Das Onkologische Zentrum ist aus dem „Dornröschenschlaf“ erwacht

Von: Sonja Essers
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Matthias Groschek leitet das Onkologische Zentrum am Bethlehem Gesundheitszentrum. Foto: Heike Eisenmenger

Stolberg. Seit knapp acht Jahren existiert bereits das Onkologische Zentrum am Bethlehem-Gesundheitszentrum (OZB). Das einzige Problem: Bisher gab es keinen Leiter. Dementsprechend sei die Stolberger Bevölkerung auf das Angebot auch noch nicht aufmerksam geworden, ist sich Matthias Groschek sicher.

„Bisher befand sich das OZB in einer Art Dornröschenschlaf, ist aber mittlerweile erwacht“, sagt Groschek. Seit Oktober 2016 leitet er das OZB, in dem sich seitdem auch so einiges getan hat. „Die Patienten, die zu uns kommen, sollen sich hier auch gut aufgehoben fühlen und wissen, dass dies vor allem durch die medizinische Betreuung gewährleistet wird“, sagt Groschek. Am Samstag, 1. Juli, wollen sich der Onkologe und sein Team den Stolbergern offiziell präsentieren.

Ursprünglich stammt Groschek aus Rheine in Westfalen und arbeitete zunächst in einer Gemeinschaftspraxis in Würselen, bevor es ihn vor acht Jahren in eine Praxis im Ärztehaus neben dem Bethlehem-Gesundheitszentrum nach Stolberg verschlug. Dort arbeitet er hauptberuflich weiterhin als Onkologe, die Leitung des OZB hat er nebenberuflich übernommen.

Ein positiver Nebeneffekt seien für ihn die kurzen Dienstwege zwischen Praxis und Krankenhaus. „Ich kann hier bedarfsgerecht arbeiten und jederzeit von der Praxis aus ins Krankenhaus kommen. Das erleichtert die Arbeit ungemein“, sagt Groschek, der die Arbeit am OZB in den vergangenen Monaten neu strukturierte. Das Ziel: Die Zeit zwischen Verdacht und Diagnose soll verkürzt werden. „Es ist wichtig, dass die Patienten schnell über ihren Zustand Bescheid wissen und nicht in der Luft hängen“, sagt Matthias Groschek, der sich und sein Team diesbezüglich auf dem richtigen Weg sieht.

Grundsätzlich könne man am OZB alle Krebserkrankungen behandeln, dennoch gebe es auch Kooperationen. Beispielsweise werden Patienten, die an Leukämie leiden und stationär versorgt werden müssen, am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler oder am Aachener Uniklinikum behandelt. Auch operative urologische Eingriffe werden am Eschweiler Hospital vorgenommen – teilweise sogar von den Stolberger Ärzten. „Ansonsten machen wir all’ das, was beispielsweise in Eschweiler auch gemacht wird. Die Behandlung von bösartigen Krankheiten gehört heute in jedem Krankenhaus dazu“, sagt Groschek.

Konkurrenz zwischen dem Onkologischen Zentren in Stolberg und der Klinik für Hämatologie und Onkologie in Eschweiler gibt es also nicht? Krankenhäuser seien auch Unternehmen und natürlich könne da auch das Thema Konkurrenz mal eine Rolle spielen, sagt Groschek und schiebt ein Lachen hinterher. An erster Stelle stehe aber das Wohl der Patienten, deren Anzahl immer weiter wächst. „Es gibt mehr Patienten, die aufgrund der Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten auch länger therapiert werden“, sagt Groschek. Allein in den vergangenen zwei Jahren seien rund 40 neue Substanzen zur Behandlung auf den Markt gekommen.

Auch die Anzahl der geheilten Patienten nehme weiter zu, sagt Groschek. Das Stichwort dafür laute Prophylaxe. „Wenn Krankheiten wie Brustkrebs oder Darmkrebs früh erkannt und früh behandelt werden, steigen die Heilungschancen umso mehr.“

Bei der Informationsveranstaltung unter dem Titel „Krebs gemeinsam angehen“ an diesem Samstag wollen Groschek und sein Team die Besucher informieren und ihnen auch Ängste nehmen. „Es gibt noch immer viele Menschen die vor endoskopischen Untersuchungen des Magens oder Darms Angst haben“, sagt der Onkologe. Auch die Themen Ernährung und Sport spielen eine wichtige Rolle. Studien zeigten nämlich, dass beispielsweise bei einer Brustkrebspatientin, die sich regelmäßig bewege und gesund ernähre, die Wahrscheinlichkeit sinke, dass ein Tumor an der gleichen Stelle wiederkehre, meint er. „Auch kranke Patienten können etwas für sich tun und davon können sie körperlich und seelisch profitieren“, sagt Groschek.

Für die Zukunft hat der Onkologe auch schon einige Pläne in der Hinterhand. Zunächst einmal sollen die bestehenden Strukturen am OZB verfestigt werden, erklärt er. Außerdem soll das Thema Palliativmedizin künftig eine noch wichtigere Rolle spielen als bisher. „Im Laufe der Jahre ist die Palliativmedizin immer mehr zu einer Art Akutmedizin geworden. Schließlich wird immer deutlicher, dass die meisten Patienten nicht im Krankenhaus sterben wollen und daran müssen wir ansetzen.“

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