Das Konzept für das nächste Musical steht bereits

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In dem Fantasy-Musical „Dark Paradise“ verwandelt der Stolberger Mario Wieland sich „Arbor“, den Anführer der Moorwesen vom Volk der „Paludi“. Foto: „Rise Up“

Stolberg. Auf den Bühnen der Kupferstadt war er oft und verschiedenen Zusammenhängen zu sehen, dann zog es Mario Wieland nach Koblenz. An diesem Wochenende ist er zurück in Stolberg und hat die Musical Company „Rise Up“ mitgebracht, die an zwei Abenden das von Wieland geschriebene Fantasy-Musical „Dark Paradise“ für den guten Zweck aufführt.

Dirk Müller sprach mit Wieland über das Musical sowie die Entstehung und die Entwicklung der Company.

 

Das Musical „Dark Paradise“ wird nicht nur wie geplant am morgigen Sonntag sondern jetzt auch zusätzlich am heutigen Samstag in Stolberg zu sehen sein. Wie kam es zu der spontanen Aufführung am Samstag?

Wieland: Eigentlich sollten wir im Saal „Space“ des Aachener Ludwig Forums unser Musical präsentieren. Leider wurde uns sehr kurzfristig mitgeteilt, dass es wegen Umbauarbeiten in diesem Saal derzeit gar keine Bühnentechnik gibt. Ohne Licht- und Tontechnik können wir dort aber „Dark Paradise“ nicht zeigen. Das ist echt dumm gelaufen, aber die Medaille hat zwei Seiten:

Ebenso kurzfristig konnte unsere Musical Company für Samstagabend den Saal im Kulturzentrum Frankental belegen. Die Zusammenarbeit mit dem Kulturzentrum war sehr angenehm und unkompliziert, und so hatten wir Glück im Unglück. Die in Aachen geplante Aufführung spontan nach Stolberg zu verlegen, ist natürlich wesentlich besser, als die Show absagen zu müssen. Selbstverständlich sind die für Aachen gekauften Eintrittskarten auch in Stolberg gültig.

Was kann das Publikum von den beiden Aufführungen in Stolberg erwarten?

Wieland: „Dark Paradise“ hat zunächst einmal alle Komponenten eines klassischen Musicals, sprich attraktive Tanzchoreographien, Musik, Livegesang und tolle Kostüme – alles eingebettet in eine spannende Handlung. Hinzu kommt, dass es sich um ein Fantasy-Musical handelt. Das 40-köpfige Ensemble entführt das Publikum in das Jahr 2663 und auf den fernen Planeten „Diedora“, wo das Vogelvolk der „Cornix“ ebenso lebt wie die Moorwesen der „Paludi“, Amazonen oder die kampfbereite Truppe der „Obscuri“.

Was ist das Besondere an dem Planeten „Diedora“?

Wieland: Es ist eine bunte und gastfreundliche Welt, die makellos scheint – allerdings nur auf den ersten Blick, denn das Paradies hat eine dunkle Seite, daher auch der Musical-Titel „Dark Paradise“. Tatsächlich herrschen auf dem Planeten „Diedora“ Angst und Schrecken, Leid und Tod, seit der König Eron I. starb, und das Reich seiner Tochter Oxana Tirudi vermacht hat. Vor allem die Bewohner des Kontinents „Taurus“ werden unterdrückt. Doch eine Gruppe junger Rebellen will sich damit nicht mehr abfinden.

Sie haben das Musical geschrieben, sind für die Gesamtleitung und die Choreographien verantwortlich. Wirken sie in ihrer Heimatstadt Stolberg auch auf der Bühne mit?

Wieland: Ja, in der Rolle des Arbors. Arbor ist das älteste der Moorwesen und wurde jahrelang in der Festung Oxanas gefangen gehalten. Er hat schwere Zeiten erlebt, was man ihm manchmal auch anmerkt. Aufgrund seiner Erfahrung und seiner Weisheit ist er der Anführer des Volkes der „Paludi“.

Ihre eigene Bühnenreife haben Sie in der Kupferstadt erlangt. Aber zunächst nicht mit Musicals…

Wieland: Stimmt, sondern im Karneval. Zwölf Jahre war ich bei der KG De Wenkbülle aktiv. Innerhalb der Donnerberger Karnevalsgesellschaft habe ich sehr gerne Garde- und Showtanz auf den Bühnen gezeigt und war auch eine Zeit lang Kinder- und Jugendpräsident.

Und wie sind Sie zum Musical gekommen?

Wieland: Durch den Wechsel zu der Tanzgruppe „Männer 09“ und den Kontakt zu der Büsbacher Tanzschule „Not just Dancing“, bei der ich dann als Darsteller in drei Musicals mitgewirkt habe. Die Kombination aus Musik, Tanz, Gesang und Schauspiel hat mich fasziniert – und das tut sie bis heute. Bei „Not just Dancing“ habe ich später auch Tanzkurse gegeben und meine ersten beiden Musicals selbst geschrieben und die Regie übernommen.

