Das neue Buch des Vichter Autors Rudi Dreuw handelt vom Handwerk

Von: Toni Dörflinger
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Stolberg-Vicht. Bauhandwerker des Stadtteiles Vicht stehen im Mittelpunkt des neuen Buches, das Rudi Dreuw Ende Oktober im örtlichen Pfarrheim vorstellen wird. Rund 360 Seiten wird das Werk umfassen, dass als vierter Band die 1996 begonnene Reihe „Der Wandel dörflicher Wirtschafts- und Sozialstrukturen im 19. und 20. Jahrhundert” bereichern soll.

Spielten in den ersten drei Bänden unter anderem der Dienstleistungssektor, die Gastronomie und die Steinbrüche eine Rolle, wird sich im vierten Buch alles um die örtlichen Bauunternehmer, Zimmerer und Dachdecker drehen.

Mit der Materie vertraut

Dass der 66-Jährige, der zuletzt als Studiendirektor am Berufskolleg tätig war und dort zwölf Jahre lang die Fachschule für Wirtschaft leitete, mit der Materie vertraut ist, beweist nicht nur sein beruflicher Werdegang sondern auch seine familiäre Herkunft.

Rudi Dreuw entstammt nämlich einer alten Vichter Handwerkerfamilie. Und diese Familie - die schon im 19. Jahrhundert unter dem Namen Leonard Dreuw in Vicht ein Bauunternehmen betrieb - spielt in dem Buch, das sich schwerpunktmäßig um das Vichter Bauhandwerk dreht, neben anderen Handwerkerfamilien eine Rolle. Denn Dreuw hat eine Rechnung wiedergegeben, die sein Großvater Leonard 1888 ausgestellt hat.

Damals hatte der Maurermeister Reparaturarbeiten an der alten Vichter Pfarrkirche ausgeführt. Neben der Firma Dreuw werden in dem Werk auch die Dachdeckerunternehmen Fleck, Zeppenfeld, Berzborn und Schlösser erwähnt. Des Weiteren stehen die Zimmereien Zons und Schnitzler im Mittelpunkt, die nicht nur für die Fertigung des Dachstuhls verantwortlich waren, sondern sich laut Dreuw auch um die Herstellung und den Einbau von Fenster, Türen und Dielenbretter gekümmert haben.

220 Illustrationen

220 Illustrationen wird das im Herbst erscheinende Buch, das den Titel „Vichter Bauhandwerker trägt”, enthalten. Neben der Wiedergabe von Bildern hat Rudi Dreuw viel Wert auf die Darstellung von alten Rechnungen, Urkunden und Grafiken gelegt.

So werden nicht nur die Standorte der alten Betriebe wiedergegeben, sondern auch Maschinen, traditionelle Gerätschaften, Transportfahrzeuge und zeitgenössische Lohnlisten dargestellt. Sogar das Vereinsleben der örtlichen Handwerker hat Dreuw erforscht und wenn es dazu beitrug das gesellschaftliche Umfeld der Zimmerer, Bauunternehmer und Dachdecker zu vervollständigen, in seinem Buch berücksichtigt.

Denn wenn der 66-Jährige recherchiert spielt nicht nur die berufliche Tätigkeit der Menschen eine Rolle, sondern auch deren Lebensgeschichte.

So hat der rührige Autor, der seit Mitte der 90er Jahre im Turnus von rund vier Jahren ein neues Werk zur örtlichen Wirtschafts- und Lokalgeschichte herausgegeben hat, nach eigenen Worten rund 220 Besuche absolviert. „Vertrauen spielt bei der Recherche eine wichtige Rolle”, sagt Dreuw, für den diese Kontakte und Gespräche einen hohen Stellenwert besitzen und neben umfangreichen Bildmaterial auch wertvolle Informationen liefern. Mit dem neuen Band ist die Darstellung der örtlichen Wirtschaftsgeschichte aus der Feder von Rudi Dreuw allerdings noch nicht abgeschlossen.

Denn 2010 soll ein weiteres Werk folgen, in dem die am Hausbau beteiligten Installateure, Heizungsbauer, Elektriker, Plisterer, Tischler und Maler zu Wort kommen sollen. „Die Darstellung aller Vichter Bauhandwerker in nur einem Band war nicht möglich. Dann wäre das Werk 900 Seiten stark geworden”, begründet Dreuw die Aufteilung. Also darf man sich im kommenden Jahr auf ein neues, spannendes Dreuw-Werk freuen.
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