großen Verkaufsraum in der Büsbacher Ortsmitte. Später erwarben die Welters das Nachbargebäude, das seit 1908 den Konsum beherbergte, 1993 erfolgte der Umbau zu einer einheitlichen Geschäfts- und Lagerfläche.

Im Jahr 2003 wurde aus dem Spar-Markt Welter der Edeka-Markt Welter. Im Juli 2010 übernahm Hendrik Walter das Geschäft und wird es nun, keine fünf Jahre später, aufgeben. Das trifft besonders ältere Menschen, die auf das fußläufig erreichbare Warenangebot angewiesen sind oder sich die Produkte nach Hause liefern lassen. Denn der von Dieter Welter eingeführte Lieferservice wird bis dato auch vom Edeka-Markt Walter aufrecht erhalten: Donnerstags und freitags kommt ab einem Bestellwert von 20 Euro für viele Menschen die Ware gegen eine geringe Liefergebühr ins Haus – inklusive persönlichem Kontakt mit dem Lieferanten.

Umso mehr bekräftigt Dieter Welter: „Die Nahversorgung in Büsbach darf nicht verloren gehen.“ Die Reihe von Supermarktschließungen in Stolberg – Beispiele Gressenich, Stadthallenpassage, Markusplatz – solle in Büs­bach nicht fortgeschrieben werden. „Es kann nicht sein, dass ein so großer Stadtteil ohne Supermarkt dasteht.“

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