Stolberg - Das Leben in Stolberg ist ziemlich sicher

Das Leben in Stolberg ist ziemlich sicher

Von: Doris Kinkel-Schlachter
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Weniger Straftaten in der Kupferstadt, das ist die gute Nachricht vorneweg. Die Gesamtkriminalität ist im vergangenen Jahr um 9,3 Prozent von 3894 auf 3532 Fälle gesunken. Und damit lebt es sich in Stolberg im Vergleich zu den anderen Kommunen in der Städteregion ziemlich sicher. Das geht aus der Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2012 hervor, die die Polizei am Montag vorgelegt hat.

Mord, Totschlag und Vergewaltigung – das sind die schlimmsten Straftaten. Und leider ist Stolberg im vergangenen Jahr nicht verschont geblieben davon. Ein Mord ist in der Statistik für 2012 vermerkt, glücklicherweise handelt es sich dabei um einen versuchten Raubmord. Er wurde aufgeklärt. Ende Juni ist dabei ein 15-jähriges Mädchen Am Blankenberg von einem 18-Jährigen mit einem Hammer attackiert und brutal niedergeschlagen worden. Die Schülerin wurde auf dem Boden liegend weiter vom Täter bedroht.

Abziehen von Handys

Zwei Fälle von Totschlag meldet die Polizei für 2012. In dem einen Fall hat die Staatsanwaltschaft gegen einen 29-Jährigen Anklage erhoben. Er hatte dem 52 Jahre alten Opfer in dessen Wohnung in der Ardennenstraße tödliche Verletzungen zugefügt. Beide Männer stammen aus Kasachstan und kannten sich von diversen Kneipenbesuchen. Der ältere gewährte dem jüngeren, wohnungslosen Landsmann bei sich Unterschlupf. Am frühen Abend des Tattags Anfang November war es aber zu einem heftigen Streit unter den beiden Männern gekommen. Nachdem der Beschuldigte sein Opfer im Verlauf dieser Auseinandersetzung geschlagen und gewürgt hatte, hat der erheblich alkoholisierte Täter dem 52-Jährigen mit massiver Kraft in den Unterbauch getreten. Die inneren Verletzungen führten zum Tod.

Erweiterter Selbstmord

Bei dem zweiten Totschlag handelt es sich nach Auskunft von Anne Soltenborn, Direktion Kriminalität, um einen sogenannten erweiterten Suizid. Ein Ehemann hat demnach im April seiner krebskranken Frau ein morphinhaltiges Medikament verabreicht. Nachdem seine Frau ums Leben gekommen war, brachte auch er sich um. Dieser erweiterte Selbstmord ereignete sich in Büsbach.

Neun Vergewaltigungen gab es im vergangenen Jahr. Dabei handelt es sich nicht um Überfälle, die Taten ereigneten sich im privaten Rahmen. Ebenso beunruhigend ist die Tatsache, dass sieben Kinder im letzten Jahr sexuell missbraucht worden sind. Hingewiesen wird von Seiten der Polizei darauf, dass zu diesen Delikten auch exhibitionistische Handlungen vor Kindern zählen. Immerhin hat die intensive Arbeit der Polizei für eine 100-prozentige Aufklärung gesorgt.

Gestiegen ist die Zahl der Raubüberfälle. Waren es 2011 noch 25, musste die Polizei für vergangenes Jahr 39 Raubüberfälle eintragen. Die Aufklärung stieg von 49 auf 55 Prozent an. Dies stellt den höchsten Wert der letzten zehn Jahre dar. Die Raubdelikte auf Geschäfte, Spielhallen und Tankstellen sind leicht angestiegen, ebenso gestiegen sind die Zahlen beim Handtaschenraub und beim räuberischen Diebstahl. Häufigste Raubobjekte waren wie in den Vorjahren Smartphones und Bargeld. „Die von Jugendlichen oft gewählte Bezeichnung ‚Abziehen von Handys‘ stellt eine gefährliche Verharmlosung dar, denn strafrechtlich handelt es sich hierbei um einen Raub und damit um ein Verbrechen“, so Soltenborn.

Die häufigsten Straftaten sind nach wie vor Diebstahldelikte. Deren Zahl lag 2012 in Stolberg bei 1353. Im Vorjahr betrug sie noch 1390. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist von 209 in 2011 auf 123 in 2012 gesunken. Im vergangenen Jahr wurden in Stolberg insgesamt 1622 Tatverdächtige ermittelt; der Anteil der unter 21-Jährigen betrug 26,7 Prozent.

Als Beispiele 100-prozentiger Aufklärung nennt Anne Soltenborn die Einbruchserie im Mai/Juni. Hierbei wurden vorzugsweise an Wochenenden sowie vor Feiertagen in der Innenstadt hauptsächlich Laptops und Monitore gestohlen. Die fünf jugendlichen Täter wurden auf frischer Tat ertappt, 34 Taten gingen auf ihr Konto. Eine weitere Serie sprengte die Polizei im März 2012, als sie einen Täter dingfest machen konnte, auf dessen Konto 33 Metalldiebstähle gingen, meist von Friedhöfen. Nach einem Anstieg des Metalldiebstahls im Jahr 2011 sanken die Fallzahlen im gesamten Verbreitungsgebiet in 2012 um 25 Prozent (2011: 1700 Straftaten/2012: 1250 Delikte). Ebenso aufgeklärt werden konnten die Graffiti-Schmierereien in Breinig im Frühjahr 2012. Dafür war ein Jugendlicher verantwortlich. Noch nicht aufgeklärt werden konnten dagegen die Blitzeinbrüche in die Parfümerie Becker.

Positiv ist ein deutlicher Rückgang bei gefährlichen und schweren Körperverletzungsdelikten in der Öffentlichkeit von 52 Prozent zu vermerken (2011: 25 Delikte / 2012: 39 Delikte). Die Fallzahlen weisen in einem fünfjährigen Vergleich den niedrigsten Wert auf.

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