Das Netzwerk hilft Menschen auf dem letzten Weg

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Einige Mitglieder des Palliativnetzes bereiten den Erinnerungsgottesdienst vor: Dr. Wolfgang Kranemann, Dr. Renate Pohlen, Pastor Ulrich Lühring, Dr. Claudia Plum, Dr. Elisabeth Ebner, Dr. Vera Kaiser sowie Otto Maus und Gabriele Schippers vom Ambulanten Hospizdienst (v. l.). Foto: D. Müller

Eschweiler/Stolberg. Ein würdevolles und menschliches Ende des irdischen Daseins bedeutet für viele Menschen auch das Sterben in der vertrauten Umgebung der eigenen vier Wände. Um dies zu ermöglichen, gründete sich 2008 das Palliativnetz Stolberg-Eschweiler.

Das Netzwerk begleitet Sterbende zu Hause und unterstützt Hausärzte, Pflegedienste und Angehörige. „Insbesondere in der Nacht und an Wochenenden kommt es immer wieder zu Einweisungen ins Krankenhaus, wo dann das Leben vieler Patienten endet”, erklärt Dr. Elisabeth Ebner. Sie ist eine der sechs dem Netzwerk angeschlossenen Palliativärzte, die den Sterbenden rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche zur Verfügung stehen, damit eben dies verhindert und das Ableben in der heimischen Umgebung stattfinden kann.

„Wir arbeiten natürlich eng mit dem jeweiligen behandelnden Hausarzt zusammen, bieten aber zusätzlich die Sicherheit, dass nicht der ärztliche Notdienst angerufen werden muss, sondern einer von uns”, ergänzt Dr. Vera Kaiser. Neben den Ärzten sind speziell palliativ ausgebildete Mitarbeiter der Pflegedienste DIAS (Stolberg) und CURA (Eschweiler) in dem Netzwerk aktiv.

Die psychosoziale Versorgung übernimmt der Ambulante Hospizdienst Eschweiler-Stolberg: „Wir machen mehrere Besuche in der Woche bei den Sterbenden, leisten ihnen Beistand und Gesellschaft. Dazu gehören auch kleinere alltägliche Handreichungen - wir leisten im Prinzip das, was Verwandte und Freunde oft nicht können, da sie selber familiär oder beruflich zu sehr eingespannt oder auch mit der Situation schlichtweg überfordert sind”, beschreibt Gabriele Schippers vom Hospizdienst.

Mindestens einmal monatlich treffen sich die vernetzten Partner zu einer Teamsitzung, und vierteljährlich findet ein Qualitätszirkel zur Fort- und Weiterbildung zum Thema Palliativmedizin statt, zu dem alle Netzwerkteilnehmer eingeladen werden. „Das Palliativnetz zeichnet sich durch Teamwork aus. Wir kommunizieren auf Augenhöhe miteinander, um gut kooperieren zu können, und profitieren dabei von dem Austausch untereinander, was wiederum den Patienten zugute kommt”, erläutert Dr. Wolfgang Kranemann.

Er betont, dass das Palliativnetz nicht unbedingt als „Gesamtkonzept” in Anspruch zu nehmen ist: „Niemand braucht den Hausarzt oder den Pflegedienst zu wechseln. Wer sich um den Sterbenden kümmern kann, muss auch nicht auf den ambulanten Hospizdienst zurückgreifen. Wir wollen individuell helfen und selbstverständlich berücksichtigen wir die Wünsche der Patienten und der Angehörigen.”

Etwa 40 Patienten in Stolberg und Eschweiler betreut das Netzwerk derzeit. „Es ist ein großer Unterschied, ob Sterbende vom Palliativnetz begleitet werden oder nicht”, berichtet Pastor Ulrich Lühring aus seiner Erfahrung. „In der Betreuung durch das Netzwerk sind die Patienten und die Angehörigen getragen durch das Gefühl der Sicherheit und nicht alleine gelassen zu sein. Auch gehen sie mit dem Thema Tod anders um”, sagt Lühring, der am 6. April einen ökumenischen Erinnerungsgottesdienst im Gedenken an die vom Palliativnetz betreuten Verstorbenen halten wird.

Das Palliativnetzwerk: Kontakt und Termine

In dem Netzwerk arbeiten der Ambulante Hospizdienst Eschweiler-Stolberg, die Pflegedienste DIAS und CURA, der Verein für spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) und die Ärzte Dr. Elisabeth Ebner, Dr. Vera Kaiser, Dr. Renate Pohlen, Dr. Stephan Schmitt, Dr. Claudia Plum und Dr. Wolfgang Kranemann. Kontakt über die Praxis Dr. Ebner, Steinfeldstraße 5, 9976640. Am Dienstag, 22. März, stellt Dr. Vera Kaiser um 19 Uhr das Netzwerk bei einem Infoabend im Helene-Weber-Haus, Oststraße 66, vor.

Ein ökumenischer Erinnerungsgottesdienst für die Verstorbenen des letzten Jahres mit Pastor Ulrich Lühring findet am Mittwoch, 6. April, um 18 Uhr in der Pfarrkirche St. Barbara in Breinig statt.

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