Das Publikum liegt Willi Herren zu Füßen

Von: Heike Eisenmenger
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Ballermann lässt grüßen: Willi Herren zeigte sich bei seinem Auftritt beim Krewinkler Volksfest in Höchstform.

Stolberg-Mausbach. Der „Kölsche Jong” ist in Hochform: Willi Herren hechtet über die Bühne, hopst wie ein Gummiball und hat dabei noch genügend Puste in der Lunge, um Ballermann-Lieder zum Besten zu geben. Das Publikum liegt ihm zu Füßen, grölt die Refrains der Schlager wie etwa „1000 und eine Nacht” textsicher mit.

Ballermann im Festzelt

Der Ballermann ist „in” - soviel steht mal fest. Den Entertainer Willi Herren für den Auftakt des Benefiz-Volksfestes in Krewinkel an diesem Wochenende zu buchen, erwies sich als goldrichtig. Festzelt und der mit einem Fallschirm überspannte Buden-Vorplatz sind dicht bevölkert.

Der Auftritt von Willi Herren, der als Schauspieler in der „Lindenstraße” seinen Durchbruch schaffte und für die TV-Show „Ich bin ein Star - holt mich hier raus” im australischen Dschungel campierte, ist ein Publikumsmagnet. Er bietet eine ganz spezielle Art der Unterhaltung, die zwar nicht jedermanns Sache ist, die aber scheinbar bei Volksfesten genau das ist, was die Masse will.

Herren und seine Art der Unterhaltung polarisieren, aber egal, was man persönlich favorisiert, man kommt nicht umhin, diesem Mann Respekt zu zollen. Er ist ein Stehaufmännchen. Nach von den Fernsehkameras gnadenlos eingefangenen Alkohol- und Drogenexzessen, hat sich Herren wieder „berappelt”, wie man in Kölner Jargon umschreiben würde.

Es geht ihm gut, das sagt er nicht nur, das sieht man ihm auch an: Frisch und voller Energie schüttelt Herren die Hand, sagt „Hallo, ich bin der Willi.” Gesiezt zu werden, das mag der 34-Jährige nicht. Als der Kölner beim Interview ein zweites Mal mit „Herr Herren” angeredet wird, wendet er verschmitzt lächelnd ein: „Ich bin immer noch der Willi!”

Am Nachmittag war Willi noch auf Mallorca, jetzt, am Abend, ist er in Krewinkel. So ist das in der Hauptsaison - ein Auftritt jagt den anderen. Wie hält man diesen Auftrittsmarathon aus? Körperlich wie psychisch? „Naja, ich laufe viel und nehme mir meine Freiräume”, sagt Willi, mit der Flasche Mineralwasser in der Hand. „Man muss für diesen Job geboren sein, sonst funktioniert es auf Dauer nicht”, sagt Herren.

Dass schneller Ruhm und zuviel Stress ihren Preis fordern, hat Willi am eigenen Leibe leidvoll feststellen müssen. Er hat seine Konsequenzen aus dem Erlebten gezogen, ist weggezogen aus dem unmittelbaren Epizentrum der Rhein-Metropole. „Es ist zwar kaum zu glauben, aber ich lebe jetzt auf dem Land. So richtig mit muhenden Kühen auf der Wiese und eigenem Garten”, plaudert Willi munter drauf los. „In meiner freien Zeit mache ich supergern Gartenarbeit, echt. Das entspannt ganz wunderbar.”

Und wie geht man damit um, dass man quasi der personifizierte Gute-Laune-Bär ist, nonstop der ulkige Witzeerzähler sein muss, auch wenn einem ganz anders zu mute ist? „Meinen Fans habe ich zu verdanken, was ich bin. Wenn mich wirklich jemand nervt und trotz Bitte es nicht gut sein lässt, dann sage ich ihm das geradeheraus. So bin ich halt.”

Rein ins Scheinwerferlicht

Beruflich sieht es gut aus, unter anderem wurde er für eine neue Comedy-Serie auf Pro 7 engagiert. DJ Andr Luxen auf der Bühne gibt das Kommando, dass es gleich los geht. Willi schüttelt zum Abschied die die Hand und rennt auf die Bühne, rein ins gleißende Scheinwerferlicht.

Unvergessen wird der Abend mit Willi für die Showtanzgruppe der Geschwister Warmersbach-Sievers aus Stolberg: Herren holt die Gruppe spontan während seines Auftritt zu sich auf die Bühne, macht sie zu seinen Backround-Tänzern. „Wie super ist das denn, mit meinem Namensvetter gemeinsam auf der Bühne zu stehen?”, jubelt Hobbytänzer Willi Driesers, 35 Jahre alt, nach dem Auftritt.

Gute Performance, bekannte Lieder, Bombenstimmung - auch Besucher Uli Meißen, 20 Jahre, ist angetan vom Kölsche Willi. Von der tollen Stimmung hat sich auch Daniel Nießen anstecken lassen: „Ich war zuletzt als Kind auf dem Krewinkler Volksfest. Ich bin überrascht, wie viele bekannte Leute ich hier treffe”, erzählt der 22-Jährige aus Mausbach.

Indes ist nicht nur der Freitagabend mit Herren und Schlagersänger Patrick Levien, der im Vorprogramm auftrat, ein Erfolg. „Am Samstag war es auch genauso proppenvoll wie am Freitag, und selbst der Sonntag lief prima”, resümiert Günter Dohlen, Sprecher des 70-köpfigen Teams von Helfern, die das dreitägige Fest stemmen.
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