Zwischenzeitlich sind Ihre Ambitionen dann größer geworden.

Wieland: Es hat sich so ergeben, dass ich von 2008 bis 2010 an mehreren Intensiv-Workshops an der „Stage School“ in Hamburg teilnehmen konnte. Als ich die Chance bekam, an der renommierten Schule ein Studium mit einem Halbstipendium aufzunehmen, war das schon richtig klasse …

Dennoch haben Sie diese Chance nicht wahrgenommen.

Wieland: Das habe ich mir seinerzeit gut überlegt. So verlockend das Angebot war – selbst mit dem Halbstipendium wäre es immer noch ein teurer Spaß gewesen, und eine Garantie, nach dem Studium von dem Beruf Musical-Darsteller leben zu können, gab es natürlich auch nicht. Mir wurde klar, dass ich nach dem Abitur am Ritzefeld-Gymnasium etwas Solides machen wollte. Also habe ich in Koblenz das Studium fürs Grundschullehramt mit den Fächern Germanistik und Ethik angefangen, dass ich im August beenden werde.

Bei dem Studium in Koblenz haben Sie „nebenbei“ auch die Musical Company „Rise Up“ gegründet. Wie kam es dazu?

Wieland: Im Wintersemester 2011/2012 habe ich mehrere Kurse im Rahmen des Allgemeinen Hochschulsports an der Uni Koblenz unterrichtet. Da meine Leidenschaft Musical mich nicht losgelassen hat, habe ich in allen Kursen nachgefragt, ob Interesse an einem Musical-Projekt bestehe. Die Resonanz war großartig: Nach rund zwei Wochen kamen mehr als 50 Interessierte zu einem kleinen Casting mit Tanz, Gesang und Schauspiel zusammen. Mit rund 30 Mitgliedern haben wir dann die Musical Company gegründet.

Wie ging es mit „Rise Up“ weiter?

Wieland: Anfang 2013 haben wir unser erstes Musical „Spotlight“ präsentiert – und damit 700 Zuschauer in die Kulturfabrik in Koblenz gelockt. Im Mai desselben Jahres wollten wir mit „Almost Spotlight“ eigentlich den Schlussstrich unter unser Musical-Projekt ziehen.

Doch wir haben uns anders entschieden, da dieses zweite Musical ein noch größerer Erfolg war, und 2000 Gäste die Aufführungen erlebt haben. Wir haben weitergemacht und sind seit Mai 2014 die „Musical Company Rise Up e. V.“, ein gemeinnütziger Verein, der mit den Erlösen aus den Musical-Aufführungen karitative Organisationen unterstützt. Inzwischen ist die Größe des Ensembles insgesamt auf 44 Mitglieder angewachsen.

Zum Beispiel mit den Erlösen aus dem Fantasy-Musical „Dark Paradise“?

Wieland: Ja. Aktuell sind wir mit „Dark Paradise“ auf einer kleinen Tournee in mehreren Städten Deutschlands unterwegs. In Koblenz haben wir bereits neun Vorstellungen von „Dark Paradise“ gegeben, und der Erfolg hat uns schier umgehauen: 4000 Zuschauer haben allein in Koblenz das Musical gesehen.

Sind die Aufführungen in Stolberg für Sie „Heimspiele“?

Wieland: Auf jeden Fall. Ich freue mich sehr darauf, zumal im Publikum hoffentlich viele Menschen sitzen, die ich persönlich kenne. Außerdem schließt sich für mich ein wenig der Kreis: In Stolberg hat mich die Faszination für Musicals gepackt, hier habe ich als Darsteller, Autor, Choreograph und Regisseur meine ersten „Gehversuche“ gemacht. Jetzt in Stolberg meinen bisher größten Erfolg „Dark Paradise“ zeigen zu können, ist absolut großartig.

Wie sehen Ihre Pläne nach „Dark Paradise“ aus?

Wieland: Während der Deutschlandtournee werde ich heiraten, mein Studium abschließen und bereits mit den Planungen für die nächste Produktion beginnen. Das Grundkonzept steht, im November soll es dann mit den Proben losgehen. Ich genieße zurzeit jeden Moment.

Dass sich mein Traum einmal erfüllt, hätte ich vor drei Jahren nicht gedacht. Diese Gruppe bedeutet mir alles. Ich kann mich verwirklichen, habe großartige Freunde gewonnen, mit denen ich gemeinsam die Leidenschaft der Bühne teile, und tue nebenbei noch etwas Gutes. Von mir aus, kann es gerne die nächsten 40 Jahre so weitergehen.

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