Das letzte Jubiläum der Realschule I

Von: Laura Beemelmanns
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Sie werden die Tür schließen, wenn die Realschule im Sommer 2017 ausläuft: Schulleiterin Silvia Müller-Gröls und ihr Vorgänger, der ehemalige Schulleiter Ferdinand Küpper-Jacobs. Foto: L. Beemelmanns

Stolberg. Silvia Müller-Gröls möchte die Letzte sein, die im Sommer 2017 die Tür der Realschule I an der Walther-Dobbelmann-Straße hinter sich zuzieht. „Ich fühle mich wie der Kapitän auf einem Schiff. Und wenn es sinkt, bin ich die Letzte, die es verlässt“, sagt die Schulleiterin, die ihren Posten noch für rund ein Jahr inne haben wird.

Danach ist Schluss. Schluss mit der Realschule, Schluss für dieses Kollegium und eben auch Schluss für Müller-Gröls.

Im Schuljahr 2011/2012 wurde beschlossen, dass die Realschule auslaufen soll. Denn in dem Gebäude wird ab nächstem Jahr nur noch die Gesamtschule beheimatet sein. Die Gründe dafür sind verschieden: Der Wandel der Gesellschaft ist einer; der Wunsch der Eltern, die Kinder auf einer Schule unterzubringen, an der sie jeden Abschluss machen können und nicht mehr die Schule wechseln müssen, ein anderer.

Im Jahr 2012 übernahm Müller-Gröls – wohl wissend um das Auslaufen der Schule – die Schulleitung. Ihr Vorgänger Ferdinand Küpper-Jacobs verabschiedete sich in den verdienten Ruhestand. Das liegt nun vier Jahre zurück.

Am gestrigen Dienstag feierte die Schule auf den Tag genau ihr 60-jähriges Bestehen. Das wollte man sich nicht nehmen lassen, auch wenn mit dem 61. Jahr dann auch das Ende der Realschule I eingeläutet wird. Eine Feier in kleinem Rahmen sollte es daher sein. Die noch verbliebenen 205 Schüler hatten eine Ausstellung, Filme und Präsentationen vorbereitet, die sich sowohl mit der Vergangenheit und Gegenwart als auch der Zukunft der Schule im Allgemeinen, der Stadt Stolberg und dem Weltgeschehen beschäftigte.

Zu Gast waren neben den 13 noch an der Realschule unterrichtenden Lehrern auch Bürgermeister Tim Grüttemeier, der Vorsitzende des Schulausschusses, Jochen Emonds, Vertreter des Fördervereins der Schule und auch der ehemalige Schulleiter Ferdinand Küpper-Jacobs. „Ich blicke mit Wehmut zurück und bin sehr begeistert von der Schülerleistung“, sagt er. „Die Schüler haben verstanden, dass Schulen sich immer weiter wandeln und wir zeitgemäß arbeiten müssen“, fügt er hinzu. Dazu gehöre eben auch, neue Wege zu gehen. „Eine neue Schule bietet auch neue Chancen“, sagt Müller-Gröls.

Durch die Ganztagsbetreuung verbrächten die Schüler viel mehr Zeit in der Schule als noch vor einigen Jahren. „Schule ist auch ein Lebensraum“, sagt sie. Daher müssten auch Schulgebäude immer wieder den Bedürfnissen der Zeit angepasst werden. Für den Einzug der Gesamtschule würden daher noch Räume für die Oberstufe angepasst. Auch die Außenanlagen sollen verschönert werden, damit die Schüler sich dort wohlfühlen.

Nächste Woche eröffnet zudem die neue Toilettenanlage. Der Betrieb werde durch das Auslaufen der Schule nicht beeinflusst. „Wir sind immer noch hier und machen ganz normal weiter“, sagt die Schulleiterin. Sie bringt nach wie vor Ideen ein und steht in engem Austausch mit dem Leiter der Gesamtschule, Helge Pipoh, der im Raum gegenüber sein Büro hat.

„Wir haben sehr früh sehr offen gesprochen“, sagt Müller-Gröls. Und das Verhältnis sei gut. „Am Anfang hat uns die Entscheidung getroffen. Aber wir können damit umgehen und die Stimmung ist immer noch gut – auch im Kollegium. Es ist egal, welcher Name auf dem Gebäude steht, wir sind alle Lehrer und wollen die Schüler fördern und fordern und sie auf dem Weg zu ihrem Abschluss begleiten.“

Natürlich gehe sie im nächsten Jahr mit einem weinenden Auge und sie wird nicht nur als die erste Frau an der Spitze der Schule in die Geschichtsbücher eingehen, sondern auch als die einzige, die an der Realschule nicht in den Ruhestand gehen wird. Müller-Gröls würde nach dieser Zeit gerne in Stolberg bleiben. „Ich kam damals der Liebe wegen aus Rheinland-Pfalz hierher und fühle mich sehr wohl“, sagt sie. Einige andere Kollegen sähen das genauso. Manche versuchen auch, einen Platz an der Gesamtschule zu ergattern.

